Golfschläger – Muss es immer neu sein?
In Zeiten galoppierender Inflation und deutlich gestiegenen Lebenshaltungskosten, sitzt der Euro auch für die Freizeitgestaltung nicht mehr so locker. Golf-Live gibt einen Überblick, wie man auch ohne brandneue Schläger und ohne glühende Kreditkarte seine Golf-Ausrüstung verbessern kann.
Immer wieder tauchen gerade bei Neueinsteigern die selben Fragen auf: Was ist Standard um nicht nur ohne Frust spielen zu können, sondern um auch meine Performance verbessern zu können? Wo soll ich meine Schläger kaufen? Worauf muss ich besonders achten? Und was brauch ich überhaupt alles wirklich? Das Wichtigste vorweg: Die Schläger müssen zum Spieler passen und nicht umgekehrt. Gerade für Anfänger ist es unerlässlich das richtige "Werkzeug" in Händen zu halten, denn alles wird doppelt so schwer, wenn man die durch falsche Schläger verursachten Probleme auch noch bewältigen muss.
Zumindest in unseren Gefilden muss man zunächst die Platzreife und danach die Turnierreife ablegen um nahezu uneingeschränkt in verschiedensten Clubs auf Birdiejagd gehen zu dürfen. Verantwortungsvolle Pro's weisen ihre Schützlinge in eben diesen Kursen darauf hin, dass die richtige Ausrüstung unerlässlich ist um sich wirklich verbessern zu können. Mit Golfschlägern verhält es sich wie mit Kleidung. Bin ich 1,90 Meter groß, wird ein T-Shirt in Small nicht die erste Wahl sein. Um die spezifischen Gegebenheiten zu wissen, bieten Pro's ein Fitting an, wo genau herausgearbeitet wird, welche Spezifikationen meiner Statur und meinem Spiel entspricht.
Meist wird beim Kauf von neuen Schlägern dies mit angeboten, allerdings spiegelt sich dies natürlich auch im Preis wieder. Auch ohne Kauf neuer Schläger kann man jedoch problemlos an verschiedensten Stellen (Golfclub, Fachhandel, etc. ) ein Fitting machen und weiß man erst einmal was man wirklich benötigt, kann man im Anschluss auch versuchen auf Schnäppchenjagd zu gehen. Nicht immer muss es das Neueste vom Neuen sein. Gerade bei Golfschlägern ist der Entwicklungssprung von Jahr zu Jahr eher überschaubar, weshalb Hobbygolfer mit guten gebrauchten Schlägern ebenfalls mit Sicherheit Fortschritte erzielen können.
Welche Möglichkeiten hab ich?
Sucht man spezifisch ein einzelnes Eisen in gewissen Spezifikationen ist dies meist schwieriger als ein ganzes Set. Viele verkaufen ihre "alten" Eisen nicht einzeln, weshalb man meist nur Sets von etwa PW - Eisen 5 oder SW - Eisen 6 oder ähnliches findet. Bei Hölzern hingegen ist die Chance deutlich höher, genau das gewünschte Modell als "Einzelstück" zu finden. Anders als beim Neukauf ist dies jedoch natürlich mit deutlich mehr Sucherei verbunden, da man meist schnell sein muss, sollte genau das Gesuchte auf verschiedenen online Plattformen angeboten werden.
Eine weitere Möglichkeit wäre seine Wünsche im Club zu deponieren. Golf-Professionals wissen meist sehr genau welche Schläger ihre "Schüler" spielen, sollte sich die Möglichkeit ergeben, wäre es so durchaus möglich einem Clubkollegen mit passendem Besteck bei etwaiger Neuanschaffung seine alten Schläger für einen überschaubaren Preis abzunehmen. Einige Professionals verkaufen generell auch gebrauchte Schläger, weshalb sich ein kurzes Gespräch durchaus als gewinnbringend herausstellen könnte.
Worauf muss ich achten?
Ist man fündig geworden, ist dies jedoch nur die halbe Miete, denn auf gewisse Dinge sollte man auf jeden Fall achten. Besonders bei Eisen und Wedges sind die "Grooves" besonders wichtig. Sind die Rillen abgenutzt oder voller Macken, verliert der Ball an Spin. Ein Fingernagel-Test hilft: Bleibt der Nagel in der Rille hängen? Gut. Rutscht er drüber? Finger weg. Auch den Schaft sollte man genauer unter die Lupe nehmen, da Risse in Graphitschäften oder Dellen bzw. Rost in Stahlschäften ein Ausschließungskriterium wären. Ein "durchgenudelter" Graphitschaft verliert enorm an Torsionssteifigkeit.
Auch die Griffe sollte man sich genauer ansehen. Dass diese bei vielbespielten Schlägern nicht mehr vollen Grip bieten ist zwar verständlich, allerdings sollte man einkalkulieren, dass es nochmal rund 200 Euro kosten könnte wenn man für ein gesamtes Set neue Griffe benötigt. Auch die Länge sollte beachtet werden. Oft werden Schläger als "Standard" angeboten, da diese viel leichter zu verkaufen sind als spezielle Längen. Ist man auf der Suche nach Standardlänge und kauft in gutem Glauben und es stellt sich am Ende heraus, dass der Schaft um ein halbes Inch gekürzt oder verlängert wurde, ist dies dem Spiel auf keinen Fall zuträglich.
Nicht in die Zoll-Falle tappen
Vor einigen Jahren waren Golfshops in Großbritannien sozusagen der Geheimtipp für Käufer. Man konnte online seine Spezifikationen eingeben, sein Set zusammenstellen wie man wollte und hat dabei teils sogar etliche hundert Euro sparen können. Diese Zeiten sind seit dem Brexit jedoch vorbei, da mittlerweile auch auf Golfschläger Zollgebühren anfallen, womit die erhoffte Ersparnis schnell dahin sein kann. Zwar gibt es in UK auch Verkaufsplattformen für gebrauchte Schläger, wobei die Auswahl durchaus bemerkenswert sein kann, bei gewerblichen Seiten gilt aber auch hier: Den Zoll erspart man sich nicht. Besser also zweimal checken bevor man plötzlich beim Check-out unangenehm überrascht wird.
Eine weitere Möglichkeit wäre im Fachhandel einen genauen Blick auf Demo-Schläger zu richten. Immer wieder werden Ausstellungsstücke bzw. Testschläger deutlich günstiger angeboten. Teilweise kann man im Handel auch seine Wünsche platzieren und die gewünschte Spezifikation wird danach für einen gewissen Zeitraum als Testschläger für Fittings verwendet, ehe man diese danach deutlich günstiger mitnehmen kann. Sozusagen wie ein Vorführwagen im Autohandel.
Klar ist, dass es teils durchaus anstrengend sein kann genau das richtige gebrauchte Golfbesteck zu finden. Weiß man jedoch was man braucht und worauf man achten muss, wäre hier auf jeden Fall jedoch enormes Einsparungspotenzial vorhanden.
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