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Minigolf in Nußloch: Minigolfer brauchen Feingefühl und Geduld

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Von Lara Mehr

Nußloch. Minigolf oder Golf? Klar, bei beiden Sportarten braucht man einen Ball und einen Schläger. Das ist bekannt. Doch was nur wenige wissen: Auch Minigolf wird - ebenso wie Golf - in Vereinen und Ligen gespielt. Einen guten Minigolfklub gibt es auch in der Region rund um Heidelberg: Der Miniaturgolf-Club (MGC) Nußloch trainiert und spielt auf der dortigen Minigolfanlage. Die MGC-Senioren sind kürzlich sogar in die Verbandsliga aufgestiegen.

Der MGC wurde im Jahr 1970 gegründet. Vorsitzender ist Günter Bäcker, der vor etwa 20 Jahren mit dem Minigolfspielen begann, als sein Sohn noch klein war. Dieser verlor jedoch mit der Zeit das Interesse. Doch der heute 62-Jährige machte weiter und wurde Teil der erfolgreichen Seniorenmannschaft, die aus Spielern ab 45 Jahren besteht. Der Verein hat heute ungefähr 30 Mitglieder, von denen acht aktiv an Turnieren und Spielen teilnehmen. Die Seniorenmannschaft ist dabei inzwischen die einzige im Verein. Jugend-, Damen- oder Herrenmannschaften gibt es beim MGC nicht mehr. Jugendliche seien im Computerzeitalter nur schwer für Minigolf zu begeistern, berichtet Günter Bäcker.

Die Erfolge und Siege der Seniorenmannschaft kommen allerdings nicht von alleine. Es wird zwei Mal in der Woche trainiert, dienstags und freitags, wobei vor allem Techniken optimiert werden, wie der Vorsitzende erklärt. Bäcker kommt ursprünglich aus Nußloch, wohnt aber in Leimen. Trainiert wird "zu Hause" auf der Anlage in Nußloch. Vor Spielen fahren die Nußlocher zum Platz der gegnerischen Mannschaft, um sich auf die Eigenheiten der dortigen Bahnen einzustellen. Dort findet in den folgenden Tagen dann der Wettkampf statt.

Die Saison geht von April bis Juni. In der Verbandsliga Baden - es ist die höchste Spielklasse für Senioren - spielen acht Mannschaften, die jeweils einen Spieltag austragen. Jeder der vier Spieler einer Mannschaft spielt in einer Gruppe mit zwei Konkurrenten über den Tag verteilt alle 18 Bahnen vier Mal. Am Ende wird zusammengezählt, wie viele Schläge alle Spieler der jeweiligen Mannschaft für die Bahnen zusammen gebraucht haben - das Ergebnis des schwächsten Spielers wird gestrichen. Die Mannschaft mit der geringeren Anzahl an Schlägen gewinnt.

Wer denkt, dass man auch ohne Übung ein guter Minigolfspieler werden kann, liegt falsch. MGC-Chef Günter Bäcker gibt ein paar Tipps, auf die es beim Minigolfen ankommt: Zum einen sei Minigolf ein Sport, der viel Feingefühl verlange. "Man sollte den Ball nur leicht antippen und nicht einfach draufhauen", erklärt er. Man müsse ein Gefühl für den Schläger und den Ball entwickeln. Zum anderen brauche man auch viel Geduld, wenn der Ball nicht beim ersten und vielleicht auch nicht beim zweiten Schlag ins Loch rollt. Doch Feingefühl und Geduld sind nicht alles: "Natürlich spielt die körperliche Fitness auch eine Rolle", macht der Minigolfspieler deutlich. Ganz ohne Kondition geht es nämlich nicht.

Doch es spielen nicht nur körperliche und geistige Fähigkeiten eine Rolle: Eine gute Ausrüstung sei auch nötig, so Bäcker. So gibt es zum Beispiel für jede Bahn und die verschiedenen Untergründe wie Beton, Eternitplatten oder Filz andere Bälle, die spezielle Eigenschaften aufweisen. Bäcker hat insgesamt 250, manche Bundesligaspieler aber auch über 1000 Bälle, die sich in ihrer Größe und Sprungkraft unterscheiden. "Es gibt zum Beispiel den toten Ball", so Bäcker. Dieser habe nur eine geringe Sprungkraft. Wenn man ihn auf den Boden fallen lässt, hüpft er nicht sonderlich hoch. Im Gegensatz dazu der lebhafte Ball, der eine sehr hohe Sprungkraft hat und ordentlich dopsen kann. Die Bälle werden sogar je nach Wetter ausgewählt und dürfen im Sommer beispielsweise nicht zu warm werden, denn dann muss der Ball "gekühlt" werden, berichtet der MGC-Vorsitzende.

Alle Bahnen, auf denen die Nußlocher nächste Saison antreten, sind mit einem Schlag zu schaffen. Günter Bäcker hat es in Nußloch schon geschafft, für 18 Bahnen nur 18 Schläge zu brauchen - 20 oder 21 sind aber die Regel. Dass ein Spieler nach dem Maximum von sechs Schlägen den Ball nicht versenkt hat und deshalb einen Strafpunkt bekommt, wie es Hobbyspieler kennen - im Fachjargon "Otto" genannt - kommt bei den Spieltagen übrigens so gut wie nie vor.

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