„Aushängeschild der Stadt“
Beim Neujahrsempfang im Mitmachmuseum Mathematikum zeigt sich Gründer Prof. Beutelspacher stolz, dass die GIESSEN 46ers zu Gast sind.
Basketball ist auch Mathematik, aber für Anfänger. Es gewinnt am Ende das Team, das einen Punkt mehr hat. Das kapiert jeder. Gibt Moderator Simon Schornstein zum Besten …
Er sei nie gut in Mathematik gewesen, bekennt „Frenki“ Ignjatovic. Wer zehnmal gewonnen und neunmal verloren hat, der sei 19-mal im Einsatz gewesen; das könne aber auch er noch zusammenrechnen. Damit liege sein Team zwei Siege hinter den Vorjahren. Das wolle der Cheftrainer aber dann doch noch mal loswerden. Beziehungsweise an die adressieren, die schon aberwitzige Rechnungen aufstellen, so, als sei sein Team schon abgestiegen.
Zahlen (und Fakten) stehen im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs, den die GIESSEN 46ers am Montagabend im Mathematikum ausrichten. Und zu dem sich immerhin 100 Gäste trotz Eis und Schnee, trotz kaum geräumter Straßen und Bürgersteige, trotz eingestellten Bus- und beeinträchtigten Bahnverkehrs, trotz Live-Handball im Fernsehen eingefunden haben. Echte Liebe ist eben rot!
20 Jahre gibt es das erste mathematische Mitmachmuseum der Welt inzwischen im ehemaligen Hauptzollamt in der Liebigstraße, unweit des Bahnhofs. „Pro Jahr kommen rund 100.000 Besucher zu uns“, berichtet Gründer Prof. Albrecht Beutelspacher dem Auditorium nicht ohne Stolz. Diesen verspüre er auch als Gastgeber des Basketball-Altmeisters, den er als „klaren Botschafter“ und „Aushängeschild der Stadt“ bezeichnet. „So wie unser Mathematikum, da sitzen wir in einem Boot.“
Dass das von Ex-Bundespräsident Johannes Rau eröffnete Haus inzwischen Exponate unter anderem nach China und in die USA verkauft, unterscheidet das Mathematikum aber nun doch von den 46ers, die sich eher auf zweitklassigem, nationalem Terrain bewegen. Was sich, zumindest nach dem Willen von Neuzugang und Rückkehrer Viktor Kovacevic, bald ändern soll: „Mein Plan, warum ich nach Gießen zurückgekehrt bin, ist simpel: Möglichst viel gewinnen und dann aufsteigen.“ Der 26-jährige Serbe spricht den Unterstützern des Traditionsclubs aus der Seele. Denn Optimismus und Selbstvertrauen sind die Zutaten jenes Cocktails, mit dem der Altmeister Ende Mai allzu gerne auf eine erfolgreiche Runde anstoßen würde.
Dazu bedarf es aber auch Anstrengungen außerhalb des Parketts. Wie beispielsweise einer von Social-Media-Manager Laurin Sondermann vorgestellten Jobarena, mit denen die 46ers Fachkräften oder Berufseinsteigern Perspektiven im Berufsleben bieten wollen. Wie beispielsweise einem durch Vertriebs-Mitarbeiter Conrad Melle präsentierten Rising-Star-Konzept, mit dem Startups ihr Netzwerk ausbauen und eine größere Sichtbarkeit erlangen können.
Wie beispielsweise einem für Montag, 30. März, im Volksbank-Forum geplanten Sponsoren-Abend, bei dem der Journalist Dag Heydecker mit spannenden und unterhaltsamen Geschichten die komplexen Herausforderungen der Führung in Unternehmen mit den Taktiken und Denkweisen von Weltklasse-Fußball-Trainern wie Jürgen Klopp, Hansi Flick oder Thomas Tuchel verknüpfen wird. Was er im Mathematikum schon einmal anteasert.
Und wie beispielsweise dem neuen Ausrüster Puma, den Geschäftsführer Guido Heerstraß den Anwesenden quasi als Überraschung, als Highlight des Abends, für die neue Saison aus dem Hut zaubert. „Wir haben gut gearbeitet, haben viele der uns gestellten Herausforderungen gemeistert, wir sind endlich wieder wahrnehmbar in der Stadt.“ Da sparen auch die vollständig versammelten Profis um Big Man Till Gloger, der seinen 33. Geburtstag ausnahmsweise mal im Mathematikum feiert, nicht mit Beifall.
Applaus gibt es auch für die 1000 Euro, die Cenk Yildiz, Geschäftsführer von Sponsor „Yildiz Haustechnik“ aus Wieseck, bei einer Versteigerung von Puma-Sneakern spendierte. Ein Gießener Künstler hat die Schuhe handbemalt, die 46ers-Profis haben sie signiert. Die Sozialpartner der GIESSEN 46ers, unter denen die Summe aufgeteilt wird, werden sich freuen.
Anschließend geht es ans Buffet und hin zu den Exponaten, für die Beutelspacher und seine Geschäftsführerin Elisabeth Maaß extra Mitarbeiterinnen für kurze Führungen engagiert haben.
Christof Böhme von „Gießen Catering“ hat Chili con Carne, kleine Burger und Lachshäppchen aufgetischt. Und nach dem Essen testen Roland Nyama die sogenannten „eckigen Räder“ sowie Simon Krajcovic das „magische Quadrat“.
Beim Versuch, ein Quadratpuzzle zu lösen, lässt sich Viktor Kovacevic von seiner Ehefrau Milica gerne fotografieren. Dass die Aufnahmen über den Großen Teich bald in New York landen, ist nicht ausgeschlossen. Viktors Eltern leben und arbeiten am Big Apple; sie wollen schließlich wissen, was der Junior abends so treibt. Schließlich haben sie damit gerechnet, er wäre im Training. Womit wir wieder bei der Mathematik vom Anfang wären …
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