Alter Freund hilft beim USC: Radivoj Tomasevic verstärkt Heidelberger Regionalliga-Basketballer
Von Michael Wilkening
Heidelberg. Wohl dem, der gute alte Freunde hat. Nach zwei Niederlagen zum Beginn der Saison waren die Verantwortlichen des USC Heidelberg noch nicht in Panik verfallen, doch die Gewissheit hatte sich verfestigt, dass es der jungen Mannschaft in der 2. Regionalliga an Routine fehlt. Und für diese Problem fand Albin Mauz jetzt eine Lösung. Beim 72:55-Auswärtssieg der Heidelberger bei der TuS Urspringschule stand erstmals Radivoj Tomasevic auf dem Feld - und der 39-Jährige half beim ersten Saisonsieg gleich kräftig mit.
Bis in diesem Frühjahr spielte Tomasevic noch in der 2. Liga in Ehingen, ehe er seine aktive Laufbahn beendete - eigentlich. "Frenki und ich sind die Paten seiner zwei Kinder, deshalb konnten wir ihn überzeugen, uns zu helfen", erklärte Mauz. "Frenki" Ignjatovic, Coach der MLP Academics Heidelberg, und Mauz kennen den Routinier aus Kirchheim, wo das Trainerteam viele Jahre mit dem Spieler Tomasevic zusammenarbeitete. Neben der sportlichen Verbindung entstand eine enge private Freundschaft, die jetzt dazu führte, dass sich die Heidelberger kurzfristig über einen starken Neuzugang freuen dürfen.
Einmal pro Woche wird er künftig mit seiner neuen Mannschaft trainieren und am Wochenende mithelfen, damit sich der USC in der Liga in sicheren Gefilden aufhält. "Da ich zudem nicht bei allen Spielen dabei sein kann, wird Radi die Jungs coachen, wenn ich fehle", sagt Mauz. Und der Personal-Coup zahlte sich schon beim ersten Einsatz aus, denn Tomasevic avancierte mit 16 Punkten zum Topscorer der Heidelberger, die früh mit zehn Punkten in Führung lagen und diesen Vorsprung souverän verteidigten.
Beim ersten Heimspiel der SG Kirchheim gelang der Mannschaft von Michael Herb genau dieses Unterfangen nicht. Gegen den BBU Ulm lagen die Kirchheimer zur Pause noch mit 36:32 in Führung, verloren am Ende aber mit 62:79. "Wir haben heute keine gute Leistung gezeigt. Besonders zu Beginn des dritten Viertels hätten wir früher reagieren müssen. Ulm hat verdient gewonnen", lautete das Fazit von Herb. Zu Beginn waren die White Chocolate gut in der Partie und wirkten in der Lage, den zweiten Saisonsieg einfahren zu können. Doch der Leistungseinbruