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„Ein Albtraum“

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Ohne Selbstvertrauen und mit zittrigen Händen verlieren die GIESSEN 46ers auch beim Vorletzten Bayer Giants Leverkusen mit 73:82.

Am internationalen „Tag des Komplimente-Machens“ blieben Spieler wie Trainer der GIESSEN 46ers die wohlfeilen Worte förmlich im Halse stecken. Robin Benzing grantelte: „So sind wir nicht Playoff-tauglich.“ Jonathan Maier ärgerte sich darüber, dass „wir viel zu leicht zu verteidigen sind.“ Till Gloger schüttelte den Kopf: „Es ist der Wahnsinn. Selbst die offenen Würfe fallen nicht mehr rein.“ Und Cheftrainer „Frenki“ Ignjatovic saß noch lange nach Spielende allein in seiner Kabine, vergrub sein Gesicht in seinen großen Pranken und suchte nach Worten: „Ein Albtraum!“ 

Eine Woche nach der 74:77-Heimniederlage gegen Schlusslicht Uni Baskets Münster verloren die GIESSEN 46ers am Freitagabend auch beim Tabellenvorletzten Bayer Giants Leverkusen mit 72:83 (28:44). Damit rutschten sie in der Tabelle der BARMER 2. Basketball-Bundesliga ProA auf Rang zehn ab. 

Noch schlimmer: Sie waren bei ihrer vierten Niederlage im fünften Match in Folge weitestgehend chancenlos. Mitte des dritten Viertels lagen sie bereits mit 24 Punkten (34:58) zurück. Erst als sie mit dem Rücken zur Wand standen, erst als sie gezwungen waren, jeden Schuss zu nehmen, erst als im Schlussabschnitt die Spieluhr gnadenlos gegen die Mittelhessen tickte, war ein Aufbäumen zu ernennen. Urplötzlich packte die Defense zu, verkürzten die Gäste den Rückstand beim 72:78 von Daniel Norl nach vorherigem Steal von Aiden Warnholtz zwischenzeitlich gar auf sechs Zähler, doch zu diesem Zeitpunkt waren nur noch 61 Sekunden zu spielen. 

„Das Momentum lag auf unserer Seite, wir haben es aber nicht nutzen können“, wusste Till Gloger, dessen 67:76 von Downtown 2:10 Minuten vor der Sirene wie ein allerletztes Aufbäumen gewirkt hatte. Zwei Dreier durch Kyle Castlin und Devon Goodman verfehlten aber hernach ihr Ziel. Und die Farbenstädter machten in Person von Kobe Langley und Lok Wur an der Freiwurflinie den Deckel drauf. 

„Wir hängen in einem tiefen Loch fest. Gerade in der ersten Halbzeit waren für völlig hilflos und hatten keine Ideen. Das einzig Gute an diesem Match war, dass wir die Pleite schon 44 Stunden später nicht unbedingt vergessen machen, zumindest aber korrigieren können.“ Recht hatte Robin Benzing, dessen Mannschaft zwar gut in die Partie kam und schnell mit 6:0 (2.) führte, aber schon Sekunden später, als die Hausherren durch zwei Langley-Dreier schnell ausgeglichen hatten, jegliches Selbstvertrauen vermissen ließen und mit zittrigen Händen in die Katastrophe schlitterte. 

Den 7:0-Lauf von Leverkusen zum 18:11 (6.) beendete Aiden Warnholtz von weit draußen. Als jedoch Bayer-Neuverpflichtung Luk Wur Gießens Rückkehrer Viktor Kovacevic spektakulär abräumte und sich Simon Krajcovic, der wieder einmal völlig neben sich stand, gleich mehrere Fehlpässe erlaubte, kippte die Partie früh. Die 46ers brachten im zweiten Viertel bis auf den Dunk von Kyle Castlin nach vorherigem Fehlschuss von Robin Benzing acht Minuten lang keinen Feldkorb zustande, der 14-fache Meister vom Rhein aber ließ das Bällchen (und den Gegner) laufen. Als Castlin auch noch die Uhr zur Halbzeitpause aus den Augen verlor, war die Unsicherheit der 46ers für jeden in der spärlich besetzten Halle im Schatten der großen Bay-Arena greifbar. 

