Olympia 2026: Manipulationsvorwürfe beim Curling – Weltverband reagiert
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Kanada spielt gegen Schweden im Curling. Dabei ging es nicht so ruhig zu wie sonst bei der Sportart. Bei den Olympischen Winterspielen ist es beim Curling-Duell zwischen Schweden und Kanada (8:6) am Freitagabend zu einem heftigen Wortwechsel gekommen. Curling gilt eigentlich als ruhige Sportart, bei der es nicht so schnell zu einem Eklat kommt. Doch auf Videoausschnitten in den sozialen Medien ist genau zu hören, wie sich zwei Akteure auf dem Eis streiten und auch unschöne Wörter fallen. Doch worum genau ging es? Die Schweden warfen den Kanadiern vor, gegen die Regeln verstoßen zu haben. Konkret ging es um den Kanadier Marc Kennedy, der den Curlingstein spielte, diesen jedoch doppelt berührt haben soll, was verboten ist. Auf Videos und Fotos ist angeblich zu sehen, wie Kennedy den Stein nach dem Anstoß noch einmal mit seinem Zeigefinger der linken Hand nachschiebt. Die Schiedsrichter konnten jedoch keinen Regelverstoß feststellen. Coup für Brasilien: Skirennfahrer holt historisches Gold "Einfach unglaublich": Der Held der Olympischen Spiele Streit bei Olympia 2026: Kanadier beschimpft Schweden beim Curling Der Schwede Oskar Eriksson beschwerte sich daraufhin – und es entwickelte sich ein Wortwechsel mit Kennedy. "Scheinbar ist es okay, den Stein falsch zu berühren. Ich weiß es nicht genau." Daraufhin antwortet Kennedy direkt: "Wer hat das getan?" Eriksson: "Das weißt du nicht?" Danach geht es kurz hin und her, bis Eriksson auf Kennedy deutet und ihm damit wohl signalisieren will: Na, du hast es getan. Dann wird Kennedy wütend: "Ich habe es nicht ein Mal getan. Du kannst dich verpissen." Erikssons Reaktion: "Du hast es nicht ein Mal gemacht?" Als Kennedy wieder verneint, antwortet der Schwede: "Ich zeige dir nach dem Spiel ein Video." Danach geht der Wortwechsel weiter, die Nervosität der Sportler ist deutlich zu merken. Die Wörter "fuck off (Verpiss dich, Anm. d. Red.)" fallen – und Kennedy lässt sich noch zu einem "da scheiß' ich drauf" hinreißen. Olympische Winterspiele 2026: Vorwurf vom schwedischen Team Um solchen eventuellen Manipulationen auch bei den Olympischen Winterspielen 2026 vorzubeugen, sind im Griff der Curlingsteine Sensoren verbaut, die anzeigen sollen, wenn es zu einem Regelverstoß kommt. Der konkrete Vorwurf der Schweden bezog sich jedoch auf das Berühren des Steins, nicht des Griffes, weshalb die Sensoren nicht ansprangen. "Vielleicht war er verärgert über die Niederlage", ließ Kennedy später noch wissen. "Ich habe ihm gesagt, dass ich ihn als Spieler sehr respektiere. Ich habe nie ein schlechtes Wort über Oskar Eriksson verloren. Ich verstehe wirklich nicht, was er sich davon verspricht." Große Debatte in sozialen Medien Auf der Plattform X kam es unter Fans zu großen Diskussionen und sogar eigenmächtig angeführten vermeintlichen Videobeweisen, die eine Schummelei zeigen sollten. Andere verteidigten den Kanadier: Er habe den Stein zwar vielleicht berührt, aber vor der grünen Linie losgelassen. Eindeutig waren die TV-Bilder nicht. "Wir sind eigentlich alle super gute Freunde, wir kennen sie seit 20 Jahren", sagte Schwedens Kapitän Niklas Edin nach dem Spiel. "Daher ist es einfach traurig, dass es zu so hitzigen Diskussionen auf dem Eis gekommen ist, anstatt einfach nur Curling zu spielen." Der Curling-Weltverband sprach nach dem Vorfall eine "mündliche Verwarnung wegen der Wortwahl" gegen den Kanadier aus. In einem Gespräch mit Kanadas Offiziellen sei deutlich gemacht worden, dass weiteres unangemessenes Verhalten zusätzliche Sanktionen nach sich ziehen würde, hieß es in einer Mitteilung.

