William und Kate in Heidelberg: Deutsch-britische Boote rudern um die Wette
Von Katharina Eppert
Falk Hößler sieht das Ganze ziemlich locker: "Das wird ein sportlicher Wettbewerb." Der 30-Jährige ist einer der 16 Auserwählten, die am 20. Juli mit Prinz William und Herzogin Kate über den Neckar rudern - acht Heidelberger Leistungssportler von Rudergesellschaft (RGH) und Ruderklub (HRK) sowie acht Damen aus Heidelbergs Partnerstadt Cambridge.
Hößler ist Jugendtrainer bei der RGH - und ein erfahrener Ruderer. "William und Kate sowie die Ruderinnen aus Cambridge werden auf zwei Achter verteilt", verrät er. Bei welchem der beiden Royals er und seine Vereinskollegen im Boot sitzen, weiß er noch nicht. "Das ist mir aber auch recht egal", lacht Hößler. "Ich freue mich einfach auf das Rennen."
Von der Alten Brücke geht es gegen 14.30 Uhr flussabwärts zur Theodor-Heuss-Brücke, darunter hindurch - dann wird am Neckarufer angelegt. Die rund ein Kilometer lange Strecke ist schnell zurückgelegt. Das Rennen wird zwischen vier und sieben Minuten dauern, schätzt Hößler. Vor einer solchen Masse an Menschen, wie sie am Donnerstag an den Ufern des Neckars erwartet werden, ist er noch nie gerudert. "Als vor vier Jahren der Deutschland-Achter da war, haben rund 4000 Leute zugesehen", sagt er. Aber eine Liveübertragung von der ARD - das ist schon eine andere Liga. "Ich denke, ich werde ein kleines bisschen aufgeregter sein als vor einem normalen Rennen", gesteht er.
Die Ruderer steigen - ohne die Royals - am Steg des HRK, der auch die beiden Rennachter stellt, ein. Die routinierten Rudererinnen und Ruderer fahren dann Richtung Alte Brücke bis zum Steg des Solarschiffes, wo Kate und William zusteigen. Ob Prinz und Herzogin selbst das Ruder in die Hand nehmen oder lieber auf dem gemütlicheren Steuerplatz sitzen, sei aber noch offen, meint Hößler: "Wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet". Berührungsängste mit den royalen Ehrengästen hat er jedenfalls nicht. Und auch spezielle Begrüßungsformeln studiert er nicht ein. Der Fokus liegt auf dem Wasser, dem Boot, dem Sport - und natürlich will man gewinnen. "William und Kate freuen sich bestimmt, wenn’s mal gut abgeht", ist sich Hößler sicher.
So sieht das auch sein Kollege Jan Scholl vom "Konkurrenzverein" HRK, der gegen Hößler und dessen royalen Gast antreten wird: "Eine bestimmte Zeit peilen wir aber nicht an", sagt Scholl, der gerade in Serbien bei den europäischen Hochschulmeisterschaften ist.
Falk Hößler war bisher kein ausgewiesener Kenner des britischen Königshauses: "Man kriegt’s halt mit, aber Bunte oder Gala habe ich nicht abonniert." Dennoch freut er sich sehr darauf, die beiden kennenzulernen. "Es ist natürlich schon spannend, zu sehen, wie die so drauf sind." Am Donnerstag wird er es wissen, wenn es heißt: In die Auslage, Blätter stecken - und los!

