MLP Academics: Phillipp Heyden ist neuer Kapitän
Von Michael Wilkening
Heidelberg. Manchmal wirkt er wie eine Naturgewalt. Wenn sich Philipp Heyden unter dem Korb gegen einen Gegenspieler durchsetzt und den Ball aus den Händen durch die Reuse gleiten lässt, hat der Beobachter mitunter den Eindruck, als sei der Center der MLP Academics Heidelberg nicht daran zu hindern, für seine Mannschaft zu punkten.
Wegen der sportlichen Qualitäten des 29-Jährigen und wegen dessen Fähigkeiten, ein Team zu führen, haben die Verantwortlichen des Basketball-Zweitligisten Heyden zurück nach Heidelberg geholt. Hier möchte der Center einen Basketball-Boom auslösen - und bald vor größerer Kulisse in der neuen Arena spielen.
"Heidelberg ist ein traditionsreicher Standort für unsere Sportart. Ich möchte mithelfen und erleben, dass wir vielleicht bald mal vor 2000 bis 3000 Zuschauern spielen. Hier kann eine Euphorie entstehen", sagt Heyden. Sein Blick ist in die Zukunft gerichtet, denn frühestens in der kommenden Saison werden die Academics vom Olympiastützpunkt in die Großsporthalle umziehen können.
Das ist ein Grund, warum Heyden einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben hat - er glaubt an die Perspektiven des Klubs. "Wenn man sieht, dass sich Spieler wie Shyron Ely und ich für zwei Jahre gebunden haben, sagt das viel aus", erklärt der Big man. Heyden war nach dem Bundesliga-Abstieg mit Tübingen bei vielen Zweitligisten begehrt, und Ely gilt als einer der besten Spieler der 2. Liga. Es ist ein Zeichen, dass sich beide für zwei Jahre verpflichtet haben, die mit Niklas Würzner einen weiteren Leistungsträger bis 2020 gebunden haben.
Nach seiner ersten Saison in Heidelberg, die im April 2017 mit dem knappen Viertelfinal-Aus im fünften Spiel gegen Kirchheim geendet hatte, soll es diesmal weiter gehen. Das Playoff-Halbfinale ist das Ziel. Oder noch mehr? "Warum nicht der zweite Platz?", fragt Heyden und spekuliert mit dem Aufstieg in die Bundesliga.
"Es gibt in diesem Jahr keine Teams, die finanziell deutlich überlegen sind und deshalb die ersten Plätze belegen werden. Alles ist offener, und die Liga sehr ausgeglichen", begründet er seinen Optimismus. Zudem empfindet er den Kader der Heidelberger im Vergleich mit seinem ersten Engagement am Neckar als stärker besetzt.
Phillipp Heyden glaubt an die Entwicklungsmöglichkeiten der MLP Academics und ist sicher, in der Region auch die passende Heimat für seine Familie gefunden zu haben. Mit der lebt er auf dem Dilsberg, nur wenige Meter von der Grundschule entfernt.
"Mein Sohn wurde gerade eingeschult, deshalb ist es ein großer Vorteil, dass die Wege für ihn kurz sind", berichtet der Familienmensch Phillipp Heyden, dessen Frau und die beiden Kinder fast bei jedem Heimspiel in der Halle sind und zusehen, wenn sich der Center unter den Körben für den Teamerfolg aufreibt.
Heyden soll nicht nur auf dem Feld mit Leistung ein Anführer sein, sondern auch abseits des Platzes vorangehen. Deshalb bestimmte ihn Trainer Branislav Ignjatovic zum Kapitän. "Albert Kuppe hat das in den zurückliegenden drei Jahren hervorragend gemacht. Das möchte ich fortsetzen", sagt Heyden. Der Center ist dabei der impulsivere Typ als sein Vorgänger und wird in der Kabine deutliche Worte finden, wenn etwas nicht in seinem Sinne verläuft.
Heyden hat aber die Hoffnung, dass er nicht oder nur sehr selten eingreifen muss. "Wir haben eine gute Gruppe mit tollen Charakteren. Alle wollen erfolgreich sein", ist der Kapitän überzeugt. Das soll sich bestenfalls schon am morgigen Samstag um 18 Uhr bei den Niners Chemnitz zeigen, wenngleich die Sachsen Aufstiegsambitionen hegen.
"Es gibt ganz sicher leichtere Aufgaben als die in Chemnitz, aber wir freuen uns darauf, dass es endlich losgeht und wir sehen, wo wir im Vergleich stehen", sagt Heyden. Er ist gewillt, mit guter Leistung voranzugehen.
Info: 2. Bundesliga Pro A Herren, Samstag, 18 Uhr: Niners Chemnitz - MLP Academics Heidelberg.

