MLP Academics: Überragender Shy Ely führt Heidelberg zum 91:79 gegen Karlsruhe
Von Michael Wilkening
Heidelberg. Die Serien bleiben bestehen und die MLP Academics entwickeln sich deshalb immer deutlicher zu einer Spitzenmannschaft in der 2. Basketball-Bundesliga. Im fünften Heimspiel der Saison feierten die Heidelberger am Sonntagabend beim 91:79 (52:43) gegen die Karlsruhe Lions den fünften Sieg, erzielten dabei zum fünften Mal mindestens 90 Punkte und haben sich in der Tabelle mittlerweile auf den dritten Platz vorgearbeitet.
"Wir bewegen uns in die richtige Richtung", sagte Branislav Ignjatovic, der zufrieden war mit der Vorstellung seiner Mannschaft. Vor allem die Tatsache, dass die Heidelberger deutlich gewannen, obwohl Evan McGaughey und Albert Kuppe keinen guten Tag erwischt hatten, freute den Trainer: "Wir haben viele Waffen und viele Optionen, das gibt uns ein gutes Gefühl."
In der ersten Halbzeit spielten die Heidelberger insgesamt gut und lagen nach 20 Minuten deshalb verdient mit 52:33 vorne. Doch einer stach aus dem Kollektiv noch heraus: Shyron Ely. Der US-Amerikaner legte einen perfekten Auftritt hin – im wahrsten Sinn. Bis zur Pause hatte der Flügelspieler 19 Punkte erzielt und dabei alle Würfe getroffen. Darunter waren auch drei versuche von jenseits der Drei-Punkte-Linie. Hinzu kamen zwei Rebounds und zwei Assists. Ely hat schon viele beeindruckende Vorstellungen im Trikot der Academics abgeliefert, diese erste Hälfte stach aber trotzdem noch einmal heraus. "So kennen wir ihn", sagte Ignjatovic kurz und knapp.
Die Karlsruher probierten viele taktische Kniffe aus, um die Wirkungskreise von Ely einzuengen, aber keiner funktionierte und deshalb lagen die Heidelberger deutlich vorne, als Ignjatovic seine Spieler in der Kabine um sich versammelte. Die Botschaft, die der Serbe in der Pausenbesprechung vermittelte, war klar: Im Gegensatz zur Partie vor zwei Wochen gegen Schwenningen sollte der komfortable Vorsprung nicht leichtsinnig hergeschenkt werden.
Ein paar Minuten lang musste der Academics-Coach fürchten, dass seine Warnungen ungehört verhallt waren, denn zu Beginn des zweiten Abschnitts hatten die Heidelberger eine Schwächephase. Das hatte nicht alleine damit zu tun, dass der bis dahin unfehlbare Ely sein Wurfglück verloren hatte. Insgesamt wirkten der US-Amerikaner und seine Kollegen unaufmerksam, so dass die Lions Mitte des dritten Viertels den Rückstand auf neun Zähler verringerten. Ehe es aber so richtig spannend werden konnte, fanden die Hausherren wieder ihren Rhythmus – und die Kontrolle über die Begegnung. "Wir haben uns wieder gefangen", sagte Manager Matthias Lautenschläger. Das hatte vielleicht auch damit zu tun, dass Kapitän Phillipp Heyden wieder im Kader stand. Der Center erzielte sieben Punkte, war aber allein mit seiner Präsenz wichtig für die Academics.
Es war letztlich nur ein kurzer Schreckmoment an einem schönen Basketballabend aus Heidelberger Sicht. Mitte des dritten Viertels betrug der Vorsprung der Academics wieder 20 Punkte, so dass Ignjatovic seinen Stammkräften früh Erholung auf der Bank gewähren konnte. Das führte dazu, dass die Lions das Ergebnis noch etwas beschönigen konnten, weil sich die Nachwuchsriege der Academics einige Ballverluste leistete – doch den guten Gesamteindruck belasteten die finalen zwei Minuten dieser insgesamt doch einseitigen Partie nicht.
"Es ist gut, dass wir ein paar Jungs mehr Pausen geben konnten", sagte Ignjatovic. Der Trainer dachte schon an die nächste Aufgabe, denn am Mittwoch (19.30 Uhr) treten die Heidelberger in Rostock an. Nach der langen Hinreise, die die Academics diesmal mit dem Zug auf sich nehmen, wartet eine starke Mannschaft. "Das ist eine tolle Motivation für uns", blickt der Coach auf das Duell an der Ostsee voraus.
Heidelberg: Ely 26 Punkte / 4 Dreier, Nelson 20, Geist 18/3, Trtovac 10, Heyden 7, Loh 4, Würzner 4, Kuppe 2, Geier, McGaughey, Vasiljevic.
Karlsruhe: Pluskota 18/1, Foster 16/1, Pechazek 15, Gilder-Tilbury 14, Norl 10/2, Marshall 4, Schmitz 2, Lyles, Francisco, Eltges.
Spielfilm: 9:13 (5.), 28:22 (1. Viertel), 52:33 (Hz.), 52:43 (24.), 66:49 (27.), 72:58 (3 Viertel.), 89:68 (37.), 91:79 (Endstand).

