Blau-Weiß muss zum Gastspiel ins “Ländle”!
Nach dem überzeugenden 6:2-Heimsieg gegen die Steinbach Black Wings Linz reist der EC iDM Wärmepumpen VSV am Sonntag zu den Pioneers Vorarlberg. Genau dort wollen die Adler den Schwung aus dem jüngsten Erfolg mitnehmen und wichtige Punkte im Kampf um die Pre-Playoff-Plätze sichern. Spielbeginn in der Vorarlberghalle ist um 16:00 Uhr, live zu sehen auf sporteurope.tv sowie in der Form von Live-Einblendungen im Radio Kärnten Eishockey-Magazin.
Die Ausgangssituation:
Nach dem überzeugenden 6:2-Heimsieg gegen die Steinbach Black Wings Linz scheint dem EC iDM Wärmepumpen VSV endlich so etwas wie ein Befreiungsschlag gelungen zu sein. Der Erfolg war nicht nur für das Selbstvertrauen wichtig, sondern hatte auch unmittelbare Auswirkungen auf die tabellarische Situation. Die Adler halten nach 38 absolvierten Saisonspielen bei 16 Siegen und 22 Niederlagen. 119 erzielten Treffern stehen 129 Gegentore gegenüber, was einen Torsaldo von -10 und insgesamt 49 Punkte ergibt. Damit hat sich Villach faktisch auf Rang zehn vorgeschoben, auch wenn die offizielle Tabelle den VSV noch auf Platz elf ausweist. Dank des gewonnenen direkten Duells und des besseren direkten Torverhältnisses würden die Adler bei Punktgleichheit vor den Oberösterreichern gereiht werden. Mit diesem Rückenwind reist Villach nun zum nächsten Pflichttermin. Am morgigen Spieltag warten die Pioneers Vorarlberg, die aktuell auf Tabellenplatz zwölf rangieren. Die Montafoner haben aus ebenfalls 38 Spielen lediglich zwölf Siege gefeiert und mussten 26 Niederlagen hinnehmen. Mit 93 erzielten Treffern und 151 Gegentoren weisen sie einen Torsaldo von -58 auf – den zweitschlechtesten der Liga – und halten bei 36 Punkten. Zuletzt zeigten die Pioneers jedoch Moral: Am Freitagabend unterlagen sie dem EC-KAC zuhause nur knapp mit 4:5 nach hartem Kampf und konnten dem Rekordmeister lange Paroli bieten. Auch die jüngste Form spricht leicht für die Adler. Aus den letzten fünf Begegnungen holte der VSV drei Siege, zweimal davon nach Verlängerung, zuletzt aber mit dem klaren Erfolg gegen Linz nach regulärer Spielzeit. Die Pioneers konnten im selben Zeitraum zwei Erfolge verbuchen – einen Sieg nach Penaltyschießen gegen Fehérvár sowie einen deutlichen 4:0-Heimerfolg gegen die Vienna Capitals – und wahren damit zumindest rechnerisch noch eine kleine Chance auf die Pre-Playoffs. Ein Blick auf die direkten Duelle unterstreicht die leichte Favoritenrolle der Blau-Weißen. In den vergangenen zehn Aufeinandertreffen gingen sieben Spiele an den VSV, drei an die Vorarlberger. Allerdings ist Vorsicht geboten: Das bislang letzte Duell in Vorarlberg entschieden die Pioneers mit 5:4 für sich, nachdem der VSV zuvor zweimal in Folge auswärts in Vorarlberg siegreich geblieben war. Für die Adler gilt es daher, die positive Entwicklung zu bestätigen und den nächsten wichtigen Schritt im Kampf um die Pre-Playoff-Plätze zu setzen.
Der Gegner
Die Montafoner tragen ihre Heimspiele in der rund 5.200 Zuschauer fassenden Vorarlberghalle aus und setzen im Tor weiterhin auf das Duo Alex Caffi und David Madlener. In der Defensive vertraut Vorarlberg überwiegend auf bewährtes Personal, ergänzt durch Neuzugang Louie Roehl, der aus der ECHL von den Wheeling Nailers kam. Im Angriff wurde die Mannschaft vor der Saison umfassend umgebaut: Mit Collin Adams, Cole Gallant, Nathan Burke, Eric Florchuk und Casey Dornbach stießen gleich fünf neue Legionäre zum Team, die nun das Fundament der Offensive bilden. Adams und Dornbach bringen Erfahrung aus Europa mit, während Gallant, Burke und Florchuk erstmals in der europäischen Liga spielen. Ein Rückkehrer ist zudem Luca Erne, der in dieser Saison bereits 26 Spiele für die Adler absolvierte und nun für die Vorarlberger 1 Treffer und 2 Assists in 8 Einsätzen beisteuerte. Zudem verstärkten sich die Pioneers im Winter mit Stürmer Mathias Böhm, der vom Ligakontrahenten Salzburg auf Leihbasis kam, Verteidiger Michael Kernberger, der Anfang Dezember aus Linz wechselte, sowie mit Roberts Bukarts im Dezember. In ihrer vierjährigen Ligazugehörigkeit absolvierten die Vorarlberger bisher 188 Spiele, feierten 62 Siege und mussten 126 Niederlagen hinnehmen. Einmal gelang ihnen dabei der Sprung in die Playoffs, wo sie im Viertelfinale mit 1:4 Siegen am EC KAC scheiterten.
