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Weinheim: Wenn Abiturienten auf der Festivalbühne stehen

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Von Philipp Weber

Weinheim. Piekfein waren sie angezogen – und sichtlich glücklich: Der Song "A sky full of stars" tönte aus dem Boxen, als die Absolventen des Privatgymnasiums einliefen. Der Titel der Band Coldplay passte zu der Szenerie: Die Abiturienten standen am Wochenende hoch über den Köpfen ihrer Angehörigen auf der Bühne des Mannheimer Carstival-Areals. Dort feierten sie ihren Abschluss mit 250 Angehörigen, die in den Lounges vor der Bühne Platz genommen hatten. Auf den Autostellplätzen dahinter hatten sich weitere Verwandte und Mitschüler versammelt. Unter den "Zaungästen" soll die gesamte Theater-AG der Schule gewesen sein.

Schulleiter Rahn und Festivalmacher Uli Roth ("Unter Handballern hilft man einander") läuteten den Abend ein. Dank des Engagements prominenter Sponsoren und der Arbeit der Schulgemeinschaft gab es wie selbstverständlich kühle Drinks, ein Menü und zahllose Bühnendarbietungen. Mehr sei den 62 Abiturienten indes nicht geschenkt worden, so der Schulleiter: Vor allem im Fach Mathematik sei das Abitur knackig gewesen, Corona hin oder her. Dennoch schaffte der Jahrgang einen Gesamtschnitt von 2,0. Zweimal wurde die "Traumnote" 1,0 vergeben.

Nachdem die Abiturienten zu den Klängen von "Ein Hoch auf uns" (Andreas Bourani) und unter den stehenden Ovationen die Bühne verlassen hatten, war Zeit für ein RNZ-Gespräch mit Rektor Rahn und Schulsprecherin Julia Augustat. Beide zeigten sich erleichtert, dass es trotz Corona eine akademische Feier, eine Zeugnisübergabe mit Preisverleihungen und ein Abschlussprogramm gab.

Mehrere Eltern hätten sich schon zu Beginn für das Fest bedankt, so die Pädagogen. Auch für sie war es ein besonderes Abi: nicht zuletzt angesichts des krisenbedingt geänderten Korrektursystems. Aber auch dabei sei keinem etwas geschenkt worden, betonten sie.

Abgesehen von dem für derartige Feste typischen Mix aus entspannter Gelöstheit, verständlicher Rührung – einige Lehrer hatten die Absolventen um die sechs Jahre lang unterrichtet – und mehr oder weniger geglückten Scherzen, erreichte die Feier durchaus ein hohes Niveau: Abiturientin und Pianistin Luisa Gupta interpretierte das Stück "Una Mattina" von Ludovico Einaudi und präsentierte die Eigenkomposition "Sommerwind". Ihre Mitschüler applaudierten stehend.

Für die Lehrerrede hatten die Absolventen Michael Lindner ausgewählt, der sich an einen "engagierten, kämpferischen und mitunter sehr diskussionsfreudigen" Jahrgang erinnerte. Er ermutigte die Schüler, allen vermeintlichen Wahrheiten und Urteilen von außen mit wachem Selbstbewusstsein gegenüberzutreten. Die Band aus Schülern und Lehrern gab daraufhin das Jazz-Standard "Fly me to the moon" (Bart Howard) zum Besten. Sängerin Ana-Zoë Röhrig wurde von Eva-Marie Kilian (Drums) Simon Skade (Bass), Frieder Wirth (Trompete) und Pianist Jochen Seitz begleitet.

Der gebürtigen US-Amerikanerin und Mutter Kelly Röhrig gelang eine Elternrede, die mehr Lacher hervorrief als der Auftritt mancher Proficomedians. Ernst gemeint war ihr Lob für Schulleitung und Kollegium, die von Tag eins an mitgedacht und sich fast wie die Ältesten in einem großen Familienverband gekümmert hätten: Etwa als die heutigen Abiturienten bei ihrer Einschulung 2012 die Schule erst einmal einen Tag für sich hatten, ehe die älteren Jahrgänge ins Schuljahr starteten.

Ihre Tochter Ana-Zoë "dankte" zunächst für die vielfachen Erwähnungen in der Elternrede, um hernach "La vie en rose" von der legendären Chansonnière Edith Piaf zu interpretieren. Jochen Seitz begleitete sie am Piano. In der Abiturientinnenrede dankten Scheffelpreisträgerin Lisa Scholten und Einserabiturientin Chiara Krone ebenfalls ihren Lehrern, denen echte Wissensvermittlung sehr wichtig gewesen sei. Darüber hinaus könne wohl kaum ein Abiturjahrgang von sich behaupten, nach den schriftlichen Prüfungen vor der Polizei "davongelaufen" zu sein und womöglich eine vorzeitige Schließung des Schlossparks verursacht zu haben. Mit dem Hit "Für immer ab jetzt" (Johannes Örding) leiteten Janne und Silke Grünewald (Gesang) und Jochen Seitz (Gesang/Piano) zum Finale der akademischen Feier über.

Dieses bestritt Schulleiter Rahn. In einer bewegten Rede empfahl er den scheidenden Schülern, die Berliner Ausstellung über das Leben der Philosophin und Publizistin Hannah Arendt zu besuchen. Und er verlas den Text, den zwei Abiturienten für die Abiturbeilage der RNZ verfasst hatten, die am 4. August erscheint.

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