Eishockey: DEL kommt gut durch die Saison
Von Rainer Kundel
Mannheim. Die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) ist in den ersten sechs Wochen der Corona-Saison gut über die Runden gekommen. An 14 Spieltagen mit 84 ausgetragenen Partien gab es keine Absage. "Eishockey ist aufgrund der strikten Maßnahmen und vielen Tests kein Treiber der Pandemie", sieht sich DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke bestätigt. Der Fokus gelte aber weiterhin der Sicherheit aller: "Wir wissen, dass wir uns auf dünnem Eis bewegen, aber wir tun alles im Hinblick auf Testungen und Prophylaxe. Alle verhalten sich vernünftig und die Klubs machen teilweise mehr als es die Hygiene-Konzepte fordern."
Die genaue Anzahl der positiven Corona-Fälle nannte Spielleiter Jörg von Ameln nicht. Bestätigt wurden lediglich die bekannten Quarantänen aus dem Vorbereitungsturnier in Berlin und Schwenningen sowie Einzelfälle bei neu verpflichteten Spielern aus dem Ausland. Betroffen war auch Craig Schira, am 1. Januar aus Schweden eingereister Verteidiger der Adler Mannheim, der symptomfrei blieb und nach Quarantäne und Absolvierung des sportmedizinischen "Return-to-Play"-Programms am vergangenen Mittwoch debütierte.
Nach Absage der für 10./11. Februar geplanten Länderspiele gegen die Schweiz hat die DEL den letzten Gruppenspieltag vom 18. März vorgezogen. Somit treten die Adler Mannheim bereits am Dienstag, 9. Februar (19.30 Uhr), bei den Schwenninger Wild Wings an.
Von der Tatsache, dass keine Zuschauer in die Hallen dürfen, profitiert Medienpartner MagentaSport. Die Zuschauerzahlen beim Pay-TV-Sender des Telekom-Konzerns haben sich ersten Schätzungen zufolge verdoppelt bis verdreifacht. Sollten zu einem späteren Zeitpunkt teilweise Zuschauer zugelassen werden, werden die Überlegungen unterschiedlich ausfallen. Eine Multifunktionsarena für 20 Prozent aufzumachen sei kostspieliger als keine Zuschauer reinzulassen, heißt es aus Kreisen der Gesellschafter. Ein Wunschtraum wäre es, wenn die Playoffs im wärmeren Frühjahr nicht nur vor "Pappkameraden" stattfinden würden.
Trotz leerer Hallen bietet sich aufgrund der ausgeweiteten TV-Übertragungen – jedes Spiel wird live in voller Länge übertragen und ist am Folgetag kostenfrei bei MagentaSport als Kurzzusammenfassung zugänglich – für den im Sommer als Ligasponsor eingestiegenen Lebensmittel-Discounter Penny eine ordentliche Plattform. Wie der Sportbusiness-Dienstleister Sponsors berichtet, zahlt Penny jährlich 2,2 Millionen an die DEL. Dazu fließen vom "Unterstützter des deutschen Eishockeys" an den Deutschen Eishockey-Bund für die Präsentation bei seinen Nationalmannschaften 800.000 Euro. Über die Vertragslaufzeit von vier Jahren gerechnet lässt sich der Generalsponsor das Engagement somit 12 Millionen kosten, wobei das Investment laut Bereichsvorstand Stefan Magel "auf das Neukundengeschäft ausgelegt ist".
Dabei hielt sich die Begeisterung zunächst in Grenzen, weil der Namenszug "Penny DEL" ein Billigprodukt assoziiert. In der Tat: Teuer hat sich die DEL nicht verkauft. Überschlägig berechnet entfallen aus dem TV-Vertrag und Generalsponsoring auf jeden Klub zusammen 450.000 Euro. Das sind im Vergleich zu einem Fußball-Bundesligisten aus der Mitte der "Geld-Tabelle" weniger als ein Prozent und somit geradezu "kleines Geld". Zum Vergleich: Der SC Freiburg erhielt zuletzt allein aus Fernsehgeldern 47 Millionen Euro. Allerdings hatte man bei dem von "Sportfive" vermittelten Deal nach dem ausgelaufenen Vertrag mit dem Kunststoffhersteller Covestro auch keine starke Verhandlungsposition.

