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Der Jetzt-erst-recht-Effekt

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Nach dem Saisonaus für Devon Goodman rücken die GIESSEN 46ers vor dem Duell bei den SBB Baskets Wolmirstedt noch enger zusammen.

Als am Dienstag die Knieverletzung von Devon Goodman feststand, allemal, als die Nachricht vom Saisonende des Pointguards öffentlich wurde, ging für „Frenki“ Ignjatovic die Arbeit – nein, ehrlich gesagt: der Stress – erst so richtig los. Noch am Abend stand das Handy nicht mehr still. Und als er nicht mehr dranging, schaute er Videos von möglichen Nachfolge-Kandidaten bis zum Morgengrauen. Dann zwei, drei Stunden Schlaf und hinein ins Auto, denn in den Rivers wartete am Mittwoch ab 10 Uhr die nächste Einheit. 

Schnell ein Kaffee von der Tankstelle und ein Fleischkäsebrötchen des Pressesprechers; und teils mit vollem Mund weitere Telefonate. Mit dem Office. Mit Profis. Mit Beratern. Mit Freunden. Mit Sponsoren. Schlicht mit Menschen, die helfen wollen. Ende? Offen! Schließlich stand das letzte Training vor dem Auswärtsspiel des 23. Spieltags in der BARMER 2. Basketball-Bundesliga ProA an diesem Freitag (19.30 Uhr) bei den SBB Baskets Wolmirstedt auf dem Programm. Danach eine lange Busfahrt am Donnerstag nach Sachsen-Anhalt, ein abendliches Practice und eine Übernachtung vor den Toren Magdeburgs. 

„Vielleicht gelingt es uns ja noch, einen Ersatz für Devon zu bekommen“, ist der Cheftrainer der GIESSEN 46ers vorsichtig optimistisch, vor dem Ende der Wechselfrist am Sonntag personell nochmals nachrüsten zu können. Schließlich gilt die Position des Go-to-Guys, des Leaders, des Regisseurs beim Altmeister als der wunde Punkt allen Bemühens, Anfang Mai in die Playoffs einziehen zu können. 

Elf Siege bei ebenso elf Niederlagen stehen für die Lahnstädter auf Rang acht derzeit zu Buche. Nach Einschätzung vieler hätte die Bilanz ein wenig günstiger ausfallen können, wenn Simon Krajcovic sich in besserer Form befunden hätte. Die Tatsache aber, dass der Slowake auf der Eins nun weitestgehend auf sich alleine gestellt ist und allerhöchsten noch Unterstützung durch den allerdings an der rechten Wurfhand beeinträchtigten Aiden Warnholtz findet, bietet auch Chancen: „Vielleicht platzt bei ihm der Knoten wie unlängst schon mal in Karlsruhe“, hat Ignjatovic die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Krajcovic in den abschließenden 13 Partien zu jener Form zurückkehrt, wegen der ihn der Deutsch-Serbe im Sommer von den Eisbären Bremerhaven nach Mittelhessen lotste. 

Wie dem auch sei, die 46ers wollen beim Neuling gewinnen. Sie wollen an den starken Auftritt beim 92:69 gegen die Tigers Tübingen anknüpfen. Sie wollen gar manchen Rückschlag vergessen machen. Sie wollen zeigen, dass sie besser sind, als es ihr momentaner Rang verrät. Und sie wollen Werbung machen für den mit großer Spannung erwarteten Doppelspieltag in der Wetzlarer Buderus Arena, wenn sie am 21. Februar quasi als „Vorgruppe“ des RSV Lahn-Dill ab 17.30 Uhr die Nürnberg Falcons zu Gast haben. 

„Für uns heißt es, zusammenzurücken“, hat „Frenki“ Ignjatovic nicht nur neues Selbstvertrauen bei seinen Jungs ausgemacht, sondern auch einen Jetzt-erst-recht-Effekt entdeckt. „Für uns gleicht ab sofort jede Partie einer Qualifikation für einen Wettbewerb. Es wird in den kommenden Wochen noch ein harter Kampf, ich bin mir aber sicher, dass wir uns noch belohnen werden.“ 

Am besten schon beim Aufsteiger aus der nur 12.000 Einwohner zählenden Kleinstadt im Landkreis Börde, der seine Heimspiele in der rund 1500 Besucher fassenden Wolfgang-Lakenmacher-Halle in Magdeburg austrägt. Und dort schon den einen oder anderen Großen der Branche zum Wanken, ja sogar zum Fallen gebracht hat. Wie zuletzt die Eisbären Bremerhaven, die schon 44:35 führten, in Halbzeit zwei aber vom Aufsteiger noch überrollt wurden.

Weil der starke Pointguard Daivien Williamson 31 Punkte auflegte und dabei acht (!) Dreier versenkte. Weil DeVondre Perry nur knapp an einem Double-Double vorbeischrammte. Weil Martin Bogdanov und Michael Hughes II die Bretter beherrschten. Und weil der Ex-Bamberger Kevin Wohlrath ein zwar nur sieben Minuten dauerndes Debüt gab, seine Rückenprobleme aber schnell wieder verschwanden und er gegen Gießen auflaufen wird. 

„Wolmirstedt hat seinen Kader gegenüber des Saisonstarts stark verändert. Sie sind inzwischen konkurrenzfähig, haben sechs Ausländer in ihrem Kader und reden mittelfristig sogar von einem Projekt, das ähnlich wie das in Weißenfels in der Bundesliga enden soll“, kennt „Frenki“ Ignjatovic die Stärken der Hausherren, bei denen Daivien Williamson im Schnitt gut 18 Punkte markiert, Michael Hughes II acht Abpraller einsammelt und Martin Bogdanov sechs Assists einstreut. Da auch der litauische Powerforward Modestas Paulauskas nach langer Verletzungspause wieder an Deck ist, Quakenbrück-Nachverpflichtung DeVondre Perry und der bullige Fabien Kondo stets zweistellig scoren sowie rebounden können und Alieu Ceesay immer für fünf, sechs Abpraller zu haben ist, sagt SBB-Coach Eiko Potthast trotz der 66:95-Abreibung vor sechs Wochen in der Osthalle: „Wir haben etwas gutzumachen, wollen auf den Erfolg gegen Bremerhaven aufbauen und eine kleine Serie starten.“ 

Das möchten allerdings auch die GIESSEN 46ers, die trotz aller personeller Sorgen optimistisch in die Zukunft blicken.

Der Beitrag Der Jetzt-erst-recht-Effekt erschien zuerst auf GIESSEN 46ers.

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