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Aufwärtstrend soll im 3. Viertelfinale in Graz endlich belohnt werden!

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Bereits am morgigen Samstag (18:30 Uhr, live auf sporteurope.tv sowie im Radio Kärnten Eishockey-Magazin) steht für den EC iDM Wärmepumpen VSV das dritte Viertelfinalspiel der win2day ICE Hockey League auf dem Programm. Die Adler gastieren dabei in Graz bei den Moser Medical Graz 99ers. Nach zwei Niederlagen zum Serienauftakt liegt der VSV in der Best-of-Seven-Serie mit 0:2 zurück und will nun unbedingt den ersten Sieg einfahren, um den Anschluss herzustellen.

Die Ausgangssituation

Der EC iDM Wärmepumpen VSV steht in der Viertelfinalserie der win2day ICE Hockey League gegen die Moser Medical Graz 99ers bereits unter Druck. Nach zwei Spielen liegen die Villacher in der Best-of-Seven-Serie mit 0:2 zurück. Dabei starteten die Adler in Graz durchaus vielversprechend in die Serie: Im ersten Spiel lieferten sie den Steirern über weite Strecken ein Duell auf Augenhöhe und mussten sich erst knapp mit 1:2 nach Verlängerung geschlagen geben.

Auch im zweiten Aufeinandertreffen in der Villacher Stadthalle spiegelt das klare 1:5-Ergebnis den tatsächlichen Spielverlauf nur bedingt wider. Der VSV präsentierte sich über lange Phasen spielerisch ebenbürtig, ließ jedoch erneut zu viele Chancen ungenutzt, während die Grazer ihre Möglichkeiten eiskalt verwerteten. Genau in dieser Effizienz vor dem Tor lag bislang der entscheidende Unterschied in der Serie.

Die Enttäuschung im Lager der Villacher war nach der Heimniederlage naturgemäß groß, dennoch richtet sich der Blick bereits wieder nach vorne. Im dritten Viertelfinalspiel wollen die Adler unbedingt anschreiben und den ersten Sieg einfahren. Denn eines ist klar: Der Anschluss muss bald gelingen – ein 0:3 in der Serie gegen die Grazer käme wohl einem finalen Dolchstoß gleich.

Der Blick auf den Grunddurchgang unterstreicht die Ausgangslage: Der VSV beendete die reguläre Saison nach 48 Spielen mit 21 Siegen und 27 Niederlagen. Offensiv gelangen den Blau-Weißen 148 Treffer, defensiv mussten sie 156 Gegentore hinnehmen, was in der Endabrechnung ein Torverhältnis von minus acht ergibt.

Die Grazer präsentierten sich hingegen als das konstanteste Team der Liga. Die Moser Medical Graz 99ers sicherten sich erst in der letzten Runde noch Rang eins vor dem EC-KAC und damit den Sieg im Grunddurchgang. Aus 48 Partien resultierten 34 Siege bei lediglich 14 Niederlagen, ein Punkteschnitt von 2,12. Mit 163 erzielten Treffern und lediglich 102 Gegentoren stellen die Steirer zudem die beste Defensive der Liga und weisen mit +61 auch das klar beste Torverhältnis auf.

Ein Blick auf Formkurven verliert im Playoff-Modus zwar rasch an Bedeutung – in der entscheidenden Phase zählt ausschließlich das unmittelbare Duell auf dem Eis. Dennoch lohnt sich ein Blick auf die Statistik, denn traditionell tut sich der VSV in Graz etwas leichter als in der heimischen Stadthalle: Im Grazer „Bunker“ konnten die Adler zwei der letzten fünf Duelle für sich entscheiden, insgesamt gingen jedoch gleich fünf der vergangenen acht Aufeinandertreffen in der Steiermark an die Blau-Weißen.

Historisch betrachtet stellt dieses Viertelfinale zudem ein Novum dar: Noch nie zuvor kam es seit der Liganeugründung zu einer Playoff-Serie zwischen dem VSV und den Grazern. Allerdings existieren durchaus historische Parallelen. Vor der Gründung der heutigen 99ers trat in der steirischen Landeshauptstadt der EC Graz – die sogenannten „Elefanten“ – an. Gegen diese Organisation bestritt Villach mehrere Playoff-Serien in den frühen 1990er-Jahren, die letztlich auch zu zwei Meistertiteln führten: 1991/92 sowie 1992/93 krönte sich der VSV jeweils nach Finalerfolgen gegen den EC Graz zum österreichischen Champion.

