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"Prime Session" Buchen: Mit Rock und Rap Lebensretter unterstützt (plus Fotogalerie)

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Buchen. (algö) Bei jedem Konzert gibt es diesen einen Moment: Die Stimmen im Saal verstummen, das Licht geht aus. Nur noch die Bühne ist beleuchtet. Die ersten Klänge des Pianos dringen aus den großen Boxen, dann hört man den wummernden Beat und schließlich den Gesang. Aus einzelnen Künstlern wird eine Band, aus Zuhörern ein Publikum und aus ein paar Stunden Musik schließlich ein einmaliges Erlebnis.

Von einem "tollen, bis ins Detail geplanten Abend" mit "hochkarätigen Musikern" und einer "einmaligen Performance" hatte Veranstalter Manfred Schwing von "Blackout Eventmanagement" vor dem Benefizkonzert der "Prime Session"-Band am Samstagabend in der Buchener Stadthalle gesprochen - und er hat nicht zu viel versprochen.

Dem bewährten Konzept von der Erstauflage des Konzertes im Sommer ist man treu geblieben und hat dennoch einige Neuerungen vorgenommen: Der Organisationszusammenschluss aus "Prime Session", "Blackout Eventmanagement" und der Cocktailbar "Barhamas" hat sich in der Winteredition dazu entschlossen, das Publikum selbst entscheiden zu lassen, welche Organisation oder Privatperson mit dem Erlös des Abends unterstützt wird. "Wir wollten die Auswahl einfach fairer gestalten, denn es gibt viele tolle Projekte in Buchen und Umgebung, die Unterstützung absolut verdient haben", stellt Manfred Schwing fest.

Bis zum 15. November hatte jeder die Möglichkeit, sich mittels eines kurzen Videos auf der Facebook-Seite von "Prime Session" zu bewerben. Per Facebook-Like konnte die Bevölkerung dann entscheiden, wer in die Endauswahl kommt und für wen das Publikum am Tag der Veranstaltung abstimmen darf.

Herauskristallisiert haben sich auf diese Weise schließlich vier Organisationen, deren soziale Projekte Unterstützung bedürfen: Die "Mobilen Retter im Neckar-Odenwald-Kreis", welche mittels einer App die Erstrettung verbessern wollen, das Kinderheim St. Kilian Walldürn, das sich einen Proberaum wünscht, die Lebenshilfe Buchen, die gerne einen behindertengerechten Spielplatz bauen würde sowie das Tierheim in Dallau, das das Geld unter anderem für die Renovierung von Tiergehegen nutzen möchte. Auf die endgültige Verkündung des Gewinners mussten die Zuhörer nach Abgabe der Wahlchips in extra dafür vorbereiteten Urnen allerdings noch etwas warten - das Ergebnis der Auszählung wurde erst nach dem Konzert bekannt gegeben.

Bis dahin stand allein die Performance der "Prime Session"-Band im Vordergrund des Geschehens - und die konnte sich unter alten und neuen musikalischen Vorzeichen mehr als sehen lassen. Wieder einmal ist es den Veranstaltern gelungen, hochkarätige Musiker für ihr Vorhaben zu begeistern - mit den Musikern von "Glasperlenspiel", David Hanselmann, der Sängerin AL, Sir Jake Voth und dem Rapper "SouL Elements" aus Virginia Beach sind an dieser Stelle nur ein paar Namen genannt, die in Vergangenheit und Gegenwart durch großartige künstlerische Leistungen auf den verschiedensten Bühnen auf sich aufmerksam gemacht haben.

Insbesondere an der Sängerfront habe es im Vergleich zum letzten Event deutliche Veränderungen gegeben, erzählen Schwing und Wolfdieter Hieke von "Prime Session": "Unser Ziel ist es jedes Mal, einen neuen Ablauf und eine einzigartige Zusammensetzung zu schaffen", betonen beide. Diese "Einzigartigkeit" des Abends zeigt sich insbesondere in der Auswahl an Genres, Musiktiteln, Stimmen und instrumentalen Solis.

