Eppelheim: Seit Wochen lagern auch Asbestabfälle bei der Eishalle
Eppelheim. (aham) Aufschriften wie "Gesundheitsgefährdung bei Einatmen" oder "Kann Krebserkrankungen hervorrufen", dazu noch Symbolbilder von Gasmasken und Sicherheitsanzügen: Beim Anblick der riesigen Müllsäcke vor der Eissporthalle kann einem angst und bange werden. In ihnen befinden sich Asbest- und Glaswollplatten. Denn die "Eisbären", der Eppelheimer Eishockeyclub, haben gerade das Dach ihrer Sportstätte erneuern lassen - und das mit mehr Ärger als erwartet.
Bei einigen Bürgern hatten die Müllberge Missmut hervorgerufen: Einerseits sind da die Aufschriften vom gesundheitsgefährdenden Inhalt, andererseits hat ein Sack etwa einen großen Riss und manche sind nicht richtig geschlossen. Dazu meint ein Vorstandsmitglied auf RNZ-Anfrage: "Bei uns hat sich niemand beschwert." Zudem sei der Parkplatz Privatgelände. Nichtsdestotrotz haben die "Eisbären" eine gute Nachricht: Die Säcke sollen diese Woche abtransportiert werden.
Seit 1993 ist Asbest in Baumaterialien verboten, da das Material Krebs verursachen kann. Das Dach der Eissporthalle stammt noch aus dem Jahr 1983. Zuletzt war es undicht - was nicht gerade günstig ist in einer Halle, in der es von September bis Ostern eisig sein muss. Also beschloss der Verein, das Dach zu erneuern und gab das Ganze als "Komplettpaket" in Auftrag, wie ein Mitglied des Vorstands auf RNZ-Nachfrage berichtet. Rund 200.000 Euro ließen sich die "Eisbären" das kosten. "Das neue Dach hätte eigentlich schon im Juli fertig sein sollen", berichtet das Vorstandsmitglied, das namentlich nicht genannt werden möchte.
Aber die Dacherneuerung verzögerte sich. "Es ist jetzt erst langsam fertig", so der Vorstand. Die Baugerüste stehen noch und die schädlichen Abfälle lagern noch in Riesensäcken auf dem Vereinsgelände. "Die Säcke hätten schon längst abgeholt werden sollen", berichten die "Eisbären". Doch die beauftragte Firma reagierte einfach nicht auf das Drängen des Vereins. "Jetzt haben wir uns direkt an den ohnehin beauftragten Subunternehmer gewandt und zahlen für den Abtransport nochmal extra." Obwohl dies eigentlich schon im vereinbarten Gesamtpreis enthalten sei.

