Adler Mannheim: Seider und Bergmann kommen nicht aus Amerika zurück
Von Rainer Kundel
Mannheim. Die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) gönnt sich schon im frühen Herbst eine englische Woche - eine Tradition am Vorabend zum Tag der Deutschen Einheit. Der siebte Spieltag führt die Adler Mannheim zur Düsseldorfer EG, die ihren Fehlstart mit Trainer Harold Kreis mit vier Siegen in Folge korrigiert hat. Einer will es gegen seinen ehemaligen Klub besonders wissen: Luke Adam, dem der Meister kein neues Vertragsangebot gemacht hatte, ist laut Rheinischer Post "heiß" auf die Adler. "Es fühlt sich ein wenig verrückt an, gegen die alten Kumpels zu spielen", wird der Außenstürmer in dieser Tageszeitung zitiert: "Das ist definitiv etwas Anderes als in meinen bisherigen Spielen für die DEG."
Ein Thema, das man in Mannheim allenfalls am Rande zur Notiz nimmt, zumal das Tischtuch mit dem 29-Jährigen so zerschnitten nicht sein kann: Der Neufundländer nahm die Einladung zur Banner-Zeremonie am 7. September gerne an und ließ sich beim Hit "Islander" von The Navigators in der SAP Arena feiern.
Beim Meister schaut man mit Trainer Pavel Gross prinzipiell auf Dinge, die man selbst beeinflussen kann. Die richtige Einstellung, das Füreinander-Einstehen, die Fehler des Mitspielers ausbügeln. Alles Dinge, die den Meister in der vergangenen Saison ausgezeichnet haben.
Nach einem kurzen Durchhänger werden diese auch wieder beherzigt. Tommi Huhtala geht in dieser Beziehung immer voran. "Auch in Ingolstadt sind wir über den Kampf zum Sieg gekommen", sagt der Finne. Sein Center Ben Smith ergänzt: "Unser Ziel muss es immer sein, defensiv gut zu stehen und den Gegner mit eigenen Chancen lange in seinem Drittel zu halten." Der US-Amerikaner trägt nach vier Toren und vier Assist-Punkten derzeit den roten Helm für den internen Topscorer.
Daneben haben weitere bewährte Kräfte aus der Meistersaison Fahrt aufgenommen. "Eisfresser" Joonas Lehtivuori kommt als Verteidiger wieder auf knapp 20 Minuten Einsatz pro Spiel, Dennis Endras weist bei vier Partien als Starter und einer Einwechslung für 15 Minuten 1,17 Gegentore im Schnitt und eine herausragende Fangquote von 94,7 Prozent auf. Der zur Entlastung geholte Johan Gustafsson hatte dagegen am Wochenende zuvor nach starken Vorstellungen in der Champions League ein unglückliches Liga-Debüt mit zehn Gegentreffern.
Inzwischen steht fest, dass der Adler-Kader entgegen stiller Hoffnungen vorerst keinen Zuwachs durch Nordamerika-Rückkehrer erhält. Erstrundendraft Moritz Seider (18) wird von den Detroit Red Wings trotz reichlich Lob in den Vorbereitungsspielen an deren Farmteam Grand Rapid Griffins abgegeben, und Lean Bergmann (21) hat bei den San Jose Sharks sogar Chancen, zum NHL-Saisonstart in dieser Woche direkt in die vierte Sturmreihe zu rücken. Schließlich erhielt der aufgrund des U23-Kontingents keine Alternative darstellende Tobias Rieder (26) bei den Calgary Flames einen für NHL-Verhältnisse kleinen "Zweiwege-Vertrag" über ein Jahr mit einem Salär von 700.000 US-Dollar. Alternativen bieten sich nur durch die Förderlizenzspieler der Heilbronner Falken, wo Yannik Valenti und Pierre Preto in der DEL2 regelmäßig punkten.
DEL, Mittwoch, 19.30 Uhr: Düsseldorfer EG - Adler Mannheim.

