BUNTE BÜHNE BASKETBALL (56)
Ex-Gießener „Cha Cha“ Zazai beerbt Eiko Potthast in Wolmirstedt.
Die SBB Baskets Wolmirstedt haben überraschend Achmadschah Zazai als neuen Cheftrainer verpflichtet. Der 39-Jährige soll den Aufsteiger im Saisonendspurt zum Klassenerhalt in der Barmer 2. Basketball-Bundesliga ProA führen. Bereits am Montagabend saß der ehemalige Regisseur der GIESSEN 46ers im mit 75:74 gewonnenen Heimspiel gegen den BBC Bayreuth auf der Bank des Aufsteigers aus Sachsen-Anhalt. „Als der Anruf kam, habe ich nicht lange gezögert, meine Sachen gepackt und mich direkt von meinem Wohnort Berlin aus auf den Weg nach Magdeburg gemacht. Jetzt freue ich mich darauf, gemeinsam mit dem Team, dem Club und den Fans alles reinzuwerfen, um die Liga zu halten“, wird „Cha Cha“ Zazai in einer Pressemeldung zitiert. Die SBB Baskets rangieren aktuell als Liganeuling neun Partien vor dem Ende der Saison auf dem vorletzten Tabellenplatz. Der Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz beträgt derzeit einen Sieg. Nach der 83:98-Heimniederlage am Freitagabend gegen die Bozic Estriche Knights Kirchheim, die an diesem Samstag (19 Uhr) bei den GIESSEN 46ers vorstellig werden, entschieden sich die Verantwortlichen, den langjährigen Cheftrainer Eiko Potthast, der acht Jahre beim Verein arbeitete, freizustellen.
Mit Achmadschah Zazai übernahm nun ein ehemaliger Bundesligaprofi, der unter anderem für die Löwen Braunschweig, die RIESEN Ludwigsburg, den Mitteldeutschen BC, die GIESSEN 46ers (2011 bis 2013, 2015/16), die Niners Chemnitz und die Hamburg Towers auf dem Parkett stand. Seine Trainerkarriere startete er 2022 in der 1. Regionalliga bei der BG 2000 Berlin, wo ihm direkt der Aufstieg gelang. In der ersten Saison in der Pro B führte Zazai sein Team als Aufsteiger umgehend ins Halbfinale der Playoffs. In der Saison 2024/25 übernahm der Deutsch-Afghane das Pro-A-Team der ART Giants Düsseldorf nach neun sieglosen Partien und führte den Club noch zum sportlichen Klassenerhalt, den diese aus wirtschaftlichen Gründen dann aber doch nicht wahrnahmen.
Auch andere ehemalige Osthalle-Protagonisten haben in den vergangenen Tagen für Schlagzeilen gesorgt. Beispielsweise Denis Wucherer. Der Ex-Nationalspieler, der die GIESSEN 46ers von 2013 bis 2017 coachte und sie dabei von der ProA zurück in die BBL führte, sitzt künftig beim belgischen Spitzenclub BC Ostende, für den er als aktiver Spieler bereits auf dem Feld stand, auf der Bank. Der Vertrag als Cheftrainer läuft bis Sommer 2027. Beim Tabellenzweiten der niederländisch-belgischen BNXT-Liga folgt Wucherer auf den Griechen Georgios Dedas, der wegen der „unzureichenden Entwicklung“ der Mannschaft vergangenen Freitag überraschend freigestellt wurde. „Ich danke dem Vorstand für diese Chance und freue mich darauf, gemeinsam mit dem Team und unseren Fans ein erfolgreiches neues Kapitel zu schreiben“, wird Wucherer auf der Vereins-Website der Männer aus dem Seebad im westlichen Flandern zitiert.
Für den 52-Jährigen ist es der erste Job seit seiner Entlassung am Main vor knapp einem Jahr. Die Frankfurt Skyliners hatten den gebürtigen Mainzer erst freigestellt und kurz darauf fristlos gekündigt. Der geschasste Trainer ging gerichtlich gegen die Kündigung vor. Das Arbeitsgericht gab Denis Wucherer jüngst in allen Punkten Recht, der Boulevard schrieb von einer „krachenden Niederlage“ der Skyliners. Die fristlose Kündigung sei unzulässig gewesen, der Vertrag Wucherers habe sich zudem mit dem Klassenerhalt automatisch um ein Jahr verlängert. Die Skyliners haben inzwischen Berufung gegen das Urteil eingelegt, eine notwendige Berufungsbegründung sei beim Landesarbeitsgericht aber noch nicht eingegangen, war in Frankfurter Zeitungen zu lesen. Folglich gibt es auch noch keinen Termin für eine neue Verhandlung. Klar dürfte immerhin sein: Da Wucherer nun einen neuen Job in Belgien hat, müssen die Skyliners ihren Ex-Trainer ab sofort nicht mehr bezahlen. Geld schulden sie Wucherer Stand jetzt aber ohnehin noch genug.
In der Causa John Bryant herrscht inzwischen Klarheit: Der langjährige Publikumsliebling der GIESSEN 46ers, der zwischen 2017 und 2022 viereinhalb Jahre Rot und Weiß trug, der danach für den Mitteldeutschen BC spielte und sich Mitte Februar schließlich den Eisbären Bremerhaven anschloss, fällt sechs bis acht Monate aus. „Es ist eine Ruptur der Achillessehne. Wie stark oder wie schlimm es ist, kann ich nicht sagen. Sicher ist nur: John wird in dieser Saison nicht mehr für uns auflaufen können“, gab Max Melching, der Geschäftsführer der Nordlichter, unlängst bekannt, nachdem sich der Center in der Unfallklinik Murnau, rund 70 Kilometer südlich von München, hatte operieren lassen. Dort wurden auch schon Bayern-Star Jamal Musiala und Ex-Nationalmannschafts-Keeper Manuel Neuer erfolgreich behandelt.
Die Reha wird sich über mehrere Monate hinziehen. Sollte alles glattlaufen, will Big John offenbar seine Karriere fortsetzen. Zumindest klingt er gewohnt kämpferisch: „Nach meiner Familie ist Basketball meine zweite große Liebe. Ich kann ihr jetzt nicht böse sein, dass sie mir die erste richtig große Verletzung beschert hat, die mich nun bremst.“ Was Bremerhavens Geschäftsführer ähnlich sieht: „Von einem Ende seiner Laufbahn hat er nicht gesprochen“, so Max Melching. „Wie es weitergeht, ist in alle Richtungen offen.“ Das bestätigt auch Eisbären-Trainer Steven Esterkamp. Der kennt Bryant seit vielen Jahren sehr gut. Erst spielten sie in Ulm zusammen, später trafen sie sich in Paderborn wieder, wo Esterkamp den US-Amerikaner trainierte: „Ich glaube nicht, dass es eine letzte Saison ist“, sagte Esterkamp. „In seinem Kopf will er es nochmal versuchen.“
Und das trotz seines fortgeschrittenen Alters. „Nur weil er jetzt mit 38 Jahren so eine Operation hat, hat er überhaupt nicht ans Aufhören gedacht“, so sein Anwalt Herrlin Markja in der Sport-Bild. Der hatte durch den Gang vors Arbeitsgericht die Freigabe von den SYNTAINICS MBC für Bremerhaven erreicht. John Bryant: „Ich bereue nichts und habe mir in dieser ganzen Story nichts vorzuwerfen. Den Eisbären drücke ich die Daumen. Jetzt habe ich aber ausschließlich meine Reha im Blick; und natürlich meine Family.“
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