Was hat eure Entscheidung beeinflusst, den Kader so zusammenzustellen?
Die Vorarbeit ging definitiv über Stefan Möller, den Bundestrainer. Er hat da bereits einen gewissen Pool an Spielerinnen zur Verfügung gestellt und dann haben wir im Februar 28 Spielerinnen vornominiert. Das war zwar eine recht große Gruppe, man konnte aber schon einen ersten Eindruck gewinnen. Das läuft natürlich auch über die Landesverbände, über das Bundesjugendlager und über langfristige Sichtungen. Die deutsche U16-Meisterschaft war ja auch noch, wo noch viel mehr Spielerinnen angetreten sind und wir sie vor Ort spielen sehen konnten. Natürlich haben wir generell auch die Saison verfolgt. Dann hat es sich leider bei einigen verletzten Spielerinnen von selbst erledigt. Letztendlich sind wir mit 18 Leuten gestartet, konnten uns dann nach der ersten Erfahrung gegen Frankreich aber auch schon reduzieren.
Wie kommen die Mädels damit klar, in einer Nationalmannschaft zu spielen? Für die meisten ist es die allererste Natio-Erfahrung im Rahmen einer Europameisterschaft.
Sie sind natürlich sehr, sehr aufgeregt und wollen sich selber, ihrem Verein, ihren Eltern und Trainern beweisen. Und es ist natürlich auch immer sehr schwer, weil alle Spielerinnen, die hier hinkommen, in ihrem Verein eine andere Rolle haben. Dort sind sie meistens die Star-Spielerinnen. Das Setting ist auch ganz anders, weshalb es erstmal schwer ist, sich da zurecht zu finden. Aber das gehört eben zum Prozess dazu. Das dauert bei der U16 dann auch eben noch länger als bei erfahreneren Mannschaften. Aber da finden sie sich schon immer mehr ein. Die Mädels sind stolz drauf und freuen sich jetzt enorm, offiziell für Deutschland spielen zu dürfen. Also klar, ein paar haben ja schon Erfahrung mit der U15 machen können, aber das ist für alle außer eine die erste Europameisterschaft.
Du bist das allererste Mal Headcoach einer Mannschaft. Was löst das in dir aus, was gefällt dir daran und was nimmst du vielleicht aus dem Co-Coaching mit Stefan Möller letztes Jahr mit?
Zuallererst habe ich mich sehr geehrt gefühlt, als Stefan mich gefragt hat. Ich wusste auch, dass das eine sehr große Verantwortung ist. Das habe ich mir aber zugetraut, vor allem, weil Stefan mir einen überragenden Staff an die Seite gestellt hat, den er auch ganz gezielt ausgewählt hat. Den Großteil kannte ich auch schon im Vorhinein. Dann wusste ich auch, dass wir das alle zusammen auf jeden Fall hinbekommen werden. Prinzipiell hat Stefan mir in den Jahren davor, als ich als Assistent Coach dabei war, ganz viel von den Prozessen außen herum gezeigt und mit an die Hand gegeben. Er hat einfach unfassbar viele Informationen geteilt, die ich alle versucht habe aufzusaugen und eben die Dinge für mich rauszuziehen, die ich für besonders wichtig empfinde, um dann auch ebenso dieses gesamte Bild weiter tragen zu können. Ich habe versucht und versuche es noch immer, der Aufgabe bestmöglich gerecht zu werden. Vor allen Dingen bin ich sehr, sehr dankbar für den ganzen Support vom Staff, weil das alles erfahrene Menschen sind, ohne die das so sicherlich nicht möglich wäre.