Adler Mannheim gegen Augsburg und Köln: Noch vier Punkte bis zum Etappenziel
Von Rainer Kundel
Mannheim. Die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) ist auf der Zielgeraden der Hauptrunde angekommen. Dabei wollen sich die Adler Mannheim, seit 19 Wochen Tabellenführer, die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen. Beim Training vor dem 51. und 52. Spieltag herrscht hohe Konzentration und gute Stimmung. Eine Stunde haben die Athletiktrainer Ronny Arendt und Patrick Högberg mit dem Team hinter verschlossenen Türen gearbeitet, Punkt 11 Uhr kommen die Cracks aufs Eis. Erstmals seit einer Ewigkeit mit "voller Kapelle", 22 Feldspieler plus zwei Torhüter tummeln sich in der Nebenhalle Süd, elf im blauen, zehn im roten, die Keeper im schwarzen Leibchen, Einer in weiß: Thomas Larkin ist zwei Monate nach einem Knöchelbruch an der Hand wieder im Mannschaftstraining, für das Wochenende allerdings noch keine Alternative. Erst am Montag steht beim Verteidiger die ärztliche Abschlussuntersuchung an.
Nach gut einer Stunde der 75-Minuten lange Einheit wird die Stimme von Cheftrainer Pavel Gross etwas lauter, eine Übung ist nach seinem Geschmack nicht mit der letzten Konsequenz ausgeführt worden. "Wir haben nochmals speziell das Umschaltspiel trainiert", berichtet Gross eine Dreiviertelstunde später im Gespräch mit den Medienvertretern.
Während dessen verabschiedet sich Ben Smith frisch geduscht zum Termin bei seinem Deutschlehrer, unterschreibt im Vorbeigehen noch einige bereitgelegte Trikots für Fans und Partner des Klubs. "Es geht nochmals gegen zwei Playoff-Teams, gegen die wir hart arbeiten müssen. Wir wollen uns der Form annähern, die wir auch ab dem Viertelfinale zeigen wollen", erklärt Smith vor dem Auftritt in Augsburg (heutigen Freitagabend, 19.30 Uhr) und der Verabredung mit den Kölner Haien am übermorgigen Sonntagnachmittag in der ausverkauften SAP Arena.
Es sei eine Frage des Stolzes, den ersten Platz nach über 16 Wochen nicht mehr abzugeben, sagt Smith. Um aus eigener Kraft als Hauptrundenbester in ab 13. März in die Playoffs zu gehen, braucht man noch vier Punkte. Vermutlich reichen drei. Die Tordifferenz ist im Vergleich zum EHC München, der in Schwenningen und gegen Bremerhaven antritt, um elf Treffer besser.
Indes meidet Gross das Wort "Playoff" weiterhin. "Über das Viertelfinale verlieren wir noch keine Gedanken, es geht heute um 19.30 Uhr darum, in Augsburg unsere Leistung aufs Eis zu bringen", sagt Trainer "Wir wollen dort bleiben, wo wir jetzt sind. Das haben wir uns verdient", sieht der 50-jährige den Hauptrundentitel als Lohn für die zurückliegenden Monate. Eine Note für die zurückliegenden Wochen möchte Gross nicht vergeben ("Ich bin keine guter Lehrer"), er beschreibt lieber in Sätzen, was ihm bei seiner Mannschaft gefallen hat. "Die Konstanz, die Arbeitseinstellung, das sind alles gute Menschen".
Der dritte Platz der Augsburger sei für ihn keine große Überraschung, "sie spielen erfolgreiches, einfaches Eishockey mit Chip-Pässen von hinten raus und haben eine Mischung aus Robustheit und Kreativität beisammen" - überraschen kann die "Puppenkiste" den Erfolgstrainer wohl kaum. Wer bei dem fast wieder kompletten Kader mithilft, im Curt-Frenzel-Stadion die Tore zu schießen, darauf legte sich Gross noch nicht fest. "Momentan haben wir 14 gesunde Stürmer", weshalb zuletzt in Nürnberg Krämmer und Hungerecker pausierten und der häufig verletzte Raedeke vierte Reihe rutschte.
Auch wenn das Line-up der Adler noch nicht endgültig ist - eines steht fest: Augsburg wird heute Abend zum Nabel der beiden Profi-Ligen mit dem höchsten Zuschaueraufkommen. Innerhalb einer Stunde treten sowohl die Panther gegen den Tabellenführer der DEL als auch Fußball-Bundesligist FCA gegen Borussia Dortmund an. Die bayrischen Schwaben können somit zum "Steigbügelhalter" für die lauernden Klubs aus der Landeshauptstadt München werden.
DEL, Freitag, 19.30 Uhr: Augsburger Panther - Adler (live in Sport1); Sonntag, 14 Uhr: Adler - Kölner Haie.

