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Zeit der Wiedergutmachung

Nur vier Tage nach dem Unglück von Koblenz wartet am Donnerstag mit den Artland Dragons der nächste dicke Brocken auf die 46ers.

Center Jonathan Maier ist ein Mann der ehrlichen, aufrichtigen Worte. Butter bei die Fische. Nicht lange um den heißen Brei herumreden. Klare Kante. Vor allem aber ist er ein Mann, der nicht nachkarten, nicht zurückblicken möchte. Dessen privater und beruflicher Fokus in der Zukunft liegt. Dessen sportlicher Fokus indes auf das Hier und Jetzt gerichtet ist. 

„Es bringt uns alle nicht weiter, wenn wir lange über die Niederlage am Sonntag in Koblenz nachdenken, vielleicht sogar Schuldige suchen oder uns den Kopf darüber zerbrechen, welcher Ball wann hätte in den Korb fallen können oder welcher Pass der falsche oder der richtige war. Mit der Schlusssirene war das Match vorbei. Wir alle sollten unsere Schlüsse aus der 91:92-Niederlage ziehen, aber definitiv nach vorne schauen. Zu sagen, Kyle Castlin hätte sich am Ende das Offensivfoul sparen können oder Abu Kigab den letzten Tempogegenstoß routinierter abschließen müssen, ist völliger Quatsch. Wir alle machen während eines Matches Fehler, die am Ende eben zu jenem Ergebnis führen, das wir mit in die Kabine nehmen.“ 

Also: Volle Kraft voraus auf den Donnerstag, wenn der nächste Knüller für die GIESSEN 46ers auf dem Programm steht. Denn zum Rückrunden-Start der BARMER 2. Basketball-Bundesliga ProA wartet zur ungewöhnlichen und den am Wochenende stattfindenden Hallenfußball-Stadtmeisterschaften geschuldeten Uhrzeit (20 Uhr) mit den Artland Dragons der nächste dicke Brocken auf den Altmeister. Einen, den es im Ringen um die Playoff-Plätze auch ohne den an der Schulter verletzten Roland Nyama aus dem Weg zu räumen gilt. Einen, der sich erst vor knapp vier Wochen in Quakenbrück recht glücklich gegen die Truppe von Cheftrainer „Frenki“ Ignjatovic mit 107:100 behauptete. Vor allem aber einen, der jede Menge Qualität in seinem Aufgebot vereint.

Schließlich hat es gerade die „Abteilung Attacke“ der Gäste aus dem Landkreis Osnabrück in sich. Mit dem syrischen Internationalen Amir Hinton (im Schnitt 21 Punkte), der aus Trier kam, und US-Rookie Ben Burnham (18,5 Zähler) verfügen die Dragons über zwei der aktuell drei besten Scorer der Liga. Dazwischen liegt nur Paderborns Däne Jonathan Klussmann (20). Gießens Kyle Castlin belegt mit 17 Zählern Rang vier. Da Burnham aber auch durchschnittlich neun Rebounds wegfischt, dazu „Buzz“ Anthony sieben Assists einstreut, ist der Deutsche Vizemeister von 2007 an der Spitze aller wichtigen Statistiken präsent.

Mit dem ehemaligen Gießener Robert Oehle, mit Dejan Bruce sowie den Ex-Vechtaern Linus Ruf und Fynn Lastring hat die Truppe aus Quakenbrück unter den Brettern Körpergröße zu bieten, außerdem erfährt Connor van Anthony in Dominic Dolic wertvolle Unterstützung beim Spielaufbau. Und von außen sind der ehemalige Frankfurter Timo Lanmüller, der Kanadier Nate Patrone, Linus Trettin, der in der BBL auch für RASTA Vechta seinen Mann steht, und der Ex-Karlsruher Elijah Ndi jederzeit stets in der Lage, zweistellig zu punkten.

„Wir müssen Amir Hinton kontrollieren. Er darf nicht mehr so aufdrehen wie beim Hinspiel“, hat Branislav Ignjatovic die Gala des 28-Jährigen noch in unguter Erinnerung. Acht Punkten vor der Pause ließ der Small Forward satte 25 im zweiten Abschnitt folgen, so dass die 35 Zähler des an diesem Abend fast über sich hinauswachsenden Kyle Castlin am Ende nicht reichten, das Feuer der „Drachen“ zu löschen.

„Offensiv sind wir talentiert, defensiv aber in vielen Partien limitiert“, kennt „Frenki“ Ignjatovic die Schwachpunkte seiner Mannschaft, der es in lediglich fünf ihrer bisher 17 Begegnungen glückte, den Gegner unter 70 Punkte zu halten. „In Koblenz haben wir nur in den letzten drei, vier Minuten so giftig und bissig verteidigt, wie ich es eigentlich während eines kompletten Spiels sehen möchte.“ Zur Erinnerung: Die EPG Baskets führten schon 90:79, ehe die 46ers bis auf einen Zähler (89:90) herankamen, Kyle Castlin schließlich seinen US-Landsmann Tim Smith wie ein Wide Receiver im Football aus dem Weg räumte, Abu Kigab den Ball verstolperte und Robin Benzing sowie Devon Goodman mit waghalsigen Dreierversuchen kein Glück hatten. 

„Das tat wirklich weh, darüber habe ich mir zwei Nächte lang den Kopf zerbrochen, statt zu schlafen. Gottseidank haben wir aber vier Tage später die Chance zur Wiedergutmachung.“ Wie sein Center Jonathan Maier möchte „Frenki“ Ignjatovic also nicht nachkarten, nicht lange zurückblicken. Sondern seinen Fokus auf die Zukunft, auf die Artland Dragons, richten.

Der Beitrag Zeit der Wiedergutmachung erschien zuerst auf GIESSEN 46ers.

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