Ein rundherum gelungener Abend
Die GIESSEN 46ers sind das „heißeste“ Team der ProA und schlagen die Kirchheim Knights nach einer bärenstarken Vorstellung mit 111:89.
Am „Internationalen Tag der Mathematik“ haben die GIESSEN 46ers ihren Kontrahenten angezählt und eindrucksvoll aufgezeigt, dass mit ihnen weiter zu rechnen ist. Mit einem überragenden und zu keiner Zeit gefährdeten 111:89 (66:41)-Erfolg über die Bozic Estriche Knights Kirchheim feierte der Altmeister den sechsten Sieg in Serie und darf sich getrost als aktuell „heißeste“ Mannschaft der gesamten BARMER 2. Basketball-Bundesliga ProA bezeichnen lassen.
Ein Fakt, der Trainer „Frenki“ Ignjatovic mit „großem Stolz“ erfüllte: „Wahrscheinlich werden wir auch in dieser Saison noch Spiele verlieren, wir sollten aber jetzt erstmal das Momentum genießen“, war der 59-Jährige beeindruckt von dem, was seine Jungs in der Crunchtime dieser noch mindestens sieben Spieltage dauernden Runde wieder einmal zu leisten im Stande waren. „Von Anfang an haben wir die Partie kontrolliert, haben bärenstark reboundet und endlich auch überragend getroffen“, war Kapitän Robin Benzing beeindruckt davon, dass seine Männer schon nach einer Viertelstunde beim 52:27-Zwischenstand durch den seit vielen Wochen starken Till Gloger auf Kurs Richtung 100-Punkte-Marke schipperten.
Als Jonathan Maier diese 3:45 Minuten vor Schluss mit dem 101:80 übertraf, kannte der Jubel in der wieder einmal prächtig gefüllten Osthalle keine Grenzen mehr. Die Fans sangen „Der MTV ist wieder da …“ und „Rot und Weiß, ein Leben lang“, die Profis klatschten sich ab und lagen sich in den Armen, noch ehe die Partie überhaupt auf die Zielgerade eingebogen war. Und Gäste-Trainer Igor Perovic, schon aus alten Belgrader Zeiten ein enger Freund von „Frenki“ Ignjatovic, erkannte neidlos an: „Gießen ist eines der besten Teams der Liga, wir werden noch von ihnen hören.“
Was die 46ers gegen seine „Ritter“, die allerdings – und dies sollten bei aller Euphorie nicht unerwähnt bleiben – kurzfristig auf Big Man Nicolas Bretzel, auf US-Guard Tyrel Morgan und nach einem frühen Zusammenprall mit Jonathan Maier auch auf ihren Regisseur Phil Russell (Knöchelverletzung) verzichten mussten, die somit in ihrer Rotation besonders in Halbzeit zwei kaum Spielräume mehr besaßen und am Ende auch nur sechs Scorer auf dem Roster hatten, in vielen Punkten demonstrierten.
Die Wurfquoten, endlich auch die aus Downtown, stimmten. Die Hoheit unter beiden Brettern war auffällig. Acht Balldiebstähle und nur zehn eigene Ballverluste waren aller Ehren wert. Till Gloger unterstrich mit neun Treffern bei elf Versuchen aus der Nahdistanz in nur gut 16 Minuten abermals seine große Bedeutung als Starter. Kyle Castlin, Robin Benzing und Viktor Kovacevic trafen immer dann, wenn es nötig war. Luis König Figge und Daniel Norl brachten Energie. Die „Bankangestellten“ Roland Nyama, Kai Müsse und Nejc Tevzic bekamen nicht nur Minuten, sondern sorgten auch für Spektakel.