Opponents and Stats to Watch:
Die Pioneers Vorarlberg präsentieren sich in der laufenden Saison offensiv als unterdurchschnittlich. In 38 Spielen erzielten die Montafoner lediglich 93 Tore, was einem Torschnitt von 2,44 Treffern pro Partie entspricht, damit stellt man die schwächste Offensivleistung der gesamten Liga. Demgegenüber steht mit 151 Gegentoren die zweitschwächste Defensive, die im Schnitt 3,97 Tore pro Partie zulässt. Auch in den Specialteams offenbaren die Vorarlberger große Defizite: Im Powerplay kommen sie nur auf 9,92 % Erfolgsquote (12 Tore aus 121 Überzahlsituationen) und sind damit ligaweit Schlusslicht. In Unterzahl hingegen zeigen sie sich deutlich stabiler: Mit einer Quote von 81,4 % (24 Gegentore in 129 Unterzahlsituationen) und fünf erzielten Shorthanded-Toren liegt man hier auf Rang 6 der Liga. Offensivlastig agiert das Team vor allem über Colin Adams, der als Topscorer nach 38 Spielen 15 Tore und 14 Assists aufweist, sowie Oskar Maier mit 11 Toren und 16 Vorlagen. Cole Gallant und Casey Dornbach tragen ebenfalls maßgeblich zur Offensivproduktion bei. Auf der defensiven Seite sticht Louis Roehl (0 Tore und 17 Assists) als punktbester Verteidiger hervor. Negativ fällt vor allem Casey Dornbach mit -27 in der Plus/Minus-Wertung auf. Im Tor herrscht weiterhin fehlende Stabilität. Der nominelle Einser-Torhüter Alex Caffi kommt auf 25 Einsätze, musste 79 Gegentore hinnehmen und weist eine Fangquote von 90,25 % auf, seine Gegentorquote liegt bei 3,35. Backup David Madlener, der zuvor für Rot-Weiß spielte, kommt auf 15 Einsätze, 66 Gegentore, eine Gegentorquote von 4,61 und eine Fangquote von 85,9 %. Beide Torhüter konnten zudem bislang nicht mehr Treffer parieren, als statistisch erwartet. Positiv zu vermerken ist, dass Caffi bei Grade-A-Chancen mit 81,1 % leicht über dem Ligaschnitt liegt. Die Vorarlberger zeigen deutliche Schwächen in der Zweikampfführung, mit nur 46,9 % gewonnenen Duellen stellen sie die zweikampfschwächste Mannschaft der Liga – auf Augenhöhe mit dem HC Innsbruck. Auch beim Scheibenbesitz bei numerischer Gleichheit liegen die Montafoner im Saisonmittel deutlich zurück: Durchschnittlich 4 Minuten und 5 Sekunden weniger als der Gegner.
Blau-Weiße Stats & Facts:
Beim 6:2-Heimsieg gegen die Steinbach Black Wings Linz zeigte der EC iDM Wärmepumpen VSV unter Neo-Headcoach Pierre Allard eine deutliche Leistungssteigerung. Das Team setzt das von Allard geforderte System immer konsequenter um und überzeugte dabei insbesondere in den Special Teams: Zwei von vier Powerplay-Chancen nutzte man effektiv, erzielte Tore durch Philipp Lindner und Adam Helewka, während beide Penalty-Killings schadlos blieben und keine Grade-A-Chance zugelassen wurde. In der Zweikampfführung zeigten die Adler mit 52,6 % gewonnenen Duellen und 84,9 % erfolgreichen Zonenaustritten Überlegenheit gegenüber Linz. Offensiv dominierten Adam Helewka, Nick Hutchison und John Hughes, die gemeinsam drei Treffer co-produzierten. Helewka erzielte selbst einen Treffer und leistete zwei Assists und beendete die Partie mit +2 in der Plus-Minus-Wertung. Verteidiger Dylan McPherson glänzte mit einer defensiv staubtrockenen Partie (53,3% gewonnene Zweikämpfe), zudem steuerte er drei Assists bei und vermochte eine Plus/Minus-Wertung von +3 zu verbuchen. Zwischen den Pfosten war Torhüter Joe Cannata der Garant für den Sieg: Er parierte 41 von 43 Schüssen (Fangquote 95,34 %) und hielt vier von sechs Grade-A-Chancen der Linzer. Über die Saison betrachtet liegt das Powerplay der Adler nun bei 29 von 122 Chancen (23,77 %) und belegt ligaweit Rang vier. Die Unterzahlleistung hat sich nach einem schwachen Saisonstart ebenfalls verbessert: 27 Gegentore aus 113 Unterzahlspielen stehen zu Buche. In der Scoring-Wertung bleibt Nikita Scherbak mit 9 Toren und 30 Assists aus 37 Spielen Topscorer, dicht gefolgt von Adam Helewka mit 18 Toren und 19 Assists in 36 Spielen. John Hughes zeigte zuletzt starke Form: Drei Tore und vier Assists aus den letzten fünf Spielen sorgen für sieben Punkte in diesem Zeitraum. Etwas weniger erfolgreich ist aktuell Center Kevin Hancock: Elf Tore und 17 Assists aus 38 Spielen stehen für ihn zu Buche, der letzte Treffer datiert jedoch vom 28. Dezember.
Sonntag, 25. Jänner | 16:00
Pioneers Vorarlberg – EC iDM Wärmepumpen VSV
Vorarlberghalle (Feldkirch, Österreich)

