Olympia 2026: Die Eishockey-Halle, die noch immer nicht fertig ist
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Die deutschen Eishockey-Frauen sind schon mitten im Turnier, am Donnerstag ziehen die Männer nach. Doch die Begebenheiten werfen Fragen auf. Von den Olympischen Spielen berichtet Benjamin Zurmühl Die Veranstalter der Olympischen Spiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo haben gerne damit geworben, nachhaltigere Wettbewerbe als die Vorgänger zu präsentieren. Für die alpinen Skirennen können sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen bereits bestehende Anlagen genutzt werden, auch die Biathlon-Arena in Antholz und die Skisprung-Schanze in Predazzo sind beispielsweise schon vorher vorhanden gewesen. Wenig musste neu gebaut werden. Anders ist es aber im Eishockey . Zwei Arenen wurden extra für die Olympischen Spiele in Mailand errichtet. Die Rho Ice Hockey Arena ist eine temporäre Halle für die "kleineren" Events, zum Beispiel das Auftaktspiel der deutschen Eishockey-Herren am heutigen Donnerstagabend. Und dann gibt es noch das Prestigeprojekt der Spiele in Mailand, die Arena Santagiulia. In "Italiens modernster Indoor-Arena" sollen die wichtigsten Duelle auf dem Eis ausgetragen werden. "Das ist brutal weich" Doch so spektakulär und modern die Arena auch sein mag, in den Wochen und Tagen vor den Olympischen Spielen bereitete sie Organisatoren und Fans auch ein paar Sorgen. Zum einen, weil die Bauarbeiten kurz vor der Eröffnung noch nicht abgeschlossen waren. 14.000 Fans sollen hier einmal Platz finden, für die Olympischen Spiele sind es etwas mehr als 10.000, weil noch nicht alles fertig ist. Bei der Generalprobe Anfang Januar lagen auf den Tribünen noch Kabel herum, Gerüstrohre waren zu sehen, und die Zahl der Umkleidekabinen war auch noch nicht ausreichend. Zum anderen, weil das Eis Probleme bereitete. Eben jene Generalprobe, ein italienisches Pokal-Halbfinale, musste mehrere Minuten unterbrochen werden, weil es ein Loch im Eis gab. Das Problem war zwar nach einigen Minuten gelöst, dennoch warf es kein allzu gutes Bild auf die Begebenheiten. Denn viel mehr Testläufe gab es nicht, aber zu den Olympischen Spielen musste alles passen. Nach Meinung des deutschen Nationalspielers Nico Sturm ist das aber nicht der Fall. "Das ist schon tough. Das ist brutal weich", sagte der Stürmer von Minnesota Wild nach der ersten Einheit mit der Nationalmannschaft. Der 30-Jährige war erst am Sonntag in Mailand angekommen. Laut Sturm dürfte das Problem während des Turniers sogar noch größer werden. "Wenn so viele Mannschaften auf dem Eis sind, kommt es nicht zur Ruhe. Und wenn mehr Menschen in der Halle sind, wird es ja sogar noch wärmer", merkte er an. Ein brutal schnelles Spiel Nicht nur die Eisqualität ist für Spieler wie Nico Sturm ein Thema, sondern auch die Eisfläche. Denn die ist kleiner als in der NHL, wo viele der besten Eishockeyspieler der Welt zu Hause sind. In der nordamerikanischen Liga ist die Eisfläche 61 mal 26 Meter groß. Bei den Olympischen Spielen sind es 60 mal 26 Meter. In der DEL, der Deutschen Eishockey Liga, sind es sogar 60 mal 30 Meter, die Fläche ist also weitaus breiter als nun in Mailand. Das verändert das Spiel für die DEB-Stars. Zwar beträgt der Unterschied für die NHL-Spieler nur einen Meter, doch der macht einiges aus, betonte auch Torwart Philip Grubauer von den Seattle Kraken. "Der Winkel ist dann schon etwas anders. Die Pucks fliegen anders von der Bande zurück. Aber bis Donnerstag habe ich mich umgestellt, kein Problem", sagte Grubauer. Nico Sturm erwartet Partien mit mehr Tempo. "Das wird das Spiel brutal schnell machen. Da wird man nicht groß zaubern können. Wir müssen da einfach schnell spielen." Den Anfang für Deutschland gibt es dafür am heutigen Donnerstagabend gegen Dänemark (21.10 Uhr im t-online-Liveticker). Dann noch in der Rho Ice Hockey Arena, doch schon am Sonntag geht es in der Arena Santagiulia zur Sache, wenn die USA auf die deutsche Auswahl warten. Dann kann Nico Sturm testen, in welchem Zustand das Eis nach einigen Tagen Vollbetrieb ist.

