Kämpferischer VSV unterliegt Graz mit 1:5!
Der EC iDM Wärmepumpen VSV musste sich im zweiten Viertelfinalduell der win2day ICE Hockey League den Moser Medical Graz 99ers vor heimischem Publikum mit 1:5 geschlagen geben. Über weite Strecken hielten die Adler die Partie offen, zwei torlose Drittel zeugten von einer defensiv disziplinierten Vorstellung. Im Schlussabschnitt nutzten die Gäste jedoch ihre Chancen eiskalt und stellten die Weichen auf den zweiten Sieg in der Serie.
1. Drittel
Wie bereits im ersten Viertelfinalspiel kamen die Grazer äußerst druckvoll aus der Kabine. Über mehr als eineinhalb Minuten setzten sie die Villacher in deren Zone fest. Die Adler verteidigten jedoch erneut konsequent den Slot und ließen Abschlüsse – etwa durch Collins (1.) oder Conley (2.) – nur aus der Distanz zu.
Mit zunehmender Spielzeit fand Villach besser in die Partie. Thomas Vallant setzte mit einem präzisen Schlenzer von der blauen Linie ein erstes offensives Ausrufezeichen. Graz-Goalie Lagacé ließ in den Slot abprallen, doch Hughes verpasste am langen Pfosten das nahezu leere Tor und traf lediglich die Stange.
In der Folge entwickelte sich eine zweiminütige Villacher Druckphase, in der Strong und Vallant die Scheibe immer wieder an der blauen Linie zirkulieren ließen. Schließlich musste Haudum wegen Hakens auf die Strafbank (5.). Das Powerplay der Adler gestaltete sich gefällig. MacPherson prüfte Lagacé gleich zweimal mit Schüssen von der blauen Linie, ehe ein One-Timer vom rechten Bullykreis nur knapp am langen Eck vorbeistrich.
Auf der Gegenseite führte ein Stockfehler von Philipp Lindner in der neutralen Zone zu einer guten Konterchance für Haudum, doch Joe Cannata parierte mit dem Stock. Kurz darauf erhielten auch die Grazer ihr erstes Powerplay, nachdem Kernberger hinter dem Tor zu energisch mit dem Stock gearbeitet hatte.
In Unterzahl agierten die Villacher jedoch äußerst kompakt. Zwei Distanzversuche von der blauen Linie wurden von Lindner geblockt, und auch in den Rundungen arbeitete Blau-Weiß konsequent. In der 13. Minute rettete schließlich das Gestänge für den VSV: Roy tankte sich durch und traf aus dem hohen Slot die lange Stange, Cannata wäre machtlos gewesen.
Im Gegenzug meldeten sich die Hausherren wieder offensiv zu Wort, als Vallant ein Zuspiel von der blauen Linie direkt nahm und Lagacé zu einer Parade zwang (14.). Graz wurde kurz vor Drittelende nochmals gefährlich. Zunächst parierte Cannata gegen Harnisch (15.), anschließend blockte Kernberger einen Rebound-Versuch im Slot. Ein Grazer Angreifer verzögerte kurz, schob die Scheibe jedoch mit der Rückhand am langen Pfosten vorbei.
Somit ging es – wie schon im ersten Viertelfinalspiel – mit einem torlosen Unentschieden in die erste Pause.
2. Drittel
Der zweite Abschnitt begann mit offenem Schlagabtausch, ohne dass sich zunächst klare Großchancen ergaben. Teasdale kam im Konter gefährlich vor das Grazer Tor, setzte seinen Abschluss jedoch deutlich über das kurze Eck (23.). Auf der Gegenseite entschärfte Cannata einen Versuch aus spitzem Winkel (24.).
Für Diskussionen sorgte eine Szene wenig später, als Ganahl Vallant im Slot gleichzeitig per Cross-Check und Behinderung von den Kufen holte – die Pfeife der Schiedsrichter blieb jedoch stumm.
Die große Chance zur Führung bot sich kurz darauf den Adlern. Nach einem Grazer Aufbaufehler spritzte van Nes in einen Pass, bediente Scherbak im Slot, doch dessen Abschluss aus kurzer Distanz wurde von Lagacé mit der Stockhand abgewehrt (26.).
