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Eine ganz bittere Pille

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Nach zuletzt sechs Siegen in Serie verlieren die GIESSEN 46ers in der Overtime beim BBC Bayreuth unnötig mit 79:89.

Zum 150-jährigen Jubiläum der Richard-Wagner-Festspiele haben sich die GIESSEN 46ers unterhalb des Grünen Hügels wieder einmal als gerngesehene Gäste präsentiert. Nach zuletzt sechs Siegen in Serie rettete sich der Altmeister zwar erstmals in den drei gemeinsamen Jahren in der BARMER 2. Basketball-Bundesliga ProA in die Overtime, trat die 320 Kilometer lange Heimreise aber erneut mit leeren Händen an. 

Mit 79:89 (36:41, 70:70) unterlagen die Schützlinge von „Frenki“ Ignjatovic dem ortsansässigen BBC Bayreuth und ließen dabei am Ende einen konsternierten Cheftrainer zurück. Weil seine Mannschaft wie schon so oft in dieser Saison nach einem guten Start einen Einbruch erlebt hatte. Weil einige der Leistungsträger völlig neben sich standen. Vor allem aber, weil seine Jungs das von ihm angesagte Play 11,6 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit nicht umgesetzt hatten. Statt den Korb, wie vom 59-Jährigen gefordert, zu attackieren, entschieden sie sich zu einem weiten Dreier durch Simon Krajcovic, der jedoch sein Ziel verfehlte. Um es mit Kapitän Robin Benzing zu sagen: „Wir haben zum Schluss nicht ganz die richtige Entscheidung getroffen.“ 

Der Rest des laut Luis König Figge „ganz bitteren“ Abends ist bekannt: Ein 9:19 in der fünfminütigen Verlängerung, nur noch ein Feldkorb und Fouls, die den Hausherren an der Linie Oberwasser verliehen. Am Ende hatten die Mittelhessen, die abermals den an der Hand verletzten Aiden Warnholtz nicht dabei hatten, zwar drei von vier Vierteln der regulären Spielzeit zu ihren Gunsten entschieden, das ernüchternde 8:27 im zweiten Abschnitt aber hatte ihnen das Wochenende und Branislav Ignjatovic die Laune verhagelt.

„Viel zu sorglos“ sei seine Mannschaft nach der satten 28:14-Führung nach den ersten zehn Minuten zu Werke gegangen, monierte der Übungsleiter. „Wir haben uns viel zu sicher gefühlt und viel zu nachlässig verteidigt.“ Nicht das erste Mal seien die 46ers gut gestartet, hätten dann aber unerklärlich abgebaut. „Darüber wird zu reden sein“, kündigte der Deutsch-Serbe an. Wahrscheinlich schon an diesem Montag, an dem der Mann aus Belgrad den freien Vormittag gleich einmal gestrichen hat.

Unter anderem durch zehn Punkte des zu Beginn kaum zu bändigenden Kyle Castlin knüpfte Gießen in der Anfangsphase an die selbstbewussten Vorstellungen der letzten Wochen an. Luis König Figge zeigte sich gegen Tehree Horn im griechisch-römischen Bodenkampf als Punktsieger, Robin Benzing traf per Fade-Away und Simon Krajcovic bewies per Backdoor-Cut Überblick, so dass den Gästen bei ihrer zwischenzeitlichen 14-Punkte-Führung auch bereits fünf vergebene Freiwürfe nichts anhaben konnten.

Als Bayreuth, das auf Moritz Plescher, Lenny Liedtke und Nat Diallo verzichten musste und dadurch in der deutschen Rotation äußerst eingeschränkt war, Kyle Castlin jedoch in den Griff bekam, die 46ers nicht einmal mehr an die Linie kamen, sich aus Downtown nichts trauten und Double-Double-Maker Cantia Rahming immer mehr auftaute, schienen die Männer von der Lahn angezählt. Beim 30:34 (17.) hatten die Oberfranken den Anschluss hergestellt, beim 37:36 (19.) lagen sie nach dem 4:2 aus der Anfangsphase wieder vorne. Und beim 54:43 (24.) hatten sie sogar bereits elf Punkte zwischen sich und Gießen gelegt.

„Plötzlich haben wir überhaupt keine Antworten mehr auf die Bayreuther Strategie gefunden. Das war schon echt frustrierend“, ärgerte sich Center Jonathan Maier. Luis König Figge bemängelte, dass „wir sie im zweiten Viertel und in der Overtime nicht verteidigt haben.“ Und Robin Benzing grantelte: „Bayreuth hat seine Physis erhöht und uns unter Druck gesetzt. Statt dagegenzuhalten, haben wir aber den Faden verloren und haben nicht mehr gut abgeschlossen.“ Was magere 42 Punkte aus den letzten 30 Minuten bis zur Verlängerung unterstrichen.

