Academics gegen Baskets Bonn: Der Negativtrend hält weiter an
Von Michael Wilkening
Bonn. Die Telekom Baskets Bonn bleiben in der Basketball-Bundesliga in der eigenen Halle ungeschlagen – und die MLP Academics Heidelberg setzen ihren negativen Lauf fort. Nach der 70:87 (38:46)-Niederlage bei den Westdeutschen haben die Schützlinge von Branislav Ignjatovic sechs Partien hintereinander verloren. Eine passable Leistung reichte dem Aufsteiger nicht, um zu verhindern, dass die Bonner weiterhin die positive Überraschung dieser Spielzeit und aktuell Tabellenzweiter sind.
Fünf Minuten lang lief bei den Heidelbergern alles nach Plan. Aufmerksam in der Defensive und abschlussstark in der Offensive starteten die Academics und legten eine schnelle 14:6-Führung vor. Die gute Leistung bei der 71:77-Niederlage in München am vergangenen Montag hatte für Rückenwind gesorgt, doch der fehlte plötzlich. Die Bonner spielten nicht deutlich besser als zu Beginn und fanden trotzdem einen Weg zurück in die Partie, weil die Heidelberger plötzlich zu fehlerhaft agierten. Bis zum Ende des ersten Viertels lagen die Westdeutschen 22:17 vorne und transportierten den Vorsprung anschließend durch den zweiten Abschnitt.
Die Academics kämpften, fanden aber zunächst kein Mittel gegen den flinken Spielmacher der Bonner, Parker Jackson-Cartwright. Zudem lief bei den Telekom Baskets Skyler Bowlin heiß. Der Guard, bis zur Pause mit 14 Punkten Topscorer, versenkte vier Dreier hintereinander und sorgte damit beinahe im Alleingang dafür, dass die Bonner mit einer Acht-Punkte-Führung in die Halbzeit gingen. Die Ignjatovic-Schützlinge waren noch im Spiel, hatten sich aber selbst um eine bessere Ausgangslage gebracht.
Ein weiterer Grund für die sechste Niederlage der Heidelberger hintereinander war die Schwäche bei der Verteidigung unter dem eigenen Korb. Die Bonner, statistisch ohnehin das beste Team der Liga bei Offensiv-Rebounds, erarbeiteten sich immer wieder zweite Wurfchancen. Der Vorteil bei der Eroberung der Abpraller sorgte für einen wichtigen Vorteil der Heim-Mannschaft.
Nach einem umkämpften dritten Viertel, in dem die Heidelberger bemüht um den Anschluss waren, die Bonner den Abstand aber wahren konnten, sorgte Albert Kuppe zu Beginn der finalen zehn Minuten nochmal für Spannung. Mit fünf schnellen Punkten zum 58:63 brachte der Routinier sein Team wieder heran. Kurz wackelten die Telekom Baskets, die sich danach aber selbst aus der Bredouille befreiten und den Vorsprung schnell auf 13 Zähler ausbauten (73:60, 34.). Das genügte, um den Sieg in der Schlussphase souverän verteidigen zu können. Am Ende wurde es für die Academics bitter, weil die Niederlage immer deutlicher wurde.
Wie in den Vorwochen scheiterten die Heidelberger beim Versuch, den fünften Saisonerfolg zu landen, an der Schwäche in der Offensive. Zu viele beste Wurfchancen vergaben die Academics und belohnten sich deshalb nicht für den Einsatz, der ihnen vor 2900 Zuschauern erneut nicht abzusprechen war. Frappierend waren einmal mehr die Probleme der Ignjatovic-Schützlinge beim Distanzwurf. Nur vier von 22 Versuchen von jenseits der Dreierlinie landeten im Korb.
Telekom Baskets Bonn: Bowlin 24 Punkte / 5 Dreier, Kessens 19, Jackson-Cartwright 12, Morgan 10/3, Gorham 6, Tadda 5/1, Ward 5, Kratzer 4, Hasbargen 2, Frierson, Mboya
MLP Academics Heidelberg: Martin 13, Geist 12/1, Ely 12/2, Lowery 11, Wright 7, Kuppe 5/1, Chapman 5, Ugrai 2, Würzner 2, Watkins 1, Heyden
Spielfilm: 6:14 (5.), 22:17 (10.), 46:38 (Hz.), 53:44 (25.), 63:53 (30.), 73:62 (36.), 87:70 (Endstand)
Zuschauer: 2900

