Auto, Flugzeug oder Zug – Golfurlaub noch leistbar?
Ist ein Golfurlaub in Zeiten steigender Preise, geopolitischer Konflikte, deutlich teurerem Kerosin und Treibstoff und sporadischen Flugstreichungen langsam aber sicher ein Luxus, den sich nur mehr die Reichsten leisten können? Keineswegs! Gerade in Zeiten wie diesen lohnt es sich, sich ausführlich Gedanken darüber zu machen was der Golfurlaub generell überhaupt beinhalten soll. Mit smarter Planung lassen sich auch jetzt noch schnell etliche hunderte Euros einsparen. Golf-Live gibt einen Überblick und versucht auch abseits der Klassiker Alternativen aufzuzeigen.
Der absolute Favorit der Österreicher ist und bleibt das Auto und bei näherer Betrachtung ist auch eindeutig klar warum. Man ist voll flexibel, kann mit bis zu fünf Personen anreisen, ist zeitlich nicht gebunden und kann auf eigene Faust Ausflüge unternehmen oder verschiedenste Plätze erkunden. Dazu gibt es keinen Aufpreis fürs Golfgepäck und man hat keinen Security-Stress. Dennoch gibt es auch hier ein paar Nachteile, denn aufgrund der gestiegenen Preise und möglichem Treibstoffengpass, könnte der geplante Urlaub rasch auch ins Unangenehme umschlagen.
Für Golf & Wellness bleibt Auto 1. Wahl
Für reines Golfvergnügen im eigenen Land ist Stand-jetzt das eigene Auto aber nach wie vor der "Goldstandard". Vor allem wenn man eine gewisse Region - zum Beispiel einen Ost-Loop in Niederösterreich, einen Weinstraßen-Trip durch die Steiermark oder das Südburgenland, sowie im Sommer einen Sprung in die Alpen nach Tirol - machen will, gibt es schlicht nichts angenehmeres als dies mit dem eigenen Vehikel zu erkunden. Gerade dafür gibt es in Regionen auch immer wieder spezielle Angebote, wie etwa die Golf Alpin Card oder auch die Golf Tirol Card, wo man massiv sparen kann.
Günstige Pakete gibt es bereits für Kurztrips ab rund 250 Euro pro Person für zwei Nächte und zwei Green Fees. Soll der Trip länger ausfallen und man auf verschiedenen Plätzen spielen will, sind je nach Region rund 1.500 Euro pro Person fällig, was bei nahezu unlimitiertem Golfvergnügen für zumindest eine Woche aber immer noch durchaus im überschaubaren Rahmen liegt. Als Fazit lässt sich sagen: Das Auto ist und bleibt nicht nur absolut sinnvoll, sondern über weite Strecken auch trotz gestiegener Preise leistbar. Man hat volle Freiheit und vor allem für Familien oder Paare, die Golf und Wellness kombinieren wollen, wäre dies wohl klar die 1. Wahl.
Flugreise - Noch leistbar?
Der absolute All-Time Klassiker in Sachen Golfreise ist nach wie vor das Flugzeug, allerdings waren die Gegebenheiten wohl noch nie so unsicher wie derzeit. Die galoppierenden Ölpreise aufgrund des Iran-Konflikts und die damit verbundene de facto Sperre der Straße von Hormuz, ließ die Preise für Rohöl in den letzten Wochen in ungeahnte Sphären schnalzen. Dies veranlasste zum Beispiel Delta Airlines bereits einen beträchtlichen Teil der geplanten Flüge zu canceln, womit hinter Flugreisen per se derzeit ein dickes Fragezeichen aufleuchtet.
Nichtsdestotrotz können Flugreisen nach wie vor das Transportmittel der Wahl sein, vor allem wenn man entferntere Destinationen wie etwa Spanien, Ägypten, Türkei, Tunesien oder ähnliche mediterrane Gefilde ansteuern will. Trotz der gestiegenen Flugpreise kann dies nach wie vor finanziell sehr attraktiv sein, da eben diese Länder teils unschlagbare Pauschalangebote anbieten, wo man teils mit gut 1.000 Euro die Woche ganz gut mit von der Partie sein kann. Die Flüge sind hier jedoch noch nicht mit einkalkuliert, weshalb durchaus noch ein beträchtlicher Betrag hinzukommen könnte.
Was auch nicht vergessen werden sollte ist die Tatsache, dass bei vielen Airlines nur noch Handgepäck im Preis inkludiert ist. Will man Gepäck extra einchecken, kostet dies noch einmal extra. Richtig kompliziert kann es werden, soll auch das Golfbag die Reise mit antreten. Dies kann sich unter Umständen auch durchaus lohnen, denn zum einen spielt man mit seinen gewohnten Schlägern mit ziemlicher Sicherheit besser als mit Leihschlägern, zum anderen kostet ausgeborgtes Werkzeug nicht unbedingt wenig, was sich bei einigen Runden Golf ziemlich summieren könnte. Teils bieten Airline eigene Tarife für Golfbags an, weshalb es auf jeden Fall sinnvoll wäre, vor der geplanten Reise beim Transportunternehmen kurz nachzufragen.
Zugreisen - Echte Alternative?
Was viele Golfer wohl noch gar nicht in Betracht gezogen haben sind Zugreisen. Dies hat natürlich auch einen bestimmten Grund, denn normalerweise steuern Züge jetzt nicht unbedingt die Golf-Mekkas an, sondern sind eher für Städtetrips mit die erste Wahl. Dennoch können Zugreisen mittlerweile auch in dieser Hinsicht durchaus Sinn machen, wobei es natürlich darauf ankommt, wo die Reise hingehen soll. Innerhalb Österreichs wären Zugreisen sogar teils deutlich günstiger als mit dem Auto, allerdings sollte man darauf achten, dass es entweder einen Shuttle vom Bahnhof zum Hotel, bzw. danach auch vom Hotel zum Golfplatz gibt, oder es eine andere komfortable Möglichkeit gibt sein geplantes Ziel erreichen zu können.
Deutlich interessanter werden Zugreisen jedoch ins benachbarte Ausland, denn dank der Sparschiene nach Kroatien oder dem Interrail Global Pass für Multi-Country-Trips nach etwa Slowenien oder Italien, kann man sich einen beträchtlichen Geldbetrag sparen und reist dazu noch ziemlich stressfrei durch Europa. Golfbags im Zug sind durchaus machbar und gar keine Seltenheit. Teils wird sogar nur ein kleiner Betrag fällig um mit den eigenen Schlägern reisen zu können. Eine Möglichkeit um an der geplanten Destination dann unabhängig zu sein, wären etwa Mietwagen für eine bestimmte Zeitspanne. Die Möglichkeit diesen zu mieten besteht entweder bereits im Vorfeld, was meist günstiger kommt, oder bei Bedarf auch direkt vor Ort am Bahnhof.
Klar ist, dass sich die Möglichkeiten aufgrund der angepeilten Reisedestinationen teils drastisch reduzieren, denn von Wien wird wohl niemand nach Graz fliegen und nach Tunesien wird man nicht per Zug reisen. Weiß man aber was der Urlaub wirklich beinhalten soll und ist man bereit für Ersparnis unter Umständen auf gewisse Dinge zu verzichten, ist auch in Zeiten steigender Preise ein gemütlicher und dennoch leistbarer Urlaub aber nach wie vor möglich.
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