Die beiden nachverpflichteten Adnan Arslanagic (kein Treffer bei fünf Dreierversuchen) und Viktor Kovacevic (nur zwei Körbe aus dem Halbfeld und nur ein getroffener Freiwurf bei vier Chancen) standen erstmals in dieser Saison völlig neben sich. Daniel Norl schied mit einer Oberschenkelverletzung (36.) aus. Kyle Castlin (nur noch vier Punkte zwischen der elften und der 45. Minute) tauchte ab. Und auch Robin Benzing verriet lediglich an der Freiwurflinie Stabilität. Da auch eine abermals dürftige 14-prozentige Quote von jenseits der 6,75-Meter-Linie, zehn liegengelassene Freiwürfe, nur 13 Assists und stattliche 20 (!) Ballverluste nicht gerade nach einem Auswärtssieg riefen, nahm das Unheil aus Gießener Sicht seinen Lauf.

Und dies, obwohl das Momentum zum zweiten Mal auf 46ers-Seite zu kippen schien. Denn aus einem 60:67-Rückstand machten Kyle Castlin, Simon Krajcovic per Dreier und Sekunden später per Goaltending den 67:67-Ausgleich. Bayreuth lag zwar abermals mit 70:67 vorn, doch Robin Benzing bewies Führungsqualitäten, ließ Leroy Ikejiaku mit einer Körpertäusch aussteigen und verwandelte eiskalt aus dem Nirgendwo zum 70:70. 

Alles schien angerichtet für den siebten Gießener Auswärtserfolg dieser Saison. Zumal Cantia Rahming 11,6 Sekunden vor Schluss mit einem Bein im Aus stand und die 46ers nochmals in Ballbesitz kamen. Doch wie schon erwähnt: Der Not-Dreier von Simon Krajcovic, so nicht geplant, fand als Buzzerbeater nicht sein Ziel. Und in der Overtime, so Robin Benzing, „ist uns komplett die Energie ausgegangen.“

Von einer „ganz bitteren Pille“ sprach ein sehr enttäuschter „Frenki“ Ignjatovic, der seinem „unfassbar stolzen“ Gegenüber Lukas Hofer artig zum Sieg gratulierte. Und gleichzeitig warnend den Zeigefinger hob. „Wir stehen noch lange nicht in den Playoffs.“ 

Drei Siege beträgt der Gießener Abstand zu Rang neun und den vorzeitigen Sommerferien, die der Altmeister nun bei Spitzenreiter Phoenix Hagen (Samstag, 28. März, 19 Uhr) und gegen Vize HAKRO Merlins Crailsheim (Samstag, 4. April, 19 Uhr) vermeiden möchte. Was nur funktioniert, wenn sich Gießen in der Ischelandhalle nicht erneut als gerngesehener Gast präsentiert.

Bayreuth: Sturdivant (12), Horn (17), Mart (20), Rahming (20), Holländer, Ikejiaku (9), Allen (4), Brandwijk (7), Naughton, Liedtke (n.e.).

Gießen: Norl (4), Arslanagic (8), Castlin (14), Benzing (16), Maier, König Figge (5), Müsse (n.e.), Gloger (10), Nyama, Kovacevic (5), Krajcovic (17).

UND SONST NOCH …

  • Unsere Starter: Daniel Norl, Adnan Arslanagic, Kyle Castlin, Till Gloger, Viktor Kovacevic.
  • Unser ausdauerndster Profi: Kyle Castlin (37:56 Minuten).
  • Unser stärkster Rebounder: Kyle Castlin (11).
  • Unser erfolgreichster Passgeber: Adnan Arslanagic (4).
  • Unsere höchste Führung: 28:14 (10. Minute).
  • Unsere erfolgreichste Serie: 7:0 zum 28:14 (10. Minute) und 7:0 zum 67:67 (35. Minute).
  • Unsere emotionalen Beobachter: 2384 Zuschauer in der Oberfrankenhalle, davon zehn aus Gießen.
  • Unser nächster Auftritt: Samstag, 28. März (19 Uhr), in der Ischelandhalle von Phoenix Hagen.

Der Beitrag Eine ganz bittere Pille erschien zuerst auf GIESSEN 46ers.

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