Wenige Augenblicke später lief Villach einen 2-auf-1-Konter: Hughes legte quer auf Helewka, der seinen One-Timer jedoch über das Tor setzte. Der VSV blieb am Drücker. In Minute 32 zog Scherbak energisch zur Mitte, Lagacé ließ prallen, und Maxa kam zum Rebound – erneut rettete der Grazer Goalie in höchster Not. Kurz darauf traf Strong mit einem Fernschuss lediglich die Stange.
Defensiv präsentierten sich die Adler weiterhin sehr stabil und gut organisiert, sodass die Grazer kaum zu nennenswerten Offensivaktionen kamen. In der 34. Minute erhielt Villach erneut ein Powerplay, nachdem Currie MacPherson per Beinstellen zu Fall gebracht hatte.
In dieser Phase kam es zu einer kuriosen Szene: Holzer und Hutchison lieferten sich direkt vor dem Schiedsrichter ein Privatduell und mussten beide auf die Strafbank. Dort sorgte Hutchison mit einer kleinen Showeinlage für Gelächter, indem er Holzer ein wenig bloßstellte (36.).
Trotz mehrerer Möglichkeiten blieb ein Treffer aus. Graz setzte sich zum Ende des Drittels noch einmal kurzzeitig in der Villacher Zone fest, während Budgell und Teasdale auf der Gegenseite Halbchancen vergaben. Somit ging es erneut torlos in die Kabinen.
3. Drittel
Der Schlussabschnitt begann aus Villacher Sicht denkbar ungünstig. In der neutralen Zone agierten die Adler zu passiv, Graz nutzte die Situation zu einem schnellen Gegenstoß. Paul Huber wurde im Slot sträflich allein gelassen und traf auf der Stockhandseite von Cannata hoch ins Kreuzeck (42.).
Die Gäste blieben am Drücker und legten wenig später nach. Ein eigentlich ungefährlicher Schlenzer von Kotkansalo aus linker Position wurde von Harnisch entscheidend abgefälscht. Cannata war bei der Richtungsänderung machtlos – 0:2.
Villach bemühte sich um eine rasche Antwort, scheiterte jedoch mehrfach an Lagacé. In einer Sequenz parierte der Grazer Schlussmann gleich zweimal gegen Abschlüsse aus dem Slot von Teasdale und van Nes (45.). Auch Hughes vergab wenig später eine hochkarätige One-Timer-Gelegenheit aus zentraler Position.
Auf der Gegenseite glänzte Cannata mit einer Weltklasse-Parade gegen Conley bei einem Konterabschluss (49.). Die Adler bemühten sich weiterhin um den Anschluss, doch Graz verteidigte äußerst abgeklärt und blieb selbst in Kontersituationen gefährlich.
So kam Huber nach einem Abstimmungsfehler zwischen Strong und Vallant frei zum Abschluss, scheiterte jedoch erneut an Cannata (53.).
5:45 Minuten vor dem Ende sorgten die Steirer schließlich für die Vorentscheidung. Mit etwas Glück sprang die Scheibe von hinter dem Tor in den Slot, wo Currie den Rebound über die Linie drückte und auf 3:0 stellte (55.).
Villach ging in der Schlussphase volles Risiko und nahm 5:14 Minuten vor der Sirene Cannata vom Eis. Trotz einer guten Chance von Hughes blieb der Puck erneut nicht im Tor.
3:36 Minuten vor Schluss gelang den Adlern jedoch noch der Anschlusstreffer: Teasdale setzte sich an der rechten Half-Wall gegen zwei Gegenspieler durch und legte zur Mitte, wo Rebernig den Schläger perfekt hineinhielt und zum 1:3 verkürzte.
Die Hoffnung währte jedoch nur kurz. 1:26 Minuten vor Spielende trafen die Grazer ins leere Tor zum 4:1. 21 Sekunden vor der finalen Sirene stellte Lippitsch schließlich auf 5:1 und besiegelte damit die 2:0-Führung der Grazer in der Viertelfinalserie.
EC iDM Wärmepumpen VSV – Moser Medical Graz99ers 1:5
(0:0 | 0:0 | 1:5)
Torschützen VSV: Rebernig
Torschützen G99: Huber, Harnisch, Currie, Roy (EN), Lippitsch

