MLP Academics: Erst Spaziergang, dann ein hartes Stück Arbeit
Von Michael Wilkening
Heidelberg. Erst sah es nach einem Spaziergang aus, doch es war viel Arbeit nötig: Mit einem 88:75 (46:41)-Sieg gegen die White Wings Hanau haben die MLP Academics Heidelberg den dritten Tabellenplatz in der 2. Basketball-Bundesliga gefestigt. Drei Spieltage steht zudem fest, dass die Mannschaft von Branislav Ignjatovic in der ersten Playoff-Runde den Favoritenteams aus Vechta und Crailsheim aus dem Weg geht. Im schlechtesten Fall können die Heidelberger nur noch auf den sechsten Platz abrutschen.
Es ist allerdings wahrscheinlicher, dass die Academics den dritten Rang bis zum Ende der regulären Saison verteidigen, denn die Hanauer waren der tabellarisch schwerste Gegner im Endspurt. Das würde bedeuten, dass die Heidelberger im Viertelfinale in einem möglichen fünften Match Heimrecht hätten - gleichzeitig steuert das Team auf die beste Platzierung in der ProA-Geschichte der Academics zu. "Ich bin sehr froh, dass wir das so früh für Heidelberg geschafft haben", sagte Ignjatovic, glücklich war der Coach auch über den Sieg gestern: "Es hat kurz so ausgesehen, dass es leicht würde. Aber wir hatten ein schweres Spiel erwartet", erklärte der Serbe.
Ganz zu Beginn fegte vor knapp über 600 Zuschauern ein Dreierregen über die Hanauer hinweg, die mit fünf Siegen hintereinander nach Heidelberg gereist waren. Bis zum 20:6 waren bereits sechs Versuche jenseits der Dreierlinie in den Korb der White Wings gefallen. Am Ende hatten die Heidelberger zwölf Distanzwürfe versenkt und damit den Grundstein für den 17. Saisonerfolg gelegt. Fünf davon gingen auf das Konto von Shyron Ely, der mit 18 Zählern zum besten Schützen der Academics avancierte.
Die Heidelberger sollten in der kurzweiligen Partie nie in Rückstand geraten, doch sie hatten deshalb mit der Ausnahme der ersten Minuten kein leichtes Spiel. Die Hanauer stellten ihre Qualität nach der für sie desaströsen Anfangsphase unter Beweis und hatten schon bis zur Pause einen großen Teil des Rückstandes aufgeholt (41:46.).
Entscheidend für die Aufholjagd der White Wings war Luquon Choice, der am Ende mit 23 Punkten bester Werfer der Begegnung war. Choice traf fünf Dreier und einer sorgte im letzten Viertel dafür, dass die Partie zu kippen drohte. Nach dem Korberfolg von Choice zum 70:71 knapp sechs Minuten vor dem Ende schnupperten die Hanauer daran, das Match zu drehen.
In der heißen Phase zeigten sich die Heidelberger nervenstark und wurden von Niklas Würzner und Jaleen Smith getragen. Die Guards übernahmen Verantwortung, waren treffsicher von der Freiwurflinie und verwandelten wichtige Würfe. Würzner und Smith ragten in den finalen Minuten aus einer ausgeglichen guten Mannschaft heraus - und sorgten dafür, dass das Ergebnis auf einen entspannteren Abend hindeutete, als es das in der Realität war. "Wir haben in der zweiten Halbzeit die Rebounds kontrolliert, das war der Schlüssel für den Erfolg", so das Resümee von Ignjatovic.
Heidelberg: Ely 18 Punkte / 5 Dreier, McGaughey 15/2, Smith 13/3, Würzner 12, Kuppe 9/1, Ney 8, Palm 8/1, Steffen 3, Seiferth 2, Aichele, Rosenbohm, Schöpe.
Hanau: Choice 23/5, Jönke 15/1, Albrecht 15, Brady 6, Eichler 4, Jacko 4, Adams 3, von Fintel 3/1, Long 2, Herold, Nicolay.
Spielfilm: 14:4 (6.), 27:14 (10.), 41:31 (17.), 46:41 (Hz.), 55:50 (25.), 68:65 (30.), 71:70 (34.), 78:70, 88:75 (Endstand).

