Adler Mannheim: Eisenschmid beschenkt Kink
Von Rainer Kundel
Düsseldorf. Die Adler Mannheim bleiben beharrlich mit einem sieben-Punkte-Abstand an der Spitze der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Mit einem spät heraus geschossenen und geduldig erkämpften 2:1 (0:0, 1:1, 1:0)-Sieg bei der defensiv eingestellten Düsseldorfer EG errangen die Kurpfälzer am 44.Spieltag ihren 100. Punkt in der Hauptrunde. Der Altmeister aus Düsseldorf war bis Anfang Dezember ein ernsthafter Verfolger der Adler, hat jedoch aufgrund von elf Heimniederlagen und 17 Punkte-Verlusten nach Verlängerungen die Sicht auf den Platz an der Sonne eingebüßt.
Für das gewohnt abwartend auftretende Team von Harold Kreis heißt es deshalb, sich das Heimrecht im Playoff-Viertelfinale auf den Plätzen drei oder vier zu sichern. Im gut besuchten Rather ISS-Dome mussten die Adler mit dem angeschlagenen Brendan Mikkelson nach Seider und Larkin auf den dritten Verteidiger verzichten. Für den Kanadier rückte nach auskurierter Hüftverletzung wieder Janik Möser in die Aufstellung.
Große Chancen blieben auf beiden Seiten zunächst Mangelware. Für die Gäste hatte Eisenschmid (6. Minute) in Unterzahl die Führung auf der Kelle, auf der Gegenseite verbreitete Topscorer Gogulla (45 Punkte in 43 Partien) die größte Gefahr von Pickard. "Beide Mannschaften reißen noch nicht alles auf, wir möchten aber auf jeden Fall die drei Punkte mitnehmen", beurteilte Adler-Kapitän Marcus Kink in seinem 800. Ligaspiel für die Adler die anfängliche Flaute.
Es dauerte lange, bis die Gross-Schützlinge ihr gewohntes Forechecking durchsetzten. Erst Richtung Spielzeitmitte wurde der Offensivgeist beider Teams wach. In eine Drangphase der DEG hinein platzte die Adler-Führung, als Markus Eisenschmid (29.) Niederberger nach einem geblockten Schuss und überlegtem Querpass von Festerling mit einem Drehschuss bezwang. Beeindruckt zeigten sich die Gastgeber davon keinesfalls, der Ausgleich ließ nur knapp zwei Minuten auf sich warten. Dabei ließ der Norweger Ken Andrè Olimb Akdag stehen und versteckte Pickard die Scheibe mit einem verzögerten Schuss in den Winkel.
Ohne Phil Hungerecker - der Stürmer blieb aus nicht bekannten Gründen im letzten Drittel draußen - hatten die Blau-Weiß-Roten im Schlussabschnitt optische Vorteile. Zunächst mussten sie jedoch bei der einseitigen Strafen-Verteilung zwei Unterzahlsituationen routiniert lösen, was Trainer Pavel Gross kurz in Rage versetzte und einen der Schiedsrichter an die Bande zitierte.
Die einzige Überzahl für seine Mannschaft verlief noch fruchtlos, doch der Trainer hat ja noch Markus Eisenschmid: Die DEG ließ in der neutralen Zone einen "Turnover" zu und der Allgäuer vollstreckte im Alleingang 73 Sekunden vor der Sirene zum Siegtor. "Ich bin hier her gekommen, um drei Punkte mitzunehmen", kommentiere der Doppeltorschütze sein 15. und 16. Saisontor und kündigte an, auch am Sonntag im baden-württembergischen Duell in Schwenningen "etwas reißen" zu wollen.
Düsseldorfer EG - Adler Mannheim 1:2 (0:0, 1:1, 0:1) ; Tore: 0:1 Eisenschmid (29.), 1:1 Olimb (31.), 1:2 Eisenschmid (59.); Schiedsrichter: Iwert (Harsefeld), Piechaczek (Landsberg); Strafminuten: 2+10 Disziplinar Laub /8; Zuschauer: 12265.

