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Bei den VfL SparkassenStars Bochum können die GIESSEN 46ers am Samstag einen wichtigen Schritt zum Einzug in die Playoffs machen.

Himmelhoch jauchzend – zu Tode betrübt? In diesem Spannungsfeld, besser gesagt zwischen diesen beiden Extremen, befinden sich die GIESSEN 46ers vier Spieltage vor Hauptrundenende in der BARMER 2. Basketball-Bundesliga ProA. Sie können noch alles erreichen, natürlich auch den Aufstieg in die BBL. Sie haben aber den Einzug in die Playoffs, dessen es selbstredend bedarf, um sich in zwei K.o.-Runden nach oben zu orientieren, noch immer nicht sicher in der Tasche.

Tatsache ist: Das Match am Samstag (19 Uhr) bei den VfL SparkassenStars Bochum ist zwar kein Finale um den Einzug in die Saisonverlängerung, aber ein richtungsweisendes Duell. Siegt der Altmeister an der Ruhr, beträgt der Abstand zu einem Nicht-Playoff-Platz drei Durchgänge vor Halali mindestens zwei, bestenfalls drei Siege. Geht die Partie in der Rundsporthalle, in die die Truppe von der Lahn abermals von einem großen Fanaufgebot begleitet wird, in die Hose, liegt nur noch ein Erfolg zwischen Gießen und der von hinten schiebenden Konkurrenz. 

Es wird also spannend bei der „Blume des Reviers“, die 46ers-Cheftrainer „Frenki“ Ignjatovic in höchsten Tönen lobt. „Sie haben alles, was ein Playoff-Team braucht: Starke Ausländer und vor allem gute Deutsche, die eingespielt sind und schon lange das Bochumer Trikot tragen.“ Shooting Guard Lars Kamp seit 2019, Regisseur Niklas Geske und Center Kilian Dietz seit 2020, Flügel Jonas Grof immerhin seit 2022. Dass alle vier stets liefern, versteht sich fast von selbst.

Lars Kamp, der meist von der Bank kommt, ist jederzeit in der Lage, wie gegen Tübingen fünf oder gegen Paderborn und Köln vier Dreier zu versenken. Go-to-Guy Niklas Geske ist der Kopf des Teams, was er in dieser Saison mit durchschnittlich 28 Minuten auf dem Parkett sowie 13 Punkten und sechs Assists unterstrichen hat. Big Man Kilian Dietz, mit 35 Jahren der Routinier der Truppe, ist jederzeit in der Lage, fünf, sechs Rebounds einzusammeln. Und Jonas Grof ist mit im Schnitt acht Zählern die Zuverlässigkeit in Person. 

„Wenn Bochum heiß läuft, sind sie für jedes Team in der Liga gefährlich“, kennt Ignjatovic die Stärken und Schwächen der SparkassenStars nur zu gut. Sie zu analysieren, ist ihm in den bisher vier gemeinsamen Unterhaus-Jahren allerdings bestens gelungen, denn der VfL ist eines der Lieblingsteams der GIESSEN 46ers. Von bisher sieben Aufeinandertreffen gewannen die Mittelhessen sechs, davon alle drei (108:89, 90:76, 98:81) im Ruhrpott. Nur in der Spielzeit 2022/23 ging das 46ers-Heimspiel mit 86:92 daneben. 

Dass Bochum zuletzt drei Partien (72:93 in Kirchheim, 74:92 gegen Wolmirstedt, 58:99 in Nürnberg) verloren hat und die Entlassung von Coach Felix Banobre, der sieben Jahre an der Ruhr tätig war, noch nicht zum Erfolg geführt hat, sollte Gießen Warnung genug sein. Zum einen patzten Capitano Robin Benzing und seine Jungs zuletzt ebenfalls dreimal (79:89 in der Overtime in Bayreuth, 77:82 in Hagen, 96:97 gegen Crailsheim), zum anderen hat VfL-Manager Tobias Steinert reagiert und Interimscoach Petar Topalski mit dem Spanier Borja San Miguel einen alten Bekannten als sogenannten „Associate Headcoach“ zur Seite gestellt. 

Der 40-Jährige war von 2021 bis 2023 erst Video-Scout und dann Co-Trainer der Bochumer Basketballer unter Banobre. Zuletzt arbeitete er als Cheftrainer auf der Iberischen Halbinsel bei Basque Prat. „Borja verfügt über einen exzellenten Basketball-Background. Der Kontakt zu ihm ist nie abgerissen und nun haben wir bereits in der letzten Woche gemeinsam mit Petar Topalski entschieden, dass es die beste Lösung wäre, Borja als Unterstützung zurückzuholen“, begründete Steinert dieser Tage die im Ringen um den Playoff-Einzug eher ungewöhnliche Maßnahme. 

Bei diesem Unterfangen fehlen werden dem VfL allerdings die beiden verletzten US-Leistungsträger Dravon Mangum und Myreon Jones, die frühestens in den Playoffs wieder zur Verfügung stehen werden – falls sich der VfL dafür überhaupt qualifiziert. Mit Spielmacher Antonio Williams, der mit seinen im Schnitt 17,3 Punkten in der Korbschützenliste noch vor Gießens Kyle Castlin (16,7) rangiert, dem nachverpflichteten deutsch-chilenischen Center Aitor Pickett, der schon in Kirchheim unter den Brettern aufzuräumen wusste, mit dem aus Vietnam gekommenen US-Forward Malik Green, der stets für zwölf Zähler und fünf eingesammelte Abpraller gut ist, sowie mit Matthew Strange, der allerdings in dieser Saison noch nach seiner Form früherer Tage sucht, verfügen die SparkassenStars über Männer, die jedem Gegner das Leben schwer zu machen wissen. 

Zumal es in Gießen personell ein wenig klemmt. Roland Nyama fällt mit einer noch nicht genauer definierten Knieverletzung in jedem Fall aus. Simon Krajcovic zwickt die Leiste, so dass auch Nationalmannschafts-Physiotherapeut Lukas Lai sich in dieser Woche intensiv um den Slowaken kümmerte. Da auch dessen Pointguard-Backup Adnan Arslanagic aufgrund von schmerzhaften Blasen an den Füßen die eine oder andere Einheit ausfallen lassen musste, stockte die Vorbereitung auf das Bochum-Match in dieser Woche ein wenig. 

Am schlimmsten erwischt hat es allerdings Cheftrainer „Frenki“ Ignjatovic, der sich bei einem Unfall in den eigenen vier Wänden drei Rippen gebrochen hat und am Training nur unter großen Schmerzen teilnehmen kann. „Wir haben trotz der letzten drei unglücklichen Niederlagen gezeigt, dass wir mit jedem Team mithalten können“, sieht der 59-Jährige die 46ers nicht angezählt, sondern auf dem richtigen Weg. Wohl wissend, dass seine Mannschaft alles erreichen kann, bisher aber noch nichts erreicht hat.

Der Beitrag Noch ist nichts erreicht erschien zuerst auf GIESSEN 46ers.

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