Sepp Straka startet in Augusta über Par
Sepp Straka erwischt zum Auftakt des Masters zwar einen guten Start, hat in Folge jedoch immer wieder alle Hände voll zu tun und unterschreibt im Augusta National GC am Donnerstag schlussendlich eine 73 (+1).
Zum bereits fünften Mal steht Sepp Straka heuer im Rahmen des Masters in den berühmten Tee Boxen des Augusta National GC und brennt mit Sicherheit nach dem Missed Cut im Vorjahr, wo zum ersten Mal bei österreichischer Beteiligung ein Wochenende ohne rot-weiß-rot über die Bühne ging, auf Revanche. Den malerischen Platz mit all seinen Tücken kennt Sepp auch mittlerweile wie seine Westentasche, denn schon vor Masters-Zeiten ging er während seiner College Zeit bei den Georgia Bulldogs auf dem Par 72 Terrain unweit der Universität und seines Elternhauses auf Birdiejagd.
Zuletzt ließ Österreichs unumstrittene Nummer 1 zwar immer wieder mit sehenswerten Wochen, wie etwa einem 2. Platz in Pebble Beach oder einem 8. Rang beim Players, aufhorchen, allerdings hatte er auch immer wieder mit ungewohnten Fehlern zu kämpfen. In der Vorwoche etwa scheiterte er bei der Generalprobe fürs Masters in San Antonio nach einem Triplebogey am Donnerstag und einem Doppelbogey im Finish am Freitag sogar am Cut. Dass gerade dies jedoch bei Sepp gar nichts bedeuten muss, machte er in der Vergangenheit immer wieder klar, weshalb man nach zwei Tagen mehr Vorbereitung vom vierfachen PGA Tour Champion wohl durchaus einiges erwarten darf.
"Es ist von jedem der Kindheitstraum, dass man beim Masters vorne mit dabei ist. Das war ich bislang noch nicht, ich weiß also auch noch nicht, wie sich das dann anfühlen wird. Ich hoffe, dass ich das dieses Jahr herausfinden kann", macht er sein Ziel unmissverständlich klar. Vom Platz jedenfalls schwärmt er nach den Proberunden bereits: "Der Platz ist in einem wahnsinnig guten Zustand. Ich glaube, sie werden den Platz so hart und schnell machen wie sie können." Die Annahme erweist sich dann auch als richtig, denn Augusta präsentiert sich schon am Donnerstag zwar fair, aber kaum fehlerverzeihend.
Frühe Birdies
Sepp hat zu Beginn aber alles bestens im Griff und beruhigt vor tausenden Patrons mit einem hervorragenden Drive und einem daraus resultierenden anfänglichen souveränen Par auf "Tea Olive" gleich einmal die Nerven. Nachdem dann auch am Par 5 danach alles nach Plan läuft und er auf "Pink Dogwood" trotz versandeter Attacke das Birdie einsackt, verläuft die Anfangsphase durchaus wie erhofft. Nach einer weiteren völlig stressfreien Bahn danach, erhöht sich am langen Par 3 der 4 dann nach eher suboptimalem ersten Putt der Puls erstmals ein wenig. Mit viel Gefühl kratzt er aus 2,5 Metern auf "Flowering Crab Apple" aber noch das Par und hält sich so weiterhin im roten Bereich.
Das gute Gefühl verstärkt sich dann auf "Magnolia" noch deutlich, denn auf einen starken Abschlag, lässt er ein noch viel besseres Eisen folgen und hat aus einem knappen Meter am Weg zu Birdie Nummer 2 kaum mehr Druck am Putter. Zum Leidwesen von Sepp, lässt jedoch gerade dieser danach auf "Juniper" aus, da er am Par 3 aus rund 15 Metern dreimal ansetzen muss um den Ball im Loch unterbringen zu können. Spuren hinterlässt der Fehler jedoch keine, wie er mit doch ziemlich sicheren Pars danach unter Beweis stellt. Kurz vor dem Turn steigt dann zwar nach leicht verzogenem Drive und eingebunkerter Annäherung der Stresslevel wieder etwas, nach gelungenem Sand Save hält er sich zum Wechsel auf die Backnine aber noch unter Par.
Mit der 73 zum Recording
Auf der 10 bekommt er dann jedoch gleich wieder Sand ins Getriebe und da der Parputt aus 2,5 Metern mit 180 Grad Lip-Out nicht fällt, rutscht er vor dem Amen Corner - der weltberühmte Stretch der Löcher 11 bis 13 - endgültig wieder auf Level Par zurück. Stark notiert er dann auf "White Dogwood" ein ganz sicheres Par und scrambled sich im Anschluss am diffizilen Par 3 "Golden Bell" nach etwas zu lang geratenem Tee Shot sehenswert noch zur 3. Ausgerechnet am Par 5 der 13 wird es dann aber wieder ungemütlich, da nach etwas zu lang geratenem Pitch aus einem Meter der Parputt nicht fällt, womit er nicht nur den Amen Corner mit 1 über Par absolviert, sondern auch generell erstmals das Plus aufleuchten hat.
Nach etwas zu langer Attacke lässt mit "Firethorn" das letzte Par 5 nichts springen, womit der erhoffte rasche Konter nicht gelingt und nachdem er die Runde schließlich zwar mit Pars beendet, jedoch auf den letzten Löchern kein Birdie mehr findet, muss er sich am Donnerstag mit der 73 (+1) anfreunden. Damit liegt er aber als 33. glasklar auf Cutkurs und selbst die Top 10 sind vor der zweiten Runde lediglich zwei Schläge weit von der Nummer 13 der Welt entfernt.
McIlroy spielt befreit auf
Titelverteidiger Rory McIlroy merkt man am Donnerstag die Leichtigkeit des Seins regelrecht an, denn nach einer 67 (-5) teilt sich der Nordire die Führungsrolle mit Sam Burns (USA). Dabei fühlte sich Rory nach eigener Aussage vor dem Masters "ziemlich eingerostet", musste er zuletzt doch aufgrund einer Rückenverletzung kürzer treten. Auch Justin Rose (ENG) zeigt mit einer 69 (-3) und einem geteilten 3. Platz einmal mehr in Augusta auf, womit es durchaus zu einem Revival des Vorjahres kommen könnte, als McIlroy den Engländer erst im Stechen besiegen konnte.
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