Großartiger Saisonstart für die Marathonruderer!
Na gut, ein paar Tage müssen schon vergehen, bevor die Energie wieder reicht, einen Bericht nach einem Marathon zu erstellen, aber das erfreute Lächeln reicht bis hierher!
Es gab ja endlich mal wieder einen Winter in Norddeutschland, bei dem man zumindest einen Tag auf´s Eis kam, d.h. es gab auch eine Zeit des Nicht-Ruderns in diesem Winter und danach eine Zeit des Ski-Langlaufurlaubs für den überwiegenden Teil unserer „Seetiger“ Mannschaft. In der Woche vor dem Marathon waren die Hände plötzlich offen nach dem Rudern und mein Vorsatz für das Wochenende in Steenwijk war ein gutes Mannschaftserlebnis und ein Einrudern für die Saison über immerhin 54km! Eine hohe Platzierung war für mich in Gedanken keine Option. Thomas hatte für über 30 Leute parallel organisiert. Es war quasi eine Gemeinschafts-Veranstaltung für „ORVO & Friends“ und die meisten Teilnehmer blieben auch über das ganze Wochende: Bremen, Emden, Hamburg, Hemmoor, Kleeve, Oldenburg.
Der inzwischen fest gebuchte Campingplatz von Ronald und Ina am „Meppeler Weg“ hat um diese Jahreszeit noch nicht viele Besucher. Aufgrund der Anzahl der Personen und des nicht sehr sicheren Wetters um diese Jahreszeit machten wir uns langsam Gedanken, dass jeder beim Nudelessen am Freitag und zum Frühstück am Samstag einen trockenen Sitzplatz bräuchte. Mit einer Mail war klar: Die Beiden haben inzwischen ein Pavillion-Zelt vor dem „Kuhstall“. Puuuh!
Dann die eigentliche Regatta: Bei Ankunft begegnete uns Hanni, die jedes Jahr die Strecke plant. Sie war sehr traurig, dass Aufgrund Windstärke 4 für Samstag ihre neue Streckenidee auf die Schlechtwetterroute gesetzt wurde (ohne große Seen), überreichte uns den „Jubiläums-20-Jahre-Fotostick“ als Gastgeschenk und flüsterte gleich: „ Vielleicht könnt Ihr Sonntag die Originalroute fahren, viele aus meinem Verein sagten: „Hanni, wie kommst Du auf diese Strecke? Da war ich noch nie!“ Sonntag soll der Wind weg sein!“
Nun: Boote abladen, Aufriggern, Nudelessen auf dem Campingplatz nach Zeltlagerbau. Inzwischen läuft so vieles großartig Hand in Hand ohne weitere Erklärungen, jeder weiß, was zu tun ist. Samstag gab es Müsli, dann ging es los: Obleutevergatterung. Dann Start. Und plötzlich ist man im Rennen. Aufgrund der langen Innenhebel gleich einen recht hohen Schlag. Mussten wir früher unter diesen Brücken auf dem Kanal nicht „lang machen“? Wahrscheinlich liegt es an den „Skinnys mit Fat-2-Blade“. Klasse, dass sogar Niederländer, denen man auf den Fersen ist, vor einer Brücke nochmal richtig drauf legen. Da kachelt man wenigstens nicht aufeinander, wenn sie „lat loopen“ kommandieren und die eigene Mannschaft weiter rudert. Wir sortierten uns langsam ins ganz vordere Feld ( Startnummer 9).
Ein Garmin fällt immer aus, wenn der Steuermann, oder die Steuerfrau es nicht gebrauchen kann: An der Abzweigung hinter Ossenzijl fuhren wir den sich verfahrenden Booten hinterher und alle anderen hinter uns... Zum Glück war Holger aus dem Bremer Boot, die wir vorher überholt hatten so ehrlich: „Holger, ging es da eben links ab?“ „Ja, aber es fuhren ja alle hier lang!“ „WENDE!“ Damit waren wir schnell wieder vor den anderen. Ab nun wieder Rennmodus! Es ging in einen Wendehammer. Ein niederländisches Boot war uns ja von Anfang an auf den Fersen und auch nicht abzuschütteln. Am Ende des Wendehammers wurde uns klar, dass wir zweites Boot waren. Das Boot vor uns hatte allerdings ca. 600m Vorsprung. Wir ließen uns also von unseren Verfolgern treiben und ließen nicht nach. Irgendwann in den Wieden hatten wir sie: Einen gesteuerten Männer-Vierer mit fester Steuerfra u.
Dafür war uns bald das zweite Boot aus dem selben Verein (Breda) auf den Fersen.
In den Wieden (Reet-Gebiet) kam das reine Männerboot immer wieder leicht näher und fiel dann an den knispeligen Steuerstellen immer wieder zurück – auch das Steuern und das schnelle Umsetzen von Kommandos ist bei dieser Regatta ein wichtiger Faktor. Auf den letzten 12 Kilometern auf dem Kanal heißt es jetzt noch einmal alle Reserven aktivieren. Hier konnten wir uns dann von Breda (Startnummer 11) doch noch um 4 Minuten absetzen.
Das reichte für Platz Nummer 1 in der offenen Klasse mit 3 Männern und 2 Frauen!!! Juhu!!! Das zweite Oldenburger Boot (Mixed, Quadriga) gewann ebenfalls die Mixedkategorie, großartig mit einer ganz neuen Mannschaftszusammenstellung! Außerdem gewann die 2x+ Mannschaft aus Kleeve ihre Kategorie mit 24 Minuten Abstand auf den Zweitplatzierten!
Aber es ging an diesem Tag auch nicht nur ums Regattafahren, denn in den Niederlanden gibt es auch immer die Möglichkeit der Prestatie-Tocht (Wanderfahrt über die Regattastrecke). Auch diese Boote hatten bei phantastischem ersten Frühlingswetter einen tollen Tag auf dem Wasser mit Einkehr in eins der Ausflugslokale am Wasser. Am Abend wurde bei Sonnenwetter gegrillt und am Sonntag ging es auf die Toertocht (reine Wanderfahrt). Hierfür gibt es eine vorgeschlagenen Strecke über ca. 30km. Die Boote gingen wieder an den Start.
Wir hatten ja mit Hanni die Abmachung, dass wir ihre Strecke testen. Das haben wir mit zwei Booten leicht gekürzt auch gemacht:
Großartig! Und genau Hannis Anspruch:
Navigation, Steuerkunst und Rudern! Der Steuermann muss aufmerksam orientiert sein. Die Kommandogabe muss klar sein: „Backbord lang, Steuerbord rudert weiter!“ Teilweise ist sogar Krebsgang erforderlich und geht mit dem Seetiger auch ;-)
Jetzt: Die Photos, denn die heute auf der T´Diep-Website zu sehen war der Anlass den Bericht zu schreiben: Rudern, Natur, Ästhetik: Großartige Bilder mit der Lust auf das nächste Jahr!
https://www.flickr.com/photos/rtvoost/sets/72157695410725415/
VIELEN DANK an Thomas für die Organisation des ganzen Unterfangens: Mit Transport, Booten, Anmeldung, Unterkunft, Verpflegung. Ich war daneben und weiß, dass es ein RIESENAUFWAND ist!
Regattaergebnisse:
http://weerribben.tdiep.nl/index.php?option=com_content&view=article&id=124&Itemid=262
Bericht: Kerstin Markus
Fotos: Christian Morische
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