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Adler Mannheim: Von hoffnungslos zum Happy End?

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Mannheim. (dpa-lsw) Noch vor drei Monaten waren die Adler Mannheim ein am Boden zerstörter Club ohne Hoffnung. Doch seit einer Aussprache mit den Fans hat der Traditionsverein eine imposante Aufholjagd hingelegt - und steht nun im Viertelfinale gegen den ERC Ingolstadt.

Am Ende einer scheinbar hoffnungslos verkorksten Eishockey-Saison haben die Adler Mannheim doch noch alle Chancen auf ein Happy End - einer nächtlichen Aussprache sei Dank. Von Mittwoch an (19.30 Uhr) geht es in einer Neuauflage des Finalduells von 2015 gegen den ERC Ingolstadt um den Einzug ins Halbfinale. Vor drei Jahren wurden die Adler Meister, auch dieses Mal gibt es Chancen. "Natürlich denke ich noch an 2015. Das sind positive Erinnerungen, die mich beflügeln", betonte Torwart Dennis Endras. "Klar ist aber auch: Am Mittwoch beginnt eine neue Serie." Als Fünfter der Hauptrunde qualifizierte sich sein Team direkt für das Viertelfinale. Beim Blick zurück ist das vor allem: eine große Überraschung.

Noch am 5. Januar, nach einem 0:5 gegen die Kölner Haie, schien der siebenfache deutsche Meister zerstört. Platz zwölf, großer Rückstand auf die Playoff-Plätze. Die Trennung von Manager Teal Fowler und Trainer Sean Simpson zum alten Haudegen Bill Stewart zeigte bis dahin keine Wirkung. In der Nacht auf den 6. Januar empfingen rund 150 Fans den Mannschaftsbus vor der heimischen SAP Arena und forderten das Team zu einer Aussprache auf. Kapitän Marcus Kink, Stürmer David Wolf und Endras aus dem Mannschaftsrat stellten sich. Was folgte: 29 Punkte aus 13 Spielen und Platz fünf in der Hauptrundentabelle der Deutschen Eishockey Liga (DEL).

Bill Stewart machte die Vorkommnisse des 6. Januar als Knackpunkt aus. "Das hat uns als Gruppe aufgeweckt", betonte der Trainer. "Die Fans haben den Spielern gezeigt, dass die Adler ihr Leben sind. Ich muss aber auch den Hut davor ziehen, wie die Mannschaft darauf reagiert hat." Kink sah das ähnlich. "Wir haben uns die Kritik zu Herzen genommen», sagte der Kapitän. "Klar ist aber: Wir als Mannschaft haben uns aus dem Tief gekämpft."

Vor allem die Leistungen nach den vier Wochen Olympia-Pause in der DEL beeindruckten. Mit Siegen bei den Schwenninger Wild Wings (4:1), gegen die Kölner Haie (2:0) und bei den Augsburger Panthern (4:3 nach Penaltyschießen) schoben sich die Adler noch vom neunten auf den fünften Rang vor - und das, obwohl sie sieben Spieler zu den Winterspielen schickten. "Ich muss den Jungs Respekt zollen, wie sie die körperlichen und mentalen Anstrengungen weggesteckt haben", betonte Kink, der seine Mannschaft noch nicht am Ende ihrer Reise sieht: "Wir haben Blut geleckt und werden uns nicht auf dem ausruhen, was wir in den vergangenen Wochen erreicht haben, sondern um neue Erfolge kämpfen."

Stewart, der am Dienstag bestätigte, dass er nach den Playoffs seine Trainerkarriere beenden, dem Eishockey-Sport allerdings in anderer Funktion erhalten bleiben wird, redete seinen Anteil an der Trendwende klein: "Der Beitrag von uns Trainern konnte nur Früchte tragen, weil die Spieler zuvor ihren Beitrag geleistet hatten. Es sind die Spieler, die einen Coach zu einem guten Trainer machen."

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