Blau-Weiß geht als Außenseiter ins 363. Kärntner Derby!
Angesichts der zuletzt enttäuschenden Ergebnisse hat der EC iDM Wärmepumpen VSV für das 363. Kärntner Derby am morgigen Freitag in der Stadthalle Villach (Beginn: 19:15 Uhr, live auf sporteurope.tv sowie im Radio Kärnten Eishockey-Magazin) nur ein Ziel: Gegen den ewigen Rivalen aus Klagenfurt soll ein Heimsieg errungen und gleichzeitig der Negativlauf gestoppt werden. Doch die Vorzeichen könnten dabei kaum gegensätzlicher sein: Während der KAC als Tabellenführer ins Derby geht, musste Villach die Partie von Tabellenplatz 10 aus in Angriff nehmen.
Die Ausgangssituation und das Kärntner Derby:
Wenn Blau-Weiß auf Rot-Weiß trifft, gelten in Kärnten seit jeher eigene Gesetze. Und doch lässt sich die sportliche Realität nicht völlig ausblenden. Der EC iDM Wärmepumpen VSV steckt mitten in einer schwierigen Phase und geht als klarer Außenseiter ins 363. Kärntner Derby. Nach 33 Saisonspielen rangieren die Adler nur auf Tabellenplatz zehn. 13 Siegen stehen 20 Niederlagen gegenüber, bei einer Tordifferenz von minus zwölf (101:113) und lediglich 42 Punkten. Die jüngste Bilanz ist ebenfalls ernüchternd: Nur ein Sieg aus den letzten fünf Spielen, lediglich zwei Erfolge aus den vergangenen 14 Partien – von Konstanz kann aktuell also keine Rede sein. Besonders schmerzhaft: Der Vorsprung auf den elftplatzierten FTC-Telekom Budapest beträgt nur einen Punkt, bei einem Spiel mehr für die Ungarn. Gleichzeitig ist der Rückstand auf die Top-6 bereits auf 15 Zähler angewachsen. Auch in der eigenen Stadthalle blieb Blau-Weiß in dieser Saison vieles schuldig. Sieben Siege aus 16 Heimspielen, nur 22 von 48 möglichen Punkten – das reicht lediglich für Rang elf in der Heimtabelle. Umso bemerkenswerter wirkt der überraschend klare 5:3-Erfolg gegen den KAC in dieser Saison, der aber zeigt: In einem Derby ist alles möglich, wenn Einsatz, Intensität und das “blaue Bluat” stimmen. Ganz anders präsentiert sich die Lage hingegen beim EC-KAC. Die Rotjacken reisen mit Rückenwind nach Villach. Zwei Siege in Folge, sieben Erfolge aus den letzten zehn Spielen und Rang zwei in der aktuellen Formtabelle unterstreichen die starke Verfassung der Klagenfurter. In der Gesamtbilanz stehen nach 35 Spielen bereits 24 Siege zu Buche, bei nur elf Niederlagen. Mit 123 erzielten Treffern stellt der KAC die zweitbeste Offensive der Liga, mit 83 Gegentoren zudem die viertstabilste Defensive. Auch der Blick in die Geschichtsbücher spricht eine deutliche Sprache: In 362 Kärntner Derbys setzte sich Klagenfurt 194-mal durch, Villach gewann 149 Duelle, 19 endeten unentschieden. Noch klarer fällt die jüngere Bilanz aus: Acht der letzten zehn Derbys gingen an die Rotjacken. In der Villacher Stadthalle konnten die Adler zumindest etwas Boden gutmachen – drei Siege aus den letzten fünf Heim-Derbys sorgen für einen kleinen Hoffnungsschimmer. Und genau darin liegt auch die große Chance für den VSV. Derbys lassen sich nicht planen, sie leben von Emotion, Intensität und Momenten. Wenn Blau-Weiß an die Leidenschaft des 5:3-Heimerfolgs anknüpfen kann, defensiv kompakt steht und offensiv endlich wieder Durchschlagskraft entwickelt, ist auch gegen den Tabellenführer alles möglich.
