Adler Mannheim: Zum Jahresausklang klappts noch mit dem Siegen
Von Rainer Kundel
Mannheim. 9, 4 - 6, 2 - das sind nicht etwa aktuelle Lottozahlen, sondern die Serien, die die Adler Mannheim in der umfangreichen Hauptrunde der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) hinter sich haben. Neun Siegen folgten ab Ende November vier Niederlagen, sechs weiteren Erfolgen dann wieder zwei Pleiten. Auf eine Verlängerung der letzten Serie ließ sich der Tabellenführer dann doch nicht ein und bot seiner großen Fangemeinde mit einem erst spät gesicherten 4:1 (1:0, 1:1, 2:0)-Arbeitssieg gegen starke Fischtown Pinguins Bremerhaven einen gelungenen Jahresausklang.
"Unser Meeting am Samstag war sehr intensiv", erzählte Pavel Gross über seine Kabinenansprache am Tag nach der reichlich kurios zustande gekommenen 4:5-Niederlage in Krefeld. Schon zuvor redete der Coach öffentlich Klartext: "Ich war richtig sauer. Wir waren in der Rückwärtsbewegung faul, haben uns ausspielen lassen und die Verantwortung für die Scheibe abgegeben. Es sind immer wieder die gleichen Spieler mit den gleichen Fehlern", ärgerte sich der Perfektionist.
Personelle Konsequenzen hatte der Auftritt im Rheinland noch nicht, dafür ist die Verletztenliste zu groß. Nachdem sich für gestern auch noch Thomas Larkin abgemeldet hatte - für den Verteidiger rotierte Cody Lampl in die Defensive und bot eine starke Leistung - zählen die Physiotherapeuten wieder fünf Verletzte. Der am Freitag in der Anfangsphase ausgeschiedene Mark Katic (Cut am Hals) war dagegen wieder einsatzfähig.
Klar war, das sich die Adler gegen die stark kanadisch geprägten Seestädter nicht nochmals von ihrer anfälligen Seite zeigen konnten. Die Gäste waren mit der Empfehlung von 109 erzielten Treffern als zweitbeste Offensive der Liga angereist und hatten gerade die Grizzlys Wolfsburg mit 8:1 deklassiert. Auch gestern war der Rangsechste lange Zeit gleichwertig, das offizielle Schussverhältnis von 34:25 täuscht etwas über den wahren Spielverlauf hinweg. Erst mit dem Tor zum 4:1, bei dem Phil Hungerecker sieben Minuten vor Schluss nach einem raumgreifenden Pass von Lampl sein Break abschloss, durften sich die Hausherren ihrer drei Zähler sicher sein.
Zwar legte der vor zwei Tagen bei der Verrichtung seiner Defensivarbeit äußerst nachlässige Luke Adam (14., 26.) zwei Treffer vor, frei von einer Zitterpartie war das Geschehen jedoch keinesfalls. Nachdem im Powerplay anfangs wenig zusammenlief, man in Unterzahl aber das 2:1 durch Urbas (32.) kassierte, als ein Klärungsversuch von Reul missglückte, erarbeiteten sich die Pinguine etliche gute Einschussmöglichkeiten, die Dennis Endras mit Unterstützung des verbesserten Abräumkommandos allesamt entschärfte. "Es war wichtig, dass sich in unseren Köpfen nach zwei späten Niederlagen nichts festgesetzt hat", berichtete Adam, "wir haben auf unsere Fehler die passende Antwort gegeben."
"Das 3:1 hat uns etwas den Nerv gezogen", konnte man Pinguin-Trainer Thomas Popiesch nicht widersprechen, denn der Treffer von Markus Eisenschmid direkt im Anschluss an das gewonnene Bully von Desjardins unterbrach nach fünf Minuten im letzten Drittel eine Sturm- und Drangphase der läuferisch nahezu ebenbürtigen Bremerhavener. "Wir haben uns gefragt, warum wir unsere Siegermentalität verloren haben", gab Pavel Gross aus seiner Ansprache preis, "heute ist sie in großen Teilen wieder zurückgekehrt."
Adler Mannheim - Fischtown Pinguins Bremerhaven 4:1 (1:0, 1:1, 2:0), Tore: 1:0 Adam (14.), 2:0 Adam (26.), 2:1 Urbas (32.), 3:1 Eisenschmid (45.), 4:1 Hungerecker (54.); Schiedsrichter: Iwert (Harsefeld), Rohatsch (Lindau); Strafminuten: 6/10; Zuschauer: 13.178.

