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Der Traum lebt: Paul Zipser steht vor NBA-Comeback bei den Brooklyn Nets

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Von Nikolas Beck

Heidelberg. Nach 24 Monaten bei den Chicago Bulls schien das Abenteuer in der NBA, der besten Basketballliga der Welt, für Paul Zipser schon wieder beendet zu sein. Im Interview mit der Rhein-Neckar-Zeitung sprach der 24-Jährige im Juni 2018 über eine enttäuschende zweite Spielzeit beim legendären Klub aus der "Windy City". Darüber, dass der Spaßfaktor abhandengekommen sei, dass er kein Vertrauen mehr zu den Ärzten in Chicago habe - und fest damit rechne, bei den Bulls keinen neuen Vertrag zu bekommen. Außerdem stand Zipser eine lange Rehabilitation von einem Ermüdungsbruch im linken Fuß bevor. Als Chicago wenig später tatsächlich eine Option zur Vertragsverlängerung verstreichen ließ, schien der NBA-Zug für den Flügelspieler abgefahren.

Mitnichten. Offenbar kehrt der Heidelberger, der im Februar 25 Jahre alt wird, in die Nordamerikanische Profiliga NBA zurück. "Wenn es etwas zu vermelden gibt, werden wir das tun", will Oliver Komarek - von 2010 bis 2012 Teamkollege von Zipser - und heute bei dessen Vermarktungsagentur "Nummer zehn" beschäftigt, das Comeback nicht bestätigen.

Doch wie die RNZ bereits am Montag exklusiv berichtete, hat sich Zipser mit den Brooklyn Nets auf einen Vertrag geeinigt, und war bereits am selben Tag in die USA gereist, um letzte Details mit dem Klub aus dem New Yorker Stadtbezirk zu besprechen.

Der 2,03-Meter-Hüne hat die vergangenen Monate in der Heimat verbracht, seiner langjährigen Freundin Mira das Ja-Wort gegeben und fürs Comeback auf dem Parkett geschuftet. Branislav Ignjatovic, der Trainer von Zipsers Stammverein MLP Academics, hatte den Heidelberger im November in der Halle des Olympiastützpunktes beim Werfen gesehen und ihm kurzerhand angeboten, künftig am Training teilzunehmen. Auch Bundestrainer Henrik Rödl schaute in Heidelberg vorbei, um sich einen Eindruck vom Leistungsstand seines Nationalspielers zu verschaffen und bescheinigte Zipser einen professionellen Umgang mit der auch mental nicht einfachen Situation.

Für Ignjatovic war es eine klassische "Win-Win-Situation". Zipser, der letztmals am 24. März 2018 auf dem Feld stand, konnte sich wieder ans Mannschaftstraining gewöhnen, und Ignjatovics Schützlinge durften sich das eine oder andere vom Profi abschauen. "Er hat uns sehr viel geholfen", sagt der serbische Basketballlehrer, "das Trainingsniveau steigt mit solch einem Spieler auf ein ganz anderes Level."

Vier Spiele in Folge haben die Academics in der ProA-Liga gewonnen, erst am vergangenen Samstag Tabellenführer Chemnitz mit 85:70 geschlagen. Die Vorbereitung auf das Auswärtsspiel am Freitag, 20 Uhr, bei Schlusslicht White Wings Hanau müssen sie nun allerdings ohne ihren prominenten Gast bestreiten.

Denn Paul Zipser lebt künftig wieder seinen Kindheitstraum in der NBA. Als dieser im Juni 2016 in Erfüllung gegangen war, saß der damals 22-Jährige am frühen Morgen im Elternhaus in Schriesheim vor dem Fernseher - und sah Werbung. Dass die Bulls ihn an 48. Stelle ausgewählt hatten, erfuhr er erst, als das amerikanische Fernsehen die Übertragung des NBA-Drafts fortsetzte. Ort des Geschehens damals: das Barclays Center in Brooklyn. Mit einem Engagement bei den Nets, die in dieser Arena ihre Heimspiele austragen, könnte sich für Zipser, der sein bestes Spiel ausgerechnet gegen Brooklyn absolvierte (21 Punkte am 12. April 2017) also ein Kreis schließen. Zumal er auf Assistenzcoach Chris Fleming treffen wird. Unter dem ehemaligen Nationaltrainer hatte Zipser 2015 sein Debüt für Deutschland gefeiert.

"Ich bin mir ziemlich sicher, dass es in die NBA zurückgeht", hatte Zipser, zwischen 2013 und 2016 für den FC Bayern München aktiv, kürzlich der ARD-Sportschau gesagt. Nun ging offenbar alles ganz schnell.

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