Der Gegner im Fokus: Moser Medical Graz 99ers

Die Moser Medical Graz 99ers gehen in der laufenden Saison mit einem überwiegend neu formierten Kader an den Start. Seit dem Einstieg von Mäzen Herbert Jerich in der vergangenen Spielzeit investierten die Steirer gezielt in namhafte Verstärkungen und hoben die Qualität des Teams deutlich an. Trotz des großen personellen Umbruchs blieben einige Konstanten erhalten, die weiterhin das sportliche Rückgrat der Mannschaft bilden: Kevin Roy, Markus Vela, Lukas Haudum, Paul Huber sowie der deutsche Verteidiger Korbinian Holzer geben dem Grazer Spiel Stabilität und Struktur.

Das Angriffsspiel wird durch mehrere zentrale Neuzugänge ergänzt. Besonders hervorzuheben ist Chris Collins, der vier Jahre lang für die Villacher Adler auflief und in dieser Zeit 70 Treffer erzielte. Ebenfalls neu im Kader ist Torhüter Maxim Lagacé, der aus der schwedischen SHL nach Graz wechselte. In den vergangenen beiden Jahren stand der 33-Jährige bei Färjestad BK zwischen den Pfosten und bringt zudem NHL-Erfahrung aus insgesamt 20 Einsätzen für Tampa Bay Lightning, Vegas Golden Knights und Pittsburgh Penguins mit.

Für zusätzliche Qualität in der Defensive sorgt der erfahrene Nick Bailen, der bereits in der finnischen Liiga, der DEL sowie der KHL aktiv war und in der Vorsaison phasenweise für die Steirer zum Einsatz kam. Auch an der Bande vollzogen die Grazer einen markanten Schnitt: Trainer Harry Lange, der den sportlichen Umbruch zunächst begleitete, wurde mittlerweile durch den Kanadier Dan Lacroix ersetzt. Unter seiner Führung präsentierte sich die Mannschaft deutlich stabiler, erfolgreicher und spielfreudiger, was sich auch in der starken Bilanz seit Mitte November widerspiegelt.

Zusätzliche Brisanz erhält das bevorstehende Viertelfinale aus Villacher Sicht durch mehrere Akteure mit blauweißer Vergangenheit im Grazer Kader. Nicolas Wieser, gebürtiger Villacher, absolvierte den Großteil seiner Nachwuchsausbildung beim VSV, während Nico Brunner ebenfalls aus der Villacher Talenteschmiede stammt und rund ein Jahrzehnt lang das blauweiße Trikot trug. Komplettiert wird das Trio durch Chris Collins, der ebenfalls vier Saisonen lang in Villach auf Torejagd ging.

Bei den Grazern gilt es besonders auf zwei Schlüsselspieler zu achten: Lukas Haudum, gebürtiger Oberösterreicher, der den Großteil seiner Karriere beim EC KAC verbrachte, kommt in 48 Saisonspielen auf 10 Tore und 45 Assists (55 Punkte) bei einer Plus-Minus-Wertung von +23. Nick Bailen steuerte in 39 Partien 11 Tore und 39 Assists bei – insgesamt 50 Punkte, ein Punkteschnitt von 1,28 und eine Plus-Minus-Wertung von +17.

Die meisten Tore erzielte wie erwartet Chris Collins: In 44 Spielen brachte er es auf 22 Treffer und 13 Assists (35 Punkte insgesamt), bei der besten Plus-Minus-Wertung des Teams (+24) und einer Scoring-Efficiency von 17,4 %, ebenfalls teamintern Spitze.

In den Special Teams sind die Steirer ebenfalls beeindruckend: Im Powerplay rangieren sie mit 39 Treffern aus 158 Möglichkeiten (24,68 %) auf Platz eins der Liga, in Unterzahl kassierten sie nur 22 Gegentore in 149 Situationen (85,23 %), ebenfalls Platz eins. Torhüter Lagacé unterstreicht die Dominanz zusätzlich: 37 Einsätze, ein Gegentorschnitt von 1,96, eine Fangquote von 92,35 %, 9,99 mehr Tore pariert als statistisch erwartet und eine Fangquote von 86,11 % bei Schüssen aus dem Slot.

