Rugby-Verband: Strukturen und Ligen sollen professioneller werden
Von Claus-Peter Bach
Kassel. Der Deutsche Rugby-Verband (DRV) treibt die Professionalisierung seiner Strukturen und der Bundesligen voran. Das ist das Ergebnis einer Tagung des Bundesliga-Ausschusses in Kassel, zu der sich immerhin 29 der 41 Erst- und Zweitligavereine eingefunden hatten, um mit DRV-Vorstandsmitgliedern um Präsident Klaus Blank (Eppelheim) über das zukünftige Erscheinungsbild ihres Sports zu verhandeln.
Einmütig wurde eine neue Ordnung des Bundesliga-Ausschusses beschlossen, dessen Vorsitzender von den Vereinen gewählt wird und automatisch als Vizepräsident dem DRV-Präsidium angehören wird. Bei Sitzungen des Ausschusses müssen alle Vereine vertreten sein und können sich nicht mehr durch andere Klubs vertreten lassen.
Als Mindeststandards eines Bundes- oder Zweitligaspiels wurden ein Stadionsprecher, eine Anzeigetafel, ein Internet-Liveticker und eine leistungssportlich angemessene Verpflegung für die Gastmannschaft festgelegt. Ein Logo der Rugby-Bundesliga (RBL) wurde vorgestellt; es soll sukzessive auf den Trikots aller teilnehmenden Mannschaften zu sehen sein.
Die fünfstündigen Beratungen haben das Interesse der Vereine an einer gemeinsamen Vermarktung ergeben, weshalb im Frühjahr ein zweitägiger Workshop mit einer sachkundigen Management GmbH aus Berlin ins Auge gefasst wurde, die Erfahrungen in der Vermarktung populärerer Sportspiele gesammelt hat.
Nachdem das DRV-Präsidium in mehreren Sitzungen mit den 13 Landesverbänden eine modernisierte Satzung erarbeitet hat, wird diese bei einem Außerordentlichen Deutschen Rugby-Tag am 28. Januar in Hannover zur Abstimmung kommen.
Dort soll eine Professionalisierung der Strukturen beschlossen werden, die auch der langjährige DRV-Partner Wild Rugby Academy (WRA) in einer am 20. Dezember 2017 verbreiteten Mitteilung gefordert hatte. Künftig soll der DRV, sofern die Finanzmittel dafür gegeben sind, von einem dreiköpfigen hauptberuflichen Vorstand geleitet werden, während das Präsidium in die Rolle eines ehrenamtlichen Aufsichtsrates schlüpfen wird.
Einigen Raum nahmen Infos des Präsidiums zur Verpflichtung eines neuen Trainerstabes und zum Sachstand der Beziehungen zwischen DRV und WRA ein. Beim Neujahrsempfang des deutschen Meisters Heidelberger Ruderklub war zu erfahren, dass die Nationalspieler des Vereins die fünf EM-Spiele im Frühjahr 2018 bestreiten möchten.

