Eishockey
News melden
Nachrichten

Eishockey: Adler Mannheim haben den "größten Umbruch der Klubgeschichte"

0

Von Rainer Kundel

Mannheim. Daniel Hopp, seit fast 20 Jahren Geschäftsführer der Adler Mannheim, hat arbeitsreiche Monate hinter sich: "Nach unserer Entscheidung vom Dezember, den Klub neu aufzustellen, war es die größte Arbeitsbelastung seit ich hier tätig bin", berichtete der 37-Jährige dieser Tage. Gleichzeitig freut sich der Klubchef, dass "wir bis Februar die wichtigsten Positionen, nämlich die der Trainer und des Sportmanagers, neu besetzten konnten".

Das galt auch für die Ausrichtung des Spielerkaders, wo der neue Manager Jan-Axel Alavaara mit Unterstützung von Sportdirektor Marcus Kuhl nach dem Motto handelte: "Der frühe Vogel fängt den Wurm". Acht der zehn Zugänge waren bis Mitte April eingetütet.

Man sei Dank Kuhl "immer handlungsfähig" gewesen. "Es ist viel passiert bei uns in den letzten Monaten, es war der größte Umbruch in der Klubgeschichte", ordnete Hopp die Situation beim siebenfachen deutschen Eishockeymeister ein und forderte etwas Geduld ein, sollte sich der Erfolg nicht sofort einstellen. "Wir sind aber von unserem Konzept überzeugt, sich mehr für den Nachwuchs zu öffnen und werden diesen Weg mit großer Konsequenz weiter gehen."

Eine Neuausrichtung gebe es "nicht zum Nulltarif", gestand Hopp ein. Wenngleich sein Mit-Geschäftsführer Matthias Binder - wie seit 2015 üblich - keine Etatzahlen preisgab. Mit Ausnahme, dass man mit 10.500 Besuchern im Schnitt der 26 Heimspiele der Hauptrunde kalkuliere. Berücksichtigt man die Erweiterung des Funktionsteams auf inzwischen 23 Personen, darunter 16 in Festanstellung, wovon allerdings auch die Nachwuchsförderung und der Ausbau der Kooperation mit den Heilbronner Falken profitiert, die nagelneue Kabine und Ausgleichszahlungen für die Auflösung von fünf bis 2019 laufenden Spielerverträgen, dann dürfte sich der Etat Schätzungen zufolge jedoch inzwischen jenseits der Zwölf-Millionen-Grenze bewegen. Was die Zukunftserwartungen betrifft, ist sich der neue Trainer Pavel Gross (Dreijahresvertrag) mit seinem langjährigen Vertrauten und Assistenten Mike Pellegrims klar, "dass wir geholt wurden, um etwas zu gewinnen".

Dazu brauche er zwei starke Torhüter, für seine Spielidee laufstarke Verteidiger, intelligente Center und schnelle Flügelstürmer. "Ich glaube an die Mannschaft, so wie sie derzeit auf dem Eis steht", versicherte der 50-Jährige. Zufrieden sei er, "wenn wir konstant als Team auftreten. Es nützt nichts, wenn uns ein Mann zwei, drei Spiele gewinnt, sonst aber untertaucht".

Beim morgendlichen ersten Eistraining mit in fünf verschieden farbigen Leibchen aufgeteilten Gruppen fehlten noch Denis Reul (Reha nach Fußoperation vor fünf Wochen) und Marcel Goc (Grippe). Marcus Kink (33) vernahm eine deutliche Aufbruch-Stimmung: "Ich bin ja schon lange da, aber diesmal ist wirklich viel anders, es fühlt sich an wie ein Neustart". Der seit 2010 amtierende Kapitän wollte nicht bestätigen, dass er in dieser Funktion auch im neunten Jahr tätig ist. "Ich hatte mit Pavel ein Gespräch, lasst euch überraschen", beschied der Garmischer die Medienvertreter. Der Trainer hielt sich dazu bedeckt: "Wir werden das in Kürze entscheiden." In den nächsten sechs Wochen will Gross an seinem System "gestalten und feilen". Der bei neun Verteidigern und vierzehn Stürmern zu erwartende Kampf um die Plätze sei gewollt. "Ich mag den Konkurrenzgedanken", sprudelte es aus dem Coach nur so heraus.

Wie man sich Pavel Gross denn als Trainer vorstellen müsse, wurde Jan-Axel Alavaara gefragt. Der Schwede muss es ja wissen, er tanzte ab 2010 drei Jahre nach der Pfeife des Deutsch-Tschechen in Wolfsburg. "Pavel arbeitet sehr strukturiert und sagt einem ins Gesicht, wenn er etwas verbessert haben will." Klare Ansage also bei den Adlern?

Comments

Комментарии для сайта Cackle
Загрузка...

More news:

Read on Sportsweek.org:

Andere Sportarten

Sponsored