Der Gegner:
Der EC-KAC zählt gemeinsam mit dem EC iDM Wärmepumpen VSV zu den traditionsreichsten Institutionen der win2day ICE Hockey League. Die 1909 gegründeten Rotjacken können in ihrer Historie auf nicht weniger als 32 österreichische Meistertitel – wovon jedoch nur sieben aus dem aktuellen Jahrtausend stammen – verweisen, stilisieren sich dahingehend auch als “Rekordmeister”. Doch nicht nur national, auch international setzte der Klub immer wieder Ausrufezeichen: Bereits 1969 stand Klagenfurt im Finale des Europapokals, zuletzt unterstrichen starke Auftritte in der Champions Hockey League, dass der KAC auch auf europäischer Bühne konkurrenzfähig ist. Ein zentrales Erfolgsgeheimnis der vergangenen Jahre heißt Kontinuität. In den letzten fünf Saisonen erreichten die Rotjacken dreimal die Finalserie und krönten sich dabei einmal zum Meister, hinzu kommen ein Halbfinaleinzug sowie ein Viertelfinalauftritt. Diese sportliche Stabilität spiegelt sich auch auf der Trainerbank wider: Cheftrainer Kirk Furey, selbst eine Klublegende mit 488 absolvierten Spielen im KAC-Trikot, setzt weiterhin auf die bewährte Zusammenarbeit mit Assistent David Fischer. Eine bemerkenswerte personelle Dynamik zeigt sich im Vergleich zum Erzrivalen aus Villach. Während sich aktuell kein Akteur mit blau-weißer Vergangenheit im Kader der Klagenfurter findet, weisen mehrere VSV-Spieler eine rot-weiße Vita auf, darunter René Swette, Steven Strong und Thomas Vallant, die allesamt zweimal mit dem KAC den Meistertitel feierten. Auch in dieser Saison vertraut der Rekordmeister auf seine bewährte Mischung aus Stabilität und gezielten Verstärkungen: Verteidiger Jordan Murray, der sich jedoch im Saisonverlauf verletzte und durch Josh Teves ersetzt wurde, kam aus Schwenningen, während Mario Kempe aus der finnischen Liga nach Kärnten wechselte und wertvolle NHL-Erfahrung einbringt. Zusätzliche Schlagzeilen lieferten zuletzt zwei Aushängeschilder der Rotjacken. Schlussmann Sebastian Dahm, der Klagenfurt aller Voraussicht nach auch im Derby zwischen den Pfosten anführen wird, löste jüngst JP Lamoureux als Torhüter mit den meisten Shutouts in der Ligageschichte ab, nunmehr stehen 51 Zu-null-Spiele zu Buche. Und auch in der Offensive wurde Vereinsgeschichte geschrieben: Nick Petersen setzte sich an die Spitze der ewigen Torschützenliste aller KAC-Legionäre.
