Frauen-Basketball in den USA so deutsch wie nie
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Der Frauen-Basketball in den USA nimmt eine rasante Entwicklung. Mittendrin: fünf deutsche Nationalspielerinnen - und der Bundestrainer. So deutsch war die beste Frauen-Basketball-Liga der Welt noch nie. Gleich fünf Nationalspielerinnen starten an diesem Wochenende mit ihren Clubs in die neue WNBA-Saison. Während Satou Sabally und Leonie Fiebich mit New York Liberty zu den Titelkandidaten zählen, spielt ein Trio bei Clubs, die neu in der Liga sind. Die Deutsche Presse-Agentur gibt einen Überblick über das deutsche Quintett. Mit Einschätzungen von Bundestrainer Olaf Lange, der als Assistent bei Toronto Tempo ebenfalls in der WNBA tätig ist. Satou Sabally (28 Jahre, New York Liberty) Die wohl bekannteste deutsche Basketballerin hat eine komplizierte Zeit hinter sich. Im Trikot von Phoenix Mercury zog sich die ältere der beiden Sabally-Schwestern in der Finalserie eine Gehirnerschütterung zu, die sie lange beschäftigte. Auch deshalb sagte sie für die WM-Qualifikation des deutschen Teams im März ab. Mit ihrem Wechsel nach New York verbesserte sie sich nicht nur finanziell, sondern hofft, mit den Liberty endlich auch den Titel zu holen. Das sagt Bundestrainer Olaf Lange: "Satou hat in New York eine neue Heimat gefunden, die auf jeden Fall zu ihr passt. Sie ist ein Großstadtkind und auch für ihre basketballerische und persönliche Entwicklung ist New York der richtige Ort. Sie hat in der vergangenen Saison gezeigt, was sie kann, war eine der treibenden Kräfte, die Phoenix bis ins Finale gebracht haben. New York hat auf jeden Fall einen Championship-Kader und Satou wird da eine wichtige Rolle einnehmen." Leonie Fiebich (26 Jahre, New York Liberty) Die Vielspielerin unter den deutschen Profis gönnt sich keine Pause. Fiebich war bei der WM-Qualifikation in Lyon dabei und stand auch für Valencia Basket stets auf dem Parkett. Mit dem spanischen Club gewann Fiebich den Pokal, ehe sie nach New York zurückkehrte. Mit den Liberty gewann sie 2024 den WNBA-Titel. Die vergangene Saison mit New York lief nicht ganz so gut, das soll sich an der Seite von Satou Sabally jetzt wieder ändern. Das sagt Bundestrainer Olaf Lange: "Leo war ohne Zweifel in den vergangenen zwei Jahren eine der konstantesten und wirkungsvollsten Spielerinnen in der gesamten Liga – und zwar an beiden Enden des Feldes. Ich erwarte, dass sie ihr Offensivspiel noch weiter entwickelt, ohne ihre defensiven Stärken zu verlieren. New York hat wie erwähnt einen Championship-Kader und ich gehe davon aus, dass Leo zu ihrer Leistung von 2024 zurückfinden und New York erheblich verstärken wird. Ich habe die höchsten Erwartungen an Leo und ich weiß, dass sie diese erfüllen wird." Nyara Sabally (26 Jahre, Toronto Tempo) Die jüngere der beiden Sabally-Schwestern hatte in der vergangenen Saison mit vielen Verletzungen zu kämpfen und musste viele Spiele aussetzen. Inzwischen ist die 26-Jährige aber wieder fit und war auch bei der WM-Qualifikation in Lyon dabei. Der Umzug aus New York nach Toronto fiel Sabally schwer, sportlich dürfte sie beim neuen Club aus Kanada aber eine deutlich größere Rolle einnehmen. Das sagt Bundestrainer Olaf Lange: "Wir wollten Nyara in Toronto haben, sie war einer unserer ersten Picks. Ich bin natürlich auch mit Blick auf die WM froh, dass ich mit ihr täglich zusammenarbeiten kann. Ich bin der Meinung, dass der nächste Schritt für sie ist, eine dominantere Rolle in der WNBA zu haben und das ist hier in Toronto mit Sicherheit der Fall. Nach einer schwierigen Saison mit vielen Knieproblemen ist sie jetzt gesünder als je zuvor und wird bei uns auf jeden Fall eine Schlüsselspielerin sein. Ich bin überzeugt davon, dass sie sich über kurz oder lang zu einer absoluten WNBA-Größe entwickeln wird." Luisa Geiselsöder (26 Jahre, Portland Fire) Geiselsöder hat eine gelungene Premierensaison in der WNBA hinter sich. Von den Dallas Wings ging es für sie jetzt nach Portland, wo ein komplett neues Team an den Start geht. In der Zwischenzeit spielte sie für Mersin in der Türkei und gewann mit dem Team den Eurocup. Wegen einer Verletzung fehlte sie Deutschland in der WM-Quali. Nun ist Geiselsöder aber wieder fit und glänzte für Portland bereits in der Vorbereitung. Das sagt Bundestrainer Olaf Lange: "Ich glaube, dass Portland perfekt zu ihr passt. Ganz besonders in der jetzigen Situation, wo sie nach einigen Verletzungsproblemen während ihrer europäischen Saison dabei ist, sich vollständig zu erholen. Auch basketballerisch wird sie eine Rolle bekommen, die ihr Spiel zur Geltung bringen wird. Ich bin gespannt, welchen Input sie auf das Spiel von Portland haben und wie sie das Team besser machen wird. Ich habe hohe Erwartungen an Luisa und ihre Leistungen in Portland." Frieda Bühner (21 Jahre, Portland Fire) Die deutsche Senkrechtstarterin wurde an 17. Stelle von Portland Fire ausgewählt und komplettiert damit das deutsche Quintett in der WNBA. Bühner spielte zuletzt wie auch Fiebich in Spanien und überzeugte in Madrid mit starken Leistungen. Nachdem sie ihre Collegezeit nach nur wenigen Monaten abgebrochen hatte, will sie es jetzt in den USA schaffen. Zunächst hat sie einen sogenannten Entwicklungsvertrag unterschrieben. Das sagt Bundestrainer Olaf Lange: "Ich war eigentlich davon ausgegangen, dass sie sofort einen festen Vertrag in der WNBA bekommt. Aber Portland hatte eine andere Idee, was Frieda auch mehr Sicherheit gibt und ihr langfristig helfen wird. Offensiv kann sie auf jeden Fall auf dem WNBA-Niveau mithalten, nur defensiv ist da auf jeden Fall noch Luft nach oben. Ich bin überzeugt, dass Frieda in die WNBA gehört und dort auch langfristig eine Kraft sein wird."

