Nerven behalten
Bernd Wiesberger und Lukas Nemecz lassen sich beim European Masters von den stundenlangen Verzögerungen nicht aus der Ruhe bringen und legen einen ansehnlichen Auftakt hin. Matthias Schwab muss im Crans-sur-sierre GC nach einer 71 (+1) bereits zulegen.
Im „The Belfry“ gab es vergangene Woche für Matthias Schwab und Bernd Wiesberger zumindest ein klein wenig Grund zu jubeln, denn beide zogen nach zuletzt vier verpassten Cuts in Serie wieder in ein Wochenende ein. Dort lief es dann jedoch für das heimische Duo alles andere als prickelnd, denn Wiesberger wurde sogar nur Letzter des Wertungsklassements, Schwab reihte sich nur jenseits der Top 50 ein. Damit kamen die beiden auch den Tourkartenrängen nur bedingt näher, womit zählbare Ergebnisse langsam aber sicher dringend notwendig werden.
Immerhin haben beide an Crans Montana ganz gute Erinnerungen. Bernd Wiesberger verspielte sogar vor wenigen Jahren erst am 72. Loch mit einem Doppelbogey noch den Sieg, auch Matthias Schwab durfte sich in der Schweizer Höhenlage bereits über ein Topergebnis freuen. Als dritter im Bunde steht auch Lukas Nemecz einmal mehr heuer auf der DP World Tour in den Teeboxen, nachdem er nach dem Trip zum nächsten Challenger in Schweden prompt wieder zurück in Richtung Schweiz jettete, nachdem er doch noch vom Wartebänkchen ins Aufgebot rutschte.
Zum Auftakt heißt es dann aber gleich mal lange Zeit Däumchendrehen, denn schon in den Morgenstunden erlauben die Verhältnisse kein reguläres Golf und nach kurzer Spielzeit fällt dann erneut hartnäckiger Nebel ein, der gleich für die nächste Verzögerung sorgt. „Ist echt schwer zu sagen mit den Wolken wie lange es sich noch hinzieht. Eigentlich sollte jetzt bald mal die Sonne kommen“, so die Hoffnung von Lukas Nemecz kurz vor 13:00 Uhr. Um 15:00 Uhr kann dann kurrzeitig gespielt werden, allerdings fällt schon eine halbe Stunde später der Nebel erneut ein, womit die nächste Unterbrechung unvermeidlich ist.
Souveräner Start ins Turnier
Während Matthias Schwab und Bernd Wiesberger bereits Gewissheit haben, dass das Turnier erst am Freitag für sie richtig beginnt, kann Lukas Nemecz schließlich kurz vor 17:00 Uhr doch noch am Donnerstag das Event in Angriff nehmen und startet auf den Backine recht unaufgeregt mit Pars. Nachdem er jedoch auf der 12 dann weder Fairway noch Grün findet, läss sich ein frühes erstes Birdie nicht mehr abwenden. Den Fehler steckt er aber gut weg, stabilisiert sein Spiel rasch wieder und holt sich zwei Löcher später am Par 5 mit Chip & Putt auch rasch den Ausgleich ab.
Noch vor dem Turn darf er dann bei bereits diffuser werdenden Lichtverhältnissen ein weiteres Mal jubeln, denn dank einer hervorragenden Annäherung leuchtet auf der 18 noch ein weiteres Birdie auf, womit er sein Score erstmals in den roten Bereich dreht. Nach soliden Pars zu Beginn der Frontnine muss Lukas schließlich aufgrund der Dunkelheit wieder die Sachen packen. Ganz souverän spult er dann am Freitag die Pars ab und schnappt sich im Finish nach starkem Tee Shot am Par 3 der 8 und nach gefülvollem 2,5 Meter Putt am Par 5 der 9 noch gleich zwei abschließende Erfolgserlebnisse, womit er sogar die sehenswerte 67 (-3) und Rang 19 zum Recording bringt.
Wiesberger mit starker Auftaktrunde
Nach dem langen Däumchendrehen am Donnerstag, kann Bernd Wiesberger um 09:30 Uhr endlich richtig ins Turnier starten und macht sich gleich auf der 1 das Leben mit einer verzogenen Annäherung etwas schwer. Den Test aus 1,5 Metern zum Par besteht er aber. Auch danach hat er den 14. Schläger bestens im Griff und holt sich bereits auf der 2 aus rund 13 Metern ein unverhofftes erstes Birdie ab. Mit sehr sicherem Spiel lässt er danach nichts anbrennen und drückt am kurzen Par 4 der 7 nach sehenswerter Grünattacke sein Score weiter in den Minusbereich.
Kaum auf den zweiten Neun angekommen, wird ihm dann eine knapp zu kurze Annäherung jedoch erstmals zum Verhängnis, nachdem sich das Up & Down zum Par nicht mehr ausgeht. Spuren hinterlässt das erste Bogey aber keine, denn sofort kann er sein Spiel wieder stabilisieren und schlägt am Par 5 Doppel der 14 und 15 gleich zweimal zu, womit er langsam aber sicher doch an einer recht ansehnlichen Auftaktrunde bastelt. Nur kurz gönnt er sich dann eine kleine Verschnaufpause, ehe er aus 1,5 Metern auf der 17 das nächste Birdie mitnimmt und es sich so mit der 66 (-4) sogar auf Rang 12 gemütlich macht.
Schwab mit etwas Aufholbedarf
Gleich auf der 10 legt sich Matthias Schwab am Freitag Vormittag eine ansprechende Birdiechance auf, hat den Putter aus drei Metern aber noch nicht so recht auf Temperatur. Mit Pars findet der Steirer aber durchaus souverän ins Geschehen. Nachdem am Par 3 der 13 der Tee Shot etwas zu kurz ausfällt und im H2O verschwindet, wird es mit einem Bogey dann jedoch erstmals unangenehm. Den Fehler steckt er aber bestens weg und dreht schon am darauffolgenden Par 5 sein Score sofort wieder auf Anfang. Nachlegen kann er zwar nicht, hält jedoch auch weitere Fehler fern und kommt so zumindest bei Level Par zum Turn.
Auf den Frontnine wird es dann jedoch wieder rasch etwas unangenehmer, nachdem er sich auf der 2 nach verfehltem Grün nicht mehr zum Par sramblen kann. Zwar lässt er sich davon erneut nicht wirklich beirren, muss sich aber bis zum drivebaren Par 4 der 7 gedulden, ehe sich nach starker Attacke zum zweiten Mal am ersten Spieltag der Ausgleich ausgeht. Lange kann er sich darüber aber nicht freuen, da er sofort am darauffolgenden Par 3 nach zu kurzem Eisen prompt wieder in den Plusbereich abrutscht.
Nachdem er am abschließenden Par 5 dann nicht mehr gegensteuern kann, muss er sich zum Auftakt mit der 71 (+1) anfreunden, was ihn als 104. doch mit recht unangenehmen Rückstand auf die erwartete Cutmarke in die in wenigen Minuten beginnende 2. Runde starten lässt. Adrien Saddier (FRA) setzt mit einer 62 (-8) die vorläufige Bestmarke.
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Der Beitrag Nerven behalten erschien zuerst auf golf-live.at.