Opponents and Stats to Watch:
Der Blick auf die Zahlen liefert ein klares Bild der aktuellen Kräfteverhältnisse. Beim KAC sticht vor allem Mathias From heraus. Der dänische Stürmer führt die interne Scorerwertung mit 22 Toren und 21 Assists aus 34 Spielen an, hält bei starken 43 Punkten und einer beeindruckenden Plus/Minus-Bilanz von +21. Mit einer Scoring Efficiency von 17,5 Prozent zählt From zudem zu den effizientesten Torjägern der Liga. Generell zeichnet sich der Tabellenführer durch enorme Offensivtiefe aus. Gleich zwölf Klagenfurter Akteure haben bereits zumindest 18 Scorerpunkte gesammelt, darunter auch mehrere Verteidiger. Der verletzte Jesper Jensen Aabo kommt auf 21 Zähler, Clemens Unterweger auf 19 und Thimo Nickl auf 19 Punkte. Auch Jungstürmer Finn van Ee überzeugt weiterhin: Der 22-Jährige erzielte in 35 Spielen zehn Tore und zehn Assists und übertraf damit seine bisher punktbeste Saison bereits deutlich. In den Special Teams präsentiert sich der KAC hingegen weniger dominant als man es von den Rotjacken gewohnt ist. Zwar erhielt man mit 125 Powerplays ligaweit die meisten Überzahlsituationen, verwertete diese aber nur zu 23 Treffern, was einer Quote von 18,4 Prozent und Rang neun entspricht. In Unterzahl liegt Klagenfurt bei 81,05 Prozent, resultierend aus 20 Gegentoren in 109 Situationen, erzielte dabei aber auch selbst vier Shorthanded Goals. Ein klares Faustpfand der Rotjacken bleibt die Torhüterposition. Mit Florian Vorauer und Sebastian Dahm verfügt der KAC wohl über das aktuell stabilste Goalie-Duo der Liga. Vorauer weist eine Fangquote von 93,15 Prozent und einen Gegentorschnitt von 1,85 auf, “Altmeister” Dahm kommt auf 91,48 Prozent und 2,32 Gegentore pro Partie. Gemeinsam parierten sie 8,11 Tore mehr, als statistisch zu erwarten gewesen wäre. Allgemein beeindruckend präsentiert sich auch die Torschusseffizienz der Klagenfurter. 11,74 Prozent ihrer Abschlüsse fanden bislang den Weg ins Tor, ligaweit der beste Wert. Besonders deutlich wurde diese Effizienz in den bisherigen Saisonduellen mit dem VSV: Aus lediglich 9,57 erwarteten Toren erzielten die Rotjacken gleich 12 Treffer.
Blau-Weiße Stats & Facts:
Beim EC iDM Wärmepumpen VSV fällt die Bilanz nach den zuletzt schwächeren Ergebnissen eher ernüchternd aus. In Überzahl konnten die Adler aus 106 Powerplay-Situationen 23 Treffer erzielen, was einer Quote von 21,7 Prozent entspricht und ligaweit Platz sechs bedeutet. Das Penalty Killing hat sich zwar zuletzt stabilisiert, der schwache Saisonstart drückt die Gesamtbilanz jedoch weiterhin nach unten: 24 Gegentore in 100 Unterzahlsituationen entsprechen einer Erfolgsquote von 76 Prozent, was nur den vorletzten Rang in der Liga bedeutet. Auch in der “Fairplay-Wertung” zeigen sich extreme Gegensätze: Mit 117 Zwei-Minuten-Strafen kassierte Villach ligaweit die wenigsten kleinen Strafen, zugleich führen die Adler mit sechs Fünf-Minuten-Strafen die Statistik dieser Kategorie an. Bei den Spielern bleibt Nikita Scherbak der Leistungsträger der Mannschaft. In 32 Spielen sammelte er acht Tore und 27 Assists, womit er auf 35 Punkte kommt. Auf Platz zwei liegt Adam Helewka, der in 31 Partien 16 Tore und 15 Vorlagen beisteuerte und insgesamt 31 Punkte verzeichnet. Bester österreichischer Scorer ist John Hughes mit sechs Treffern und 14 Assists aus 33 Spielen (20 Punkte). Unter den Verteidigern führt Dylan McPherson die interne Scorerliste an: In 33 Einsätzen erzielte er drei Tore und 17 Assists, ebenfalls 20 Punkte. Auf der Torhüterposition zeigen sich weiterhin leicht unterdurchschnittliche Werte: Joe Cannata absolvierte 28 Partien, kassierte 87 Gegentore und weist einen Gegentorschnitt von 3,15 bei einer Fangquote von 90,35 Prozent auf. Sein Backup René Swette kam in fünf Spielen zum Einsatz, musste 16 Gegentreffer hinnehmen und liegt bei einem GAA von 3,23 sowie einer Fangquote von 89,87 Prozent. In den Kärntner Derbys sticht Nick Hutchison hervor: Mit drei Treffern ist er der punktbeste VSV-Akteur in den diesjährigen Duellen gegen den EC KAC.
Freitag, 9. Jänner | 19:15
EC iDM Wärmepumpen VSV – EC-KAC
Stadthalle Villach (Villach, Österreich)

