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Rudern gegen Krebs: "Positiv denken - und in Bewegung bleiben!"

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Von Marion Gottlob

Heidelberg. Es gab keinerlei Warnzeichen. Als Verena Ziemann vor einem Jahr die Diagnose "Metastasierter Brustkrebs" bekam, änderte sich plötzlich alles. Die Patientin des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg erinnert sich: "Ich war ein gesunder und fitter Mensch und plötzlich habe ich Krebs im fortgeschrittenen Stadium und werde mit dem Schlimmsten konfrontiert. Ohne Hoffnung auf Heilung. Das war die Aussage des damaligen Arztes am Universitätsklinikum in Hamburg." Nun möchte die 36-Jährige für die Benefizregatta "Rudern gegen Krebs" werben: "Das ist eine großartige Aktion, um auf das Thema Krebs und Sport aufmerksam zu machen." Joachim Wiskemann vom NCT: "Mit der Veranstaltung ,Rudern gegen Krebs’ weisen wir auf die positiven Effekte hin, die Bewegung, körperliche Aktivität und Sport bei einer Krebserkrankung, aber auch in der Prävention von Tumorerkrankungen haben kann."

Verena Ziemann lebt im norddeutschen Elmshorn. Der Kontakt zum NCT kam über einen Freund aus der Region zustande. Er empfahl der Sport- und Fitnesskauffrau das Centrum. Sie selbst sagt: "Am NCT wird die Therapie der Zukunft entwickelt und zum Teil schon angewandt.

Das NCT unter Leitung von Prof. Dirk Jäger ist für mich wie das Silicon Valley der Medizin." Hier sei der enorme Wille, den Krebs zu besiegen allgegenwärtig. "Das Glas ist hier sprichwörtlich halb voll, während es in anderen Therapiezentren halb oder bereits ganz leer ist. Es wird unter anderem die Wirkung von Sport auf Krebs gründlich erforscht und bestätigt, dass ich mit meinem Training für mich etwas Gutes tun kann, da sich regelmäßige Bewegung auf Körper und Geist sehr positiv auswirken."

Sport spielte in ihrem Leben schon immer eine große Rolle: Sie hat mit knapp 15 Jahren ihren ersten Trainerschein für Aerobic absolviert. Später gehörte sie zu den ersten, die in Deutschland die Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau absolvierten. Heute leitet sie mit ihrem Bruder eine eigene Crossfit-Box: "In einer früheren Fabrikhalle können die Teilnehmer sich mit Gewichten in freier Bewegung fit halten."

Ziemann erhält zwei Therapien. Die Standard-Therapie am Universitätsklinikum Eppendorf ist dafür da, das Krebswachstum zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen. Die Therapie am NCT in Heidelberg ist eine experimentelle Immuntherapie, die zum Ziel hat, das eigene Immunsystem zu aktivieren, die Krebszellen wiederzuerkennen und mit eigener Kraft zu zerstören.

Die Patientin darf und soll Sport treiben, um den Nebenwirkungen der Standard-Therapie zu begegnen. Das bedeutet auch, dass sie ihren Beruf weiterhin ausüben kann. "Dafür bin ich wahnsinnig dankbar." Denn: "Positiv ist vor allem, dass mir bei der Diagnose überall und von jedem abgeraten wurde, weiter Sport zu treiben - selbst von Ärzten und Therapeuten. Ich solle mich lieber schonen, hieß es. Das NCT bestätigt mich hingegen, dass ich richtig liege und Bewegung wichtig ist in der Krebstherapie."

Wiskemann erklärt: "Es existieren inzwischen über 700 Studien, welche die Effekte von Sport und Bewegungstherapie an mehr als 50.000 Krebspatienten vor, während und nach einer onkologischen Behandlung untersucht haben. Die Daten zeigen, dass sich bei zahlreichen Krankheitsbildern krankheits- und therapiebedingte Belastungen durch regelmäßige Bewegung deutlich reduzieren oder sogar verhindern lassen." Er weiß: "Nichts wollen Patienten mehr, als eigenständig etwas zum Therapieerfolg beizutragen. Dank des Internets gibt es auch viele Ideen, wie das geschehen kann. Aus unserer Sicht ist es die Aufgabe der Behandler, mit den Patienten über solche Wünsche zu sprechen und zwischen sinnvollen oder sogar gefährlichen Aktivitäten zu unterscheiden."

Verena Ziemann wird von ihrem Partner Achim Sam unterstützt. Das Paar ist durch die schwierige Lebenssituation noch enger zusammengerückt. Gemeinsam schreiben sie aktuell an einem Buch, das anderen Betroffenen Hoffnung und Orientierung bei einer Krebsdiagnose geben soll. Vor Kurzem hat er ihr einen Heiratsantrag gemacht und Ziemann hat "Ja" gesagt. Spontan haben sie die Trauung auf September gelegt. Deshalb wird Ziemann nicht an der Ruderregatta teilnehmen können. Doch sie wünscht allen Teilnehmern alles Gute. Jäger erklärt: "Der Erlös aus der Veranstaltung hilft uns dabei, das Bewegungsprogramm am NCT fortzuführen und auszubauen."

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