Adler Mannheim gegen Kölner Haie: 2:0-Sieg gegen den ewigen Rivalen
Von Rainer Kundel
Mannheim. Eishockey-Feiertag in Mannheim: Im vorgezogenen Exklusivspiel des achten Spieltages hielten die Adler Mannheim in einer durchweg kampfbetonten Auseinandersetzung ihren ewigen Rivalen Kölner Haie mit 2:0 (1:0, 1:0, 0:0) auf Distanz. Bemerkenswert: Felix Brückmann hielt sein Tor gegen zum Schluss aufkommende Haie im zweiten Heimspiel in Folge sauber!
Selbst die Neuankömmlinge des Sommers im Kader dürften schon nach wenigen Minuten bemerkt haben, dass Gastspiele der Kölner Haie ein besonderes Kribbeln entfachen. Nicht nur auf den Rängen, wo schon vor dem ersten Bully bekanntes Liedgut angestimmt wurde ("Wir ziehen los, mit Messer und mit Ketten und machen aus den Haien Fischkroketten") – auch auf dem Eis war die Intensität noch einige Prozent höher als in den bisherigen Heimspielen. Auch wenn anfangs die klaren Einschussmöglichkeiten noch rar blieben, die Adler gaben im eigenen Haus den Ton an, feuerten 30 Schüsse ab, auch wenn der offiziellen Statistik nach zunächst nur zehn auf das Gehäuse von Pogge gingen. Als der Kölner Ferraro allzu nachhaltig eine vermeintliche Regelwidrigkeit reklamierte, riss Schiedsrichter Schrader der Geduldsfaden – es gab zwei Strafminuten wegen Unsportlichkeit. Daraus resultierte beim stark angelegten Powerplay die Mannheimer Führung, weil Jordan Szwarz (12. Minute) seine Kelle in einen Plachta-Schuss hielt.
In der ersten Hälfte des Mittelabschnitts kämpften die Blau-Weiß-Roten mit den bekannten Problemen einer weiten Wechselbank, nicht immer stimmte die Zuordnung, so dass die Haie Oberwasser bekamen. Ihre größte Chance zum Ausgleich hatte Howden (28.) der alleine auf Brückmann zulief, im souveränen Keeper aber seinen Meister fand. In dieser Phase wäre für die Kölner mehr drin gewesen, hätte ihnen ihre Disziplin nicht einen Streich gespielt. Aus ihrer Überzahl wurde innerhalb von 29 Sekunden eine Unterzahl, womit das Momentum wieder umschlug.
Bast zog nach Ablauf der Überzahl mit Vehemenz auf das Kölner Tor, aber auch ohne numerischen Vorteil legten die Gross-Schützlinge nach. Bei einem längeren Kampf um den Puck an der Bande blieb Andrew Desjardins (35.) gänzlich unbehelligt vor dem Haie-Gehäuse und versteckte nach Pass von Plachta die Scheibe mit der Rückhand.
Im Schlussdrittel setzten die Gäste alles auf eine Karte, öffneten die neutrale Zone, der Anschlusstreffer blieb ihnen aber selbst bei 41 Sekunden doppelter Überzahl verwehrt, weil Holzer, Akdag und Szwarz mit Unterstützung der Kulisse einen Riesenjob machten. Klos (46.), Eisenschmid (47.) und Rendulic (57.) hatten das dritte Tor auf dem Schläger, so dass dem Gegner die Chance blieb, kurz mit sechs Feldspielern anstelle des Torhüters anzustürmen.
Umsonst – um 21.50 Uhr bejubelte die Nordwestkurve unter den Klängen von "Sweet Caroline" den sechsten Saisonsieg ihrer Lieblinge. Der Hallen-DJ holte den Gassenhauer der Meister-Nacht vom 27. April 2019 raus, lange bevor die Fans der englischen Fußball-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft sich den Song zu Eigen machten.
Adler Mannheim – Kölner Haie 2:0 (1:0, 1:0, 0:0); Tore: 1:0 Szwarz (12.), 2:0 Desjardins (35.); Schiedsrichter: Schrader (Bochum), Wilk (USA); Strafminuten: 8/10; Zuschauer: 7659.