Von klassischem Rock, über Pop bis hin zu Rap; von "ACDC" über "Toto" bis "Macklemore"; rauchige, rockige oder funkige Stimmen wechseln sich ab mit zarten Tönen und Instrumentalinterpretationen. Mit jedem Stück taucht der Zuhörer ein in eine neue Welt und wird selbst aktiv Teil des Konzerts.

Unvergleichlich, wie insbesondere Rapper "SouL Elements" das Publikum zu spontanen Gesamtchoreografien animierte, auf die Bühne holte oder selbst von ihr hinabstieg, um mit den begeisterten Fans für die Fotografen zu posieren. Die Interaktion der Musiker untereinander ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass diese vor der Show zum ersten Mal überhaupt in dieser Zusammensetzung probten.

Es sei jedes Mal eine neue Überraschung sagt Wolfdieter Hieke, denn vieles geschehe vor und während des Konzertes einfach nach dem Bauchgefühl. So könne es auch schon einmal passieren, dass die Musiker eine halbe Stunde vor Konzertbeginn das komplette Programm über den Haufen schmeißen und damit Ton- und Veranstaltungstechnik zur Verzweiflung bringen.

Veranstalter Manfred Schwing, Profi in diesem Business, nimmt es gelassen: "Das sind halt Künstler, da kann so etwas schon mal passieren, und es klappt trotzdem immer hervorragend", meint er lachend. Nach dreieinhalb Stunden Konzert, schweißtreibendem Tanzen, Singen bis zur heiseren Kehle und voller Begeisterung dann schließlich der letzte Act: Jochen "Fischi" Fischer stürmte die Bühne und drehte klanglich mit der Band noch einmal voll auf. Noch bevor die letzten Töne verklungen waren, drangen bereits die Zugabe-Rufe aus dem Publikum.

Doch zunächst stand, nach warmen Worten der Veranstalter, die sich bei Helfern, Band und Zuschauern bedankten, die Siegerehrung durch Wolfdieter Hieke an. Das Ergebnis: 68 Stimmen für das Tierheim in Dallau, 89 für die Lebenshilfe in Buchen, der zweite Platz ging mit 91 Stimmen an das Kinderheim in Walldürn und der erste mit 131 Stimmen an die "Mobilen Retter Neckar-Odenwald-Kreis". Der Vertreter des Projekts, Harald Genzwürker, zeigte sich begeistert und betonte: "Dieser Abend ist für uns alle ein voller Erfolg, denn egal, wer die meisten Stimmen gehabt hat, heute konnte es nur Gewinner geben".

Die Idee der "Mobilen Retter Neckar-Odenwald-Kreis", einem von zwei Pilotprojekten in Bande-Württemberg, ist so simpel wie genial: Bei einem Kreislaufstillstand ist jede Sekunde entscheidend und es gibt viele ausgebildete Helfer, die routiniert mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen könnten. Über eine App können sich diese Helfer registrieren und werden, im Falle eines Notfalles in ihrer Nähe, alarmiert. So helfe man "dem Zufall auf die Sprünge" und könne dabei Leben retten erklärt Genzwürker.

Mit dem Ausgang der Wahl sind auch die Initiatoren zufrieden: "Es waren so viele tolle Projekte und wir sind froh, nicht die Entscheidung haben treffen zu müssen", meint Manfred Schwing. Er selbst ist noch ganz euphorisch von der positiven Stimmung: "Wir sind als Veranstalter mehr als happy", betont er und sagt: "Wir wollen, dass die Leute Spaß haben und glücklich aus dem Saal rausgehen und ich denke, das haben wir heute geschafft." Ein Comeback des Konzeptes sei daher schon in Planung, verrät er, und fügt hinzu: "Das hat Buchen und Umgebung einfach verdient."

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