Overtime-Sieg in Weißwasser
Jeweils ein Tor auf beiden Seiten – eins gut zwei Minuten nach dem Eröffnungsbully, das andere gut zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit – sorgten dafür, dass im Duell zwischen den Wölfen und Füchsen bereits zum zweiten Mal in dieser Saison 60 Minuten nicht ausreichen würden, um einen Sieger zu ermitteln. Im Gegensatz zur Niederlage im Penaltyschießen auf heimischem Eis Mitte Oktober, konnte nun aber der EHC diesen Zusatzpunkt mit auf die Heimreise nehmen.
In den 56 Minuten, die zwischen diesen besagten Treffern lagen, lieferten sich die beiden Teams einen offenen Schlagabtausch, der schließlich mit dem erlösenden Tor für Blau-Weiß-Rot durch Eero Elo zum 1:1 zunächst eine gerechte Punkteteilung hervorbrachte. In der sich nun anschließenden Verlängerung nutzten die Wölfe einen Strafpfiff gegen die Gastgeber zu ihrem ersten Powerplay-Treffer im sechsten Versuch und konnten somit siegreich die Heimreise antreten.
Dabei hatten die Breisgauer in den ersten beiden Dritteln jeweils einen Fehlstart hingelegt und mussten auch im weiteren Verlauf durch ihren starken Rückhalt in Person von Patrik Cerveny im Spiel gehalten werden. Dieser vereitelte bereits in den Eröffnungssekunden eine Großchance der Gastgeber, musste sich dann jedoch in dem daraus resultierenden ersten Powerplay der Füchse geschlagen geben (1:0, 3.). Und ebenfalls in der ersten Minute nach Beginn konnte Freiburgs deutsch-tschechischer Rückhalt nun auf der anderen Seite des Eises auch zu Beginn des zweiten Drittels einen Torschuss des Gegners entscheidend ablenken.
Nach diesen anfänglichen Schrecksekunden avancierten die Wölfe jedoch in beiden Dritteln, läuferisch und spielerisch besser in die Partie findend, über weite Strecken zur spielbestimmenden Mannschaft. Das erste gebündelte Aufbegehren des Rudels wurde in der zweiten Hälfte des Eröffnungsdrittels mit zwei Strafpfiffen gegen den Gegner belohnt. Hierbei machten insbesondere Eero Elo und Lukas Mühlbauer auf sich aufmerksam, die an Seite von Nikolas Linsenmaier in diesem 19. Saisonspiel die erste Reihe des neuen EHC-Trainers Juraj Faith ausmachten. Linsenmaier sorgte seinerseits zwar dafür, dass durch eine Strafe gegen ihn das zweite dieser Überzahlspiele ein vorzeitiges Ende fand, konnte dann aber Sekunden vor der ersten Pausensirene – dank eines schönen Screens von Mühlbauer – den EHC beinahe auf die Anzeigetafel befördern.
Nachdem Blau-Weiß-Rot erneut mit etwas Verzögerung dann auch in den zweiten Spielabschnitt gefunden hatte, ereigneten sich einige strittige Szenen: Die Wölfe hatten etwas Glück, dass sie sich nach einem Bandencheck von Mühlbauer und seinem anschließenden Faustkampf mit Markus Freis gar keiner Unterzahl gegenübersahen (24.); sie erlebten, wie die Schiedsrichter eine vermeintliche Strafe gegen Elo wegen hohen Stocks revidierten (30.); und bekamen schließlich ihrerseits auf nicht ganz unstrittige Weise ein Überzahlspiel zugesprochen (33.). Dass die Eishockeygötter aber offensichtlich nicht nur südbadischer Abstammung sind, konnte man dann jedoch feststellen, als ein vermeintliches Tor für den EHC nun seinerseits dem Videobeweis nicht standhielt, weil sich die Scheibe schon unter dem Schoner von Füchse-Goalie Anthony Morrone befunden hatte. Kurz darauf kratzte der EHC zwar erneut am Ausgleichstreffer, konnte aber diesmal sogar aus einer vierminütigen Überzahl keinen zählbaren Erfolg münzen.
Auch wenn es dann, wie eingangs erwähnt, im dritten Spielabschnitt über 27 Minuten dauerte, bis dieses 1:1 erfolgte, so gilt es dieses letzte Drittel in Weißwasser dann doch als ein durch und durch erfolgreiches für Blau-Weiß-Rot zu verbuchen. Die federführende Gestalt in den weißen Trikots, die die Silhouette der Stadt Freiburg zieren, war dabei immer wieder Fabian Ilestedt, der nicht nur an Seite seiner neuen Reihenkollegen Travis Ewanyk und Chris Billich, sondern auch insgesamt mit viel Eiszeit hervorstach und in allen Facetten am Offensivspiel der Wölfe beteiligt war – und einmal auch im Nachsetzen im Rückwärtsgang eine Chance der Gastgeber vereitelte. Der zu diesem Zeitpunkt dann hochverdiente Ausgleichstreffer blieb jedoch Eero Elo vorbehalten, der sich um die Lausitzer Defensive schlich und von Nikolas Linsenmaier per Querpass in Szene gesetzt am Torraum einnetzen konnte (1:1, 58.). Dieses Duo sorgte dann – in umgedrehter Rollenverteilung – auch für den Siegtreffer in der Verlängerung, indem Elo in ungewohnter Powerplay-Position an der blauen Linie Linsenmaier auf dem Flügel anspielte, von wo aus dieser mit einem Schlenzer das entscheidende Tor für seine Farben erzielte (1:2, 64.).
Dieser Extrapunkt im Gepäck der Wölfe auf ihrer langen Heimfahrt aus der Lausitz sorgt obendrein – psychologisch vielleicht nicht ganz unwichtig – dafür, dass sie sich nun zumindest für knapp 48 Stunden nicht mehr auf dem letzten Tabellenplatz befinden, den nun aufgrund des schlechteren Torverhältnisses der ESV Kaufbeuren einnimmt. Doch auch wenn die anstehende Partie gegen die Kassel Huskies nun nicht das Aufeinandertreffen des Ersten gegen den Letzten darstellen wird, empfangen die Wölfe am Sonntag, 30.11. um 18.30 einen harten Brocken in der Echte-Helden-Arena.
Tore:
1:0 (02:04) Theodore (Scheidl, Hjorth) – PP1
1:1 (57:23) Elo (Linsenmaier)
1:2 (63:50) Linsenmaier (Elo, Ventelä) – PP1
Schüsse: Weißwasser 44 (20/15/8/1), Freiburg 44 (10/14/16/4)
Strafminuten: Weißwasser 19, Freiburg 15
Überzahleffizienz: Weißwasser 1-3, Freiburg 1-6
Schiedsrichter: Kalnik, Singer / Englisch, Treitl
Zuschauer: 2385
Aufstellung:
Cerveny (Hegmann)
Elo-Linsenmaier-Mühlbauer / Ventelä-Hempel
Ilestedt-Ewanyk-Billich / De Los Rios-Kühnhauser
Bechtold-Schwamberger-Airich / Heider-Trinkberger
Majher / Schindler
Foto: Thomas Heide