Und der Bosnier Adnan Arslanagic erwies sich abermals als starke Nachverpflichtung und als Alternative zum Slowaken Simon Krajcovic, dessen Bedeutung für die Mannschaft Branislav Ignjatovic in der Pressekonferenz allerdings nicht unter den Tisch kehren wollte: „Simon verkörpert jene DNA, die wir in Gießen so sehr lieben. Er hat nach seiner schweren und große Schmerzen verursachenden Hüftprellung in Göttingen nur einmal trainieren können, hat mir aber signalisiert, dass er sich zur Verfügung und in den Dienst der Mannschaft stellt. Mit Tabletten, mit Spritzen. Er ist zusammen mit Adnan nicht nur eine geile Kombination für uns, sondern vor allem ist Simon ein ganz, ganz großer Sportler.“ Der immerhin fast 14 Minuten durchhielt und starke fünf Assists zum Gelingen beisteuerte.
Es war ein Gelingen, das schon von der ersten Sekunde an auch ohne den weiter wegen einer Handverletzung fehlenden Kanadier Aiden Warnholtz seinen Lauf nahm. Als Viktor Kovacevic per krachendem Dunk das 13:7 (4.) markierte, Adnan Arslanagic einen Buzzerbeater-Dreier zum 18:10 (6.) versenkte, Kyle Castlin per Tip-In einen Fehlwurf von Robin Benzing korrigierte (32:19, 9.), Luis König Figge eines seiner typischen Soli kraftvoll zum 45:25 (14.) abschloss, Kai Müsse, kaum drei Sekunden auf dem Feld, auf Arslanagic-Zuspiel auf 62:32 (18.) stellte, der Center-Youngster im Blindflug nach einer Mega-Rettung von Daniel Norl das 105:82 (38.) besorgte oder schließlich Nejc Tevzic hinterrücks Jonathan Maier beim 111:87 (40.) in Szene setzte, war allen klar: Das Spektakulum war am Samstagabend eindeutig auf Seiten der GIESSEN 46ers.
„Wir haben Kirchheim schnell den Schneid abkaufen können und echt stark zusammengespielt“, wusste Till Gloger, „dass wir dieses Momentum auch in die kommenden Wochen transportieren müssen.“ Luis König Figge sprach von einer „absolut geilen Teamleistung. Wenn man so stark beginnt wie wir, dann profitierst du von diesem Rückenwind das komplette Match.“ Robin Benzing befand trocken, dass „wir gegen eine nicht zu unterschätzende Mannschaft wie Kirchheim einen richtig guten Job gemacht haben.“ Und Cheftrainer Branislav Ignjatovic freute sich darüber, „dass wir die Partie quasi schon zur Halbzeit entschieden hatten.“
Zur Halbzeit eines Matches am „Internationalen Tag der Mathematik“, an dem die GIESSEN 46ers eindrucksvoll aufzeigen konnten, dass mit ihnen in dieser Saison noch zu rechnen ist.
Gießen: Norl (6), Arslanagic (12), Tevzic, Castlin (17), Benzing (14), Maier (8), König Figge (9), Müsse (5), Gloger (18), Nyama (3), Kovacevic (17), Krajcovic (2).
Kirchheim: Russell, Schwanenberg, Harris (16), Aydinoglu (15), Mayer (14), Pope (26), Spinoso (8), Failenschmid (10), Jung.
UND SONST NOCH …
- Unsere Starter: Daniel Norl, Adnan Arslanagic, Kyle Castlin, Till Gloger, Viktor Kovacevic.
- Unser ausdauerndster Profi: Adnan Arslanagic (26:21 Minuten).
- Unsere stärksten Rebounder: Kyle Castlin und Jonathan Maier (je 8).
- Unser erfolgreichster Passgeber: Adnan Arslanagic (9).
- Unsere höchste Führung: 62:32 (18. Minute).
- Unsere erfolgreichste Serie: 9:0 zum 80:51 (25. Minute).
- Unsere emotionalen Beobachter: 2389 Zuschauer in der Osthalle.
- Unser nächster Auftritt: Samstag, 21. März (19 Uhr), in der Oberfrankenhalle des BBC Bayreuth.
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