Major-Rückkehr
Bernd Wiesberger macht es am Finaltag der Turkish Airlines Open zwar enorm spannend, am Ende reicht dem Burgenländer aber eine finale 71 (-1) und Rang 13 um in zwei Wochen bei den PGA Championship die Rückkehr auf die Majors feiern zu können.
Dank des sensationellen Sieges in der Vorwoche in China rücken für Bernd Wiesberger plötzlich auch wieder Majorteilnahmen in den Fokus. Die erste seit den Open Championship im Jahr 2019 könnte er bereits diesen Sonntag fixieren, denn den ersten drei des Asian Swing-Rankings winkt ein Startplatz in Aronimink. Derzeit rangiert der Südburgenländer in eben diesem Ranking auf Rang 2 und liegt somit voll auf Kurs. Gegessen ist der Käse jedoch noch lange nicht, denn etliche direkte Konkurrenten liegen in der Türkei gut im Rennen, weshalb es durchaus sein kann, dass es am Sonntag nach dem Turnier wirklich noch zu einem Rechenspiel wird.
Bernd hätte es jedoch selbst in der Hand, denn am Moving Day arbeitete er sich mit einer 69 (-3) bis auf Rang 17 nach vor und startet sogar nur mit vier Schlägen Rückstand auf die Spitze in den finalen Sonntag. Diese bilden jedoch mit Mikael Lindberg (SWE) und Daniel Rodrigues (POR) zwei unmittelbare Konkurrenten um den so heiß begehrten Major-Startplatz. Beide würden nach derzeitigem Stand der Dinge Bernd noch überholen. Doch auch Ugo Coussaud (FRA) in erster Verfolgerrolle, Marcus Armitage (ENG) oder Ewen Ferguson (SCO) könnten dem 40-jährigen durchaus noch gefährlich werden.
Zwar verpasst Bernd auch beim vierten Anlauf am anfänglichen Par 5 das erhoffte Birdie, nimmt dafür jedoch vom trickreichen Par 3 danach ein ganz souveränes weiteres Par mit und findet so durchaus solide in die finale Umrundung. Auf der 3 passt dann erstmals das Wedge perfekt und aus einem halben Meter schnappt er sich schließlich verdient das erste Birdie. Auf den Geschmack gekommen parkt er auch den nächsten Approach am darauffolgenden Par 5 nur gut zwei Meter von der Fahne entfernt und schnürt so sogar den roten Doppelpack, der ihn bereits in die Top 10 bugsiert.
Voll "on fire" passt auch das Eisen ins 5. Grün und da der Putter auch aus einem guten Meter wieder perfekt mitspielt und er so sogar den Birdiehattrick perfekt macht, spielt sich der Burgenländer nicht nur bereits bis zu den Top 3 nach vor, sondern bringt sich sogar erneut ins Titelrennen. Auch danach zeigt er weiterhin von Tee bis Grün eine bärenstarke Leistung, allerdings will sein Odyssey Putter nicht mehr so recht mitspielen und verweigert am Weg zu weiteren Birdies vorerst die Mitarbeit. In Verlegenheit einen Schlag abgeben zu müssen kommt er aber nie und da er am letzten Par 5 stark das Grün attackiert und absolut stressfrei das nächste Birdie einsackt, rücken die PGA Championship für den Burgenländer immer näher.
Nervenflattern im Finish
Wie aus dem Nichts erwischt es ihn dann aber plötzlich auf der 15, da er sich nach knapp verfehltem Grün nicht mehr zum Par scramblen kann und so auch das erste Bogey aufleuchten hat. Das scheint auch ein ziemlicher Wirkungstreffer zu sein, denn am darauffolgenden Par 3 bleibt der Abschlag deutlich zu kurz und da der lange Parputt nicht fällt, erscheint prompt der nächste Schlagverlust auf der Scorecard. Nach weiteren Ungenauigkeiten wird schließlich auch auf der 17 der Puls deutlich schneller, allerdings stopft er diesmal nervenstark den 2,5 Meter Putt und schaufelt so noch ein immens wichtiges Par auf die Habenseite.
Am Schlussloch zieht dann der Drive aber zu weit nach links und verschwindet schließlich im H2O. Mit viel Gefühl kratzt er am Ende aber noch das Bogey auf die Scorecard, womit nach der 71 (-1) wie befürchtet das große Hoffen losgeht. Mit dem Rechenschieber in der Hand muss er noch heftig zittern, ehe er am Ende die Gewissheit hat, dass er mit Rang 13 den Top 3 im Asian Swing als 2. erhalten bleibt, womit er bei den PGA Championship in zwei Wochen nach über fünfjähriger Pause die Rückkehr auf die Majors feiern wird.
"Die ersten 14 Löcher waren richtig gut, die letzten vier dann echt nix mehr. Ganz ehrlich, das fühlt sich grad wie ein weggeschmissenes Turnier an von mir. Es ist natürlich schön, dass ich in Aronimink mit dabei bin und das verändert jetzt auch meinen unmittelbaren Turnierplan etwas, aber es war jetzt nicht unbedingt ein Ziel von mir heuer. Aber klar bin ich froh, dass ich übers Mini-Ranking dank der beiden starken Wochen jetzt genügend Punkte gesammelt hab um bei dem Turnier dabei sein zu können", so Bernd nach dem Turnier, trotz der Rückkehr auf die Majors, sichtlich etwas angefressen.
Mit Marcel Schneider kann der einzig verbliebene Deutsche im Feld am Finaltag nicht mehr zulegen und kommt über eine 72 (Par) nicht hinaus. Mikael Lindberg (SWE) zeigt in den unangenehmen Verhältnissen eine richtig starke Leistung und fährt schließlich mit einer 69er (-3) Finalrunde und bei gesamt 10 unter Par seinen ersten DP World Tour Sieg der Karriere ein.
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