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Adler-Test gegen München: Turnier mit Doppelfunktion

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Von Rainer Kundel

Mannheim. Marc Michaelis zog einen passenden Vergleich. "Es hat sich sehr komisch angefühlt. Es ist ein bisschen wie Fahrradfahren, man verlernt es nie, aber es braucht wieder etwas Anlaufzeit, um reinzukommen, wenn man aus der Übung ist", sagte der Mannheim-Rückkehrer nach acht Monaten ohne Eishockey. Auch für den 25-Jährigen war die vergangene Saison früh zu Ende, vor seiner Unterschrift unter seinen ersten NHL-Vertrag bei den Vancouver Canucks beim College Team der Minnesota State University Mankato schon im Januar.

Der Tenor nach dem Auftaktspiel der Adler Mannheim beim MagentaSport-Cup gegen den EHC München war einhellig. "Für den Anfang war es eine ordentliche Partie, und ich bin mir sicher, dass wir schon einige Erkenntnisse aus den 60 Minuten ziehen können", äußerte sich Matthias Plachta. Gespräche mit den Spielern sind aus bekannten Gründen derzeit nur den TV-Anstalten über Distanz möglich, die übrigen Medienvertreter müssen ihre Fragen einreichen und erhalten die Antwort von der Medienabteilung des Klubs.

Der Name Brendan Shinnimin war stark nachgefragt. Der Kanadier mit einer etwas zweifelhaften Vergangenheit aufgrund einiger Disziplinlosigkeiten aus seiner letzten Saison in Schweden fügte sich schnell ein, war der "Kopf" seiner Sturmreihe mit Markus Eisenschmid und Jason Bast und brachte viele Scheiben aus den Ecken an den Mann. "Es fühlt sich gut an, endlich wieder gegen einen richtigen Gegner zu spielen und nicht immer nur gegen Mannschaftskameraden. Heute war zwar jeder sehr aufgeregt, aber mit Spaß und viel Energie bei der Sache", meinte der 29-Jährige aus Saint Paul (Manitoba).

Pavel Gross, der nicht dafür bekannt ist, mit wenig schnell zufrieden zu sein, hat zwei starke Mannschaften gesehen. Er sagte: "Die ersten zehn Minuten gingen an München, aber die anderen 50 haben beide Seiten sehr ordentlich gespielt. Ich bin nicht unzufrieden. Die Fehler, die wir gemacht haben, lassen sich abstellen." Zu beweisen wäre dies am kommenden Donnerstag wieder im leeren "Ufo", gegen die Eisbären Berlin. Bis zum Abend dieses Tages wird sich auch entschieden haben, wie die neue Saison der DEL aussieht. Dass sie startet – vermutlich am 18. Dezember – dürfte inzwischen feststehen, weil auch die Nürnberg Ice Tigers und der ERC Ingolstadt grünes Licht für ihre Durchfinanzierung gaben und die Kölner Haie Anzeichen sendeten, dabei zu sein. Das wären derzeit elf Fix-Starter.

"Eine verkürzte Saison ist aber wahrscheinlich, um die weiten Reisen und damit verbundene Gefahren zu reduzieren", ließ Liga-Geschäftsführer Gernot Tripcke durchblicken, man habe aber für alle Fälle "verschiedene Modi ausgearbeitet".

Adler-Chef Daniel Hopp schließt einen Start auch mit weniger als vierzehn Teams nicht aus. "Wir wären mit dabei. Ich hoffe einfach, dass wir alle spielen werden, wenn es dann doch weniger sind, werden wir es trotzdem probieren", sagte der 40-Jährige am Rande des Spiels gegen München: "Ich habe mich entschieden, das wirtschaftliche Risiko einzugehen – aus Liebe zum Sport am Ende des Tages, auch wenn die Situation bitter ist, denn wir spielen Eishockey für die Fans." Entscheidend sei gewesen, "dass wir erlebbar sind und als Marke nicht verschwinden".

Jetzt heißt es Daumen drücken, dass sich mit zunehmender Reisetätigkeit – die Champions-League-Saison wurde sinnvollerweise bereits abgesagt – die Infektionszahlen nicht wie im Fußball und Handball nach Auftritten im Ausland mehren. Auch dafür stehen die Hygienekonzepte der acht Klubs im Vorbereitungsturnier auf dem Prüfstand. Neben dem Warm-up für die neue Saison ein weiterer Vorteil gegenüber den sechs zaudernden Standorten.

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