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Gegen den „Glaskinn-Effekt“

In der „Mutter aller Derbys“ sinnen die GIESSEN 46ers am Samstag in Hagen auf Revanche für die lange nachwirkende Vorrunden-Niederlage.

Ganz ehrlich: Der Stachel sitzt tief. Tiefer jedenfalls, als es jemals den Anschein hatte. Wenn die GIESSEN 46ers am 29. Spieltag der BARMER 2. Basketball-Bundesliga ProA am Samstag (19 Uhr) bei Tabellenführer Phoenix Hagen antreten, dann werden nicht zum ersten Mal Erinnerungen wach an jenen 4. Oktober des vergangenen Jahres, als die Südwestfalen in der Osthalle mit 92:77 triumphierten. Mit 65:51 hatte der Altmeister die „Feuervögel“ kurz vor der letzten Viertelpause schon so gut wie abgefrühstückt, ehe die Gäste die Partie mit einem irren 21:0-Run in nur 220 Sekunden noch drehten und Gießen damit einen wochen-, ja monatelang andauernden Niederschlag versetzten.

 Kein Wunder also, dass Cheftrainer „Frenki“ Ignjatovic auch 175 Tage nach der Pleite noch immer einen Bezug zum Boxsport herstellt und auf den „Glaskinn-Effekt“ verweist: „Wenn du einmal richtig schwer k.o. gegangen bist, dann bist du sehr lange verwundbar.“ 

Was der 59-Jährige meint, ist hinlänglich bekannt: Wenig Stabilität und Souveränität, Ausrutscher gegen Underdogs und lange teils überschaubare Leistungen, die die Mittelhessen zwar inzwischen auf Platz sieben gespült haben, die die Playoff-Hoffnungen nähren, die aber auch dazu führten, dass der Punktsieger von einst bereits acht Siege mehr auf dem Konto hat als die 46ers.

Sechs Erfolge aus den letzten sieben Partien haben „Frenkis“ Jungs aber rechtzeitig vor der Crunchtime der Saison auf Kurs gebracht, so dass der Deutsch-Serbe davon spricht, dass „wir uns alle sehr auf das Match freuen.“ Es sei trotz Leverkusen gegen Köln, trotz Kirchheim gegen Crailsheim, trotz Quakenbrück gegen Bremerhaven „die Mutter aller Derbys“, eine Begegnung „von großer Brisanz“, an der „jeder beteiligt sein“ wolle.

Was der aus Belgrad stammende Übungsleiter weniger auf Aiden Warnholtz denn auf jene drei Profis bezieht, die Hagen am Montag beim hauchzarten 92:91-Sieg als Gast der RheinStars Köln fehlten. Während der Gießener Kanadier inzwischen nach fast zwei Monaten Leidenszeit wenigstens ohne Manschette trainieren kann, ein Einsatz an der Volme aber wahrscheinlich zu früh kommt, steht hinter dem Mitwirken eines Phoenix-Trios ein Fragezeichen, das Trainer Chris Harris erst am Samstag beantworten wird. Dennis Nawrocki (Knöchel), Lucas N’Guessan (Knie) und Ryan Schwieger (Schlag gegen den Kopf) pausierten am Rhein; ihr Einsatz ist fraglich.

Aber egal: Schließlich verfügt Harris über eine namhaft besetzte Mannschaft, die in der Regel kaum Schwachpunkte verrät. Da ist im Aufbau der ehemalige Trierer Marcus Graves, der Gießen im Hinspiel mit sieben versenkten Dreiern im Schlussabschnitt den Knock-out versetzte. Der 30-jährige Kalifornier ist stets für 14 Punkte und fünf Assists zu haben. Devin Schmidt, inzwischen deutscher Staatsbürger, legt im Schnitt 16 Zähler auf. Nur in sechs von 27 Partien traf er nicht zweistellig, außerdem sind sechs Treffer von jenseits der 6,75-Meter-Linie wie gegen Nürnberg oder fünf wie gegen Wolmirstedt oder Tübingen immer drin bei ihm. Auch Bjarne Kraushaar, der zweite waschechte Gießener im Hagener Team neben Big Man Tim Uhlemann, streut schon mal 21 oder 19 Punkte ein.

Auf den Flügeln sorgen der Ex-Heidelberger Jeff Caroll mit durchschnittlich zwölf Zählern und der aus Würzburg gekommene Fabian Bleck, der wie gegen Göttingen auch ein Double-Double im Repertoire hat, für Gefahr. Und unter den Brettern räumen der Neuseeländer Anzac Rissetto, Tim Uhlemann (elf Punkte, vier Rebounds) und der niederländische Internationale Lucas N’Guessan, der meist sieben oder acht Abpraller einsammelt, für Spektakel.

Da Phoenix Hagen, das seit 2009 von den letzten 18 Duellen gegen die GIESSEN 46ers elf gewinnen konnte, über die mit Abstand effektivste Offensive der Liga verfügt, Gießen nach Crailsheim aber die zweitbeste Defense der ProA aufzuweisen hat, verspricht das Duell der beiden traditionsreichsten Clubs des Unterhauses Spannung pur. Eine Spannung, die die Gäste, die von rund 150 Anhängern begleitet werden, nicht wie im Hinspiel nur drei Viertel lang aufrecht erhalten wollen …

Der Beitrag Gegen den „Glaskinn-Effekt“ erschien zuerst auf GIESSEN 46ers.

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