„Wir hatten uns zur zweiten Hälfte noch einmal viel vorgenommen, es hat aber wenig funktioniert“, musste „Frenki“ Ignjatovic von außen mitansehen, wie Leverkusen seinen 16-Punkte-Vorsprung gar auf 20 vor dem Schlussabschnitt auszubauen wusste. Weil sich Kyle Castlin zwei haarsträubende Turnover erlaubte, weil Viktor Kovacevic den Ball beim eigenen Tempogegenstoß verlor und weil Till Gloger an der Freiwurflinie gleich doppelt patzte. Als sich am Ende Gloger über den einen Kopf größeren Dennis Heinzmann, der sagenhafte 20 Rebounds einsammelte, hochschraubte und das Spielgerät zum 52:66 (33.) in die Reuse streichelte und als Devon Goodman zweimal aus Downtown zum 62:73 (36.) und zum 70:78 (38.) abschloss, keimte Hoffnung auf. Da aber der ehemalige Gießener Luca Kahl viel Selbstvertrauen mitbrachte, mehrere 46ers-Schüsse von jenseits der 6,75-Meter-Markierung in den Korb schauten, es sich dann aber anders überlegten, war die „verdiente Niederlage“, so Robin Benzing, schnell besiegelt. 

Eine klare Unterlegenheit unter den Brettern, unter denen die Giants mit 50:32-Rebounds dominierten, abermals 24 vergebene Drei-Punkte-Würfe, nur drei Treffer von Kyle Castlin aus der Nahdistanz bei zehn Versuchen sowie Field-Goal-Quoten, die bis auf jene von Daniel Norl, Till Gloger und Luis König Figge ausbaufähig waren, brachen Gießen am Ende das Genick. 

„Nach dem Sonntag wissen wir, wo unsere Reise in dieser Saison hingeht“, hofft „Frenki“ Ignjatovic inständig auf Wiedergutmachung ab 15 Uhr gegen die Tigers Tübingen. Für deren Gastspiel in der Osthalle Luca Kahl dann doch noch ein paar aufmunternde Worte in Richtung seiner ehemaligen Teamkollegen loswerden wollte. „Tut uns den Gefallen und besiegt Tübingen bitte, ihr habt das Zeug dazu.“ 

Am internationalen „Tag des Komplimente-Machens“ gab es für die 46ers am Ende also doch noch ein paar wohlfeile Worte …

Leverkusen: Kahl (8), Wur (13), Langley (14), Brach (7), Lynch (5), Nicholas (13), Williams (8), Heinzmann (13), Nita (n.e.), Urbansky (2).

Gießen: Norl (5), Warnholtz (10), Goodman (10), Castlin (14), Benzing (6), Maier, König Figge (6), Müsse (n.e.), Gloger (9), Nyama, Kovacevic (4), Krajcovic (8).

UND SONST NOCH …

  • Unsere Starter: Kyle Castlin, Robin Benzing, Jonathan Maier, Luis König Figge, Simon Krajcovic.
  • Unser ausdauerndster Profi: Kyle Castlin (33:59 Minuten).
  • Unser stärkster Rebounder: Kyle Castlin (11).
  • Unser erfolgreichster Passgeber: Aiden Warnholtz (5).
  • Unsere höchste Führung: 6:0 (2. Minute).
  • Unsere erfolgreichste Serie: 9:0 zum 56:66 (33. Minute).
  • Unsere emotionalen Beobachter: 1211 Zuschauer in der Leverkusener Ostermann-Arena, davon 70 aus Gießen.
  • Unser nächster Auftritt: Sonntag, 8. Februar (15 Uhr), gegen die Tigers Tübingen.

Der Beitrag „Ein Albtraum“ erschien zuerst auf GIESSEN 46ers.

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