Auch in den Faceoffs zeigen die Grazer ihre Stärke: Insgesamt gewinnen sie 53,91 % ihrer Bullys, getragen von Haudum (57,53 %), Markus Vela (54,92 %) und Michael Schiechl (54,46 %). Statistisch gesehen erzeugen die Steirer über 60 Minuten im Schnitt 1,27 erwartete Tore mehr als ihre Gegner, gewinnen 52,98 % ihrer Zweikämpfe und verfügen zudem über den meisten Puckbesitz der Liga. Im Durchschnitt halten sie den Puck fast 4 Minuten und 29 Sekunden länger in der Offensivzone als in der Defensive.

Der EC iDM Wärmepumpen VSV im Fokus

Der EC iDM Wärmepumpen VSV hat sich rechtzeitig vor den Pre-Playoffs stabilisiert und präsentiert sich seitdem in deutlich verbesserter Form. Vor allem in der zweiten Hälfte der Ära von Cheftrainer Pierre Allard fand die Mannschaft wieder zu mehr Konstanz. Diese positive Entwicklung bestätigten die Adler zunächst in den Pre-Playoffs gegen die Steinbach Black Wings Linz, in denen sich die Villacher souverän mit 2:0 in der Serie durchsetzten.

Auch in den bisherigen beiden Viertelfinalduellen mit den Moser Medical Graz 99ers unterstrich der VSV diesen Aufwärtstrend phasenweise. Ein bekanntes Bild zeigte sich allerdings erneut in der Offensive: Der VSV erspielte sich zahlreiche Chancen, konnte diese jedoch nicht immer konsequent in Tore ummünzen.

Statistisch spiegelte sich das besonders in den beiden bisherigen Partien der Serie wider. Die Villacher erspielten sich im zweiten Aufeinandertreffen neun sogenannte „Grade-A-Chancen“, konnten davon jedoch lediglich eine verwerten. Insgesamt generierten die Adler rund 3,72 erwartete Tore (xG), erzielten jedoch nur einen Treffer – eine Effizienz, die auf Playoff-Niveau schlicht zu gering ist.

Einmal mehr stark präsentierte sich hingegen Schlussmann Joe Cannata. Der Villacher Torhüter parierte 38 von 42 Schüssen der Grazer und kam damit auf eine Fangquote von 90,48 Prozent. Darüber hinaus verhinderte er statistisch gesehen 1,21 erwartete Gegentore mehr als prognostiziert und vereitelte neun von elf hochkarätigen Grazer Torchancen. Cannata erwies sich damit erneut als wichtiger Stabilitätsfaktor im Spiel der Blau-Weißen.

Bemerkenswert war auch die körperliche Präsenz der Kärntner. Gegen die traditionell zweikampfstarken Grazer stemmten sich die Adler mit großem Einsatz, verbuchten insgesamt 39 Hits – ein neuer Saisonhöchstwert – und blockten zudem 21 Schüsse, ebenfalls ein Topwert in dieser Spielzeit.

Verbesserungspotenzial offenbarte hingegen das Überzahlspiel: Zwei Powerplay-Gelegenheiten blieben ungenutzt. In Unterzahl präsentierte sich der VSV dagegen stabil und überstand das einzige Grazer Powerplay ohne Gegentreffer.

Topscorer der Villacher bleibt weiterhin Adam Helewka. Der Angreifer hält nach 50 Einsätzen bei 26 Treffern und 22 Assists und damit bei insgesamt 48 Punkten bei einer Plus-Minus-Bilanz von +4. Dahinter folgt der russische Edeltechniker Nikita Scherbak, der in 46 Spielen zehn Tore und 35 Vorlagen verbuchte und damit auf 45 Punkte bei einer Plus-Minus-Wertung von +3 kommt.

Viertelfinale 3 | Samstag, 14. März 2026 | 18:30
Moser Medical Graz99ers – EC iDM Wärmepumpen VSV
Merkur Eisstadion (Graz, Österreich)

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