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Eishockey-WM in Dänemarkt: Deutschland tritt ohne 14 Silbermedaillen-Gewinner an

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Von Rainer Kundel

Herning/Mannheim. Nach acht Vorbereitungsspielen und dem Ende der Finalserie in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) hat Eishockey-Bundestrainer Marco Sturm Mut bewiesen und geht mit einem stark verjüngten Kader in die am Freitag in Dänemark (Kopenhagen und Herning) beginnende Weltmeisterschaft. Im Vergleich zum Team, das vor zehn Wochen in Südkorea überraschend Olympia-Silber holte, fehlen aus unterschiedlichen Gründen gleich 14 Spieler. Darunter die Mannheimer David Wolf und Marcus Kink (angeschlagen), Marcel Goc (Rücktritt) sowie Dennis Endras und Sinan Akdag (nicht berücksichtigt).

Einziger Adler ist somit Stürmer Matthias Plachta, sieht man von Neuzugang Nicolas Krämmer ab, der bei der WM noch für seinen bisherigen Klub Kölner Haie geführt wird. Der Verzicht auf Akdag überrascht insofern, als mit Ausnahme von Yannic Seidenberg von Meister EHC München keine klassischen Offensivverteidiger im Kader stehen.

"Die erfahrenen Akteure aus der NHL und der DEL sind unsere Führungsspieler. Inklusive Debütanten verfügen wir über eine gesunde Mischung", ist sich Sturm sicher, seine Zielsetzung zu erreichen. Die lautet: Den Platz unter den Top acht verteidigen, was gleichbedeutend mit dem Erreichen des Viertelfinals wäre. Derzeit nimmt die DEB-Auswahl Platz sieben in der Weltrangliste ein. Rückschlüsse aus dem Olympia-Turnier zu schließen, verbieten sich angesichts der Ausgangslage "Die WM ist ein ganz anderes Turnier, die Topnationen treten alle mit ihren NHL-Spielern an", dämpft Verbandspräsident Franz Reindl schon einmal die Erwartungen.

Angeführt von den NHL-Stützen Leon Draisaitl, Dennis Seidenberg und Korbinian Holzer fällt eine deutliche Verjüngung des Kaders ins Auge. Aufgrund der hohen Belastungen - im Olympiajahr kamen einige Spieler bereits auf 90 Spiele - eine richtige Entscheidung, die gleichzeitig den altersbedingten Umbruch einleitet. Bei den Torhütern, wo Niklas Treutle und Mathias Niederberger hinter der Nummer eins Timo Pielmeier kaum internationale Erfahrung vorweisen können, hält man sich bei drei möglichen Nachnominierungen ein Hintertürchen offen: Sollten die Washington Capitals in der zweiten Playoff-Runde der NHL ausscheiden, würde man wie im Vorjahr noch während der Gruppenspiele auf die Klasse von Philipp Grubauer setzen.

Bei nur noch zehn verbleibenden "Silber-Helden" von Pyeongchang geben sieben Akteure ihr WM-Debüt. Erstmals dabei sind neben den beiden Torhütern noch Bernhard Ebner, Sebastian Uvira, der ehemalige Jungadler-Kapitän Marc Michaelis (Minnesota State University), Markus Eisenschmid (Laval Rocket/AHL) und Manuel Wiederer (San José Barracuda/AHL).

Indes vergeht keine WM-Vorbereitung ohne mahnende Worte des Bundestrainers. Darin unterscheidet sich der "Silberschmied" von keinem seiner Vorgänger. Sturm äußert deutliche Kritik an dem von der DEL vorgestellten Nachwuchskonzept, das ab der kommenden Saison greift. "Wenn das die endgültige Lösung ist, dann ist ein Top-Acht-Platz in der Weltrangliste in der Zukunft nicht machbar", wird der ehemalige NHL-Stürmer im Fachmagazin Eishockey-News zitiert. Das Konzept sieht eine über mehrerer Jahre gehende stufenweise Integration von Spielern unter 23 Jahren vor. "Bei den Jahrgängen ab 2001 ist die Basis wieder breiter, zunächst steht uns aber eine harte Phase bevor".

Der Kader:

Torhüter: Pielmeier (Ingolstadt), Treutle (Nürnberg), Niederberger (Düsseldorf)

Verteidiger: D. Seidenberg (New York Islanders /NHL), Holzer (Anaheim/NHL), Y.Seidenberg (München), Ebner (Düsseldorf), Krupp (Wolfsburg), Mo.Müller (Köln), J.Müller (Berlin), Mebus (Nürnberg)

Stürmer: Hager, Kahun (München), Mirko Höfflin (Schwenningen), Pietta (Krefeld), Krämmer, Uvira (Köln), Ehliz (Nürnberg), Plachta (Mannheim), Noebels (Berlin), Draisaitl (Edmonton/NHL), Tiffels (Wilkes Barre /AHL), Michaelis (Minnesota State University), Wiederer (San Jose Barracuda /AHL), Eisenschmid (Laval/AHL).

Vorrunden-Spielplan: 4. Mai: Deutschland-Dänemark (20.15 Uhr); 6. Mai: Deutschland-Norwegen (16.15 Uhr); 7.Mai: Deutschland-USA (16.15 Uhr); 9.Mai: Deutschland-Südkorea (16.15 Uhr); 12.Mai: Deutschland-Lettland (12.15 Uhr); 13.Mai: Deutschland-Finnland (20.15 Uhr); 15. Mai: Deutschland-Kanada (16.15 Uhr); alle Spiele live in Sport1.

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