Academics gegen Frankfurt Skyliners: Jordan Geist wird beim 71:65 zum Frankfurter Schreckgespenst
Von Nikolas Beck
Heidelberg. Nein, im SNP Dome spukt es nicht. Und ob die die Bundesliga-Basketballer der MLP Academics das "Abstiegsgespenst" überhaupt noch fürchten müssen, darüber gehen die Meinungen auch auseinander. Die Ausgangsposition der Heidelberger, die mit neun Siegen aus 25 Spielen als Tabellenzwölfter am Dienstagabend den Vorletzten Frankfurt (6 Siege) empfingen, war schließlich schon vorher gar nicht so schlecht.
Erfunden haben soll das "Abstiegsgespenst" übrigens Anfang des 20. Jahrhunderts ein englischer Karikaturist. Und endgültig aus der Neckarstadt vertrieben hat es vermutlich ausgerechnet ein Geist: Jordan Geist war die positive Erscheinung beim 71:65 (36:30)-Erfolg der "Akademiker" gegen viel zu harmlose Skyliners. Der Aufbauspieler traf früh wichtige Würfe, kam am Ende auf 19 Punkte, vier Rebounds und drei Assists.
"Ich habe zuletzt nicht gut geworfen", sagte der (offensive) Matchwinner hinterher: "Aber meine Teamkollegen haben mir stets das Vertrauen geschenkt – das konnte ich heute ein bisschen zurückzahlen."
Nachname hin oder her – Übernatürliches war freilich auch der 24-Jährige nicht zu leisten imstande. Musste Geist allerdings auch gar nicht. Am Dienstagabend wurde Basketball gekämpft. Mit Intensität, Leidenschaft und viel Herzblut. Aber wenig gespielt. Ein Leckerbissen war es nicht. Den hatte aber wohl auch niemand erwartet. Schließlich trafen die beiden offensivschwächsten Teams der Liga aufeinander. Gerade einmal 72 Punkte erzielen die Hessen im Schnitt. Bei Heidelberg sind es im Prinzip nur zwei erfolgreiche Dreier pro Partie mehr.
Academics-Trainer Branislav Ignjatovic spricht nicht umsonst stets davon, dass sein Team nur mit "ekligem, dreckigen Defensivbasketball" erfolgreich sein könne. Der Serbe hatte das Duell sogar zum "sportlichen Überlebenskampf" ausgerufen. Das Ergebnis dieser Konstellation sahen die 1526 Zuschauer auf der Anzeigetafel leuchten: 17:15 stand es nach den ersten zehn Minuten; 36:30 zur Halbzeit. Geist, zur Pause mit 13 Punkten, hatte in Hälfte eins mit drei verwandelten Dreiern zwei Treffer mehr aus der Distanz als das gesamte Frankfurter Team.
Auch nach dem Seitenwechsel bestimmten die Verteidigungsreihen das Geschehen. Kelvin Martin, der Heidelberger Routinier, verdiente sich ein Sonderlob seines Trainers, verteidigte während des Spiels praktisch jede Position, war immer dort, wo er gerade gebraucht wurde. So war der Vorsprung sechseinhalb Minuten vor Schluss erstmals zweistellig (61:51). Angesichts der wurfschwachen Frankfurter die halbe Miete?
Von wegen! Auch den Heidelbergern war anzumerken, dass viel auf dem Spiel stand: Ein geblockter Wurf, eine Fahrkarte und ein Pass auf die Tribüne – keine 60 Sekunden später waren die Gäste wieder dran (61:57). Also musste noch einmal Geist "erscheinen". Mit seinem wilden "Stepback"-Dreier, gleichzeitig sein erster Treffer aus dem Feld in Durchgang zwei, stellte er den alten Abstand wieder her (67:57) – und wurde mit seinem Ballgewinn in der Schlussminute endgültig zum Frankfurter Schreckgespenst.
Heidelberg: Geist 19 (4 Dreier), Lowery 17 (4), Chapman 11 (2), Ely 10 (1), Martin 8, Osaghae 4, Ugrai 2, Friederici, Würzner.
Frankfurt: Moore 12 (1), McLean 12, Robertson 11 (2), Ponitka 9, Cherry 9, Haarms 6, Schoorman 4, Wank 2, Brenneke.
Stenogramm: 2:2 (3.), 12:10 (8.), 17:15 (1. Viertel), 20:17 (13.), 29:25 (18.), 36:30 (Halbzeit), 41:35 (25.), 52:46 (3. Viertel), 57:50 (33.), 61:51 (34.), 61:57 (35), 67:57 (37.), 71:65 (Endstand).

