Adler Mannheim: Das Tempo stimmt
Von Rainer Kundel
Mannheim. Dass Eishockey nach der späten Entscheidung für die neue Saison wieder im Gespräch ist, zeigt die Präsenz der Sportart selbst in einem Vorbereitungsturnier. Das ZDF als Sender, der seit Jahrzehnten dem Puck meist die kalte Schulter zeigt, entschied sich im Rahmen seiner Zweitverwertungsrechte in der Sportreportage für Ausschnitte vom Landesderby der Adler Mannheim gegen die Schwenninger Wild Wings, bei dem der Favorit mit einem 4:2 (1:0, 1:1, 2:1)-Erfolg den Gästen die erste Niederlage im MagentaSport-Cup beibrachte.
Es war ein Duell, dessen Mysterium angesichts regelmäßig großer Unterschiede im Tableau der DEL schon oft zum Thema wurde. Stellten doch die Puckjäger vom kleinen Standort am Neckarquell dem großen Rivalen in der Vergangenheit eher ein Bein, als es dessen Ambitionen lieb war. Und auch in der kommenden Punkterunde, die am 17. Dezember beginnen wird, bekommen es die Mannheimer aufgrund des Zwei-Gruppen-Modus ja mindestens viermal mit den "wilden Schwänen" zu tun. Da war es aus Mannheimer Sicht durchaus passend, sich zur Halbzeit des MagentaSport-Cups mit diesem Gegner zu messen, dem nach Siegen bei den Berliner Eisbären (5:1) und dem EHC München (2:1) eine gute Frühform bescheinigt wurde.
Auch Adler-Trainer Pavel Gross sieht in den auf sieben Positionen veränderten Schwenningern in dieser Corona-Saison eine wirklich gute Mannschaft. Eine Erkenntnis konnte der Mannheimer Coach aus der Partie auf jeden Fall ziehen: Das Tempo bei dauerhafter Überlegenheit stimmt, an der Präzision bei den Spielzügen ist noch Luft nach oben, was insbesondere für das Spiel im numerischen Vorteil zutrifft. Siebenmal durften die Blau-Weiß-Roten in Überzahl ran, nur bei Ablauf der vierten Strafzeit fand Marc Michaelis die Lücke zur Führung (16. Minute).
Der zu diesem Zeitpunkt nicht erwartete Ausgleich der offensiv zunächst wenig präsenten Gäste resultierte aus einer Doublette. Diesmal war eine Strafe gegen Larkin gerade abgelaufen, als Tyson Spink Dennis Endras überwand.
In einigen Sequenzen schien es, als könnten die Schwarzwälder die Partie ausgeglichen gestalten, aber gute Aktionen der Talente Brune und Elias verschafften den Adlern wieder Vorteile, die im 2:1 durch einen gewaltigen Handgelenkschuss von Jason Bast aus halblinker Position mündeten.
"Beide Teams lassen sich wenig Platz, wer die Kleinigkeiten besser macht, wird gewinnen", befand Abräumer Björn Krupp vor den letzten 20 Minuten. Ausgerechnet der Verteidiger sorgte aber nochmals für Spannung, als er kurz nach dem 3:1 von Lean Bergmann mit einem "Bolzen" Pfaffengut die Vorlage zum Anschlusstor lieferte. Dank des ersten Profi-Tores von Florian Elias (18) bleiben die Zähler am Ende aber recht ungefährdet im "Ufo".
Weiter geht’s bei nun sechs Punkten für die "Greifvögel" schon am Mittwoch mit dem vierten Spieltag beim EHC München.
Adler Mannheim - Schwenninger Wild Wings 4:2 (1:0, 1:1, 2:1); Tore: 1:0 Michaelis (16.), 1:1 Tyson Spink (24.), 2:1 Bast (38.), 3:1 Bergmann (46.), 3:2 Pfaffengut (47.), 4:2 Elias (55.); Schiedsrichter: Kopitz (Iserlohn), Rantala (Finnland); Strafminuten: 8/14; Zuschauer: keine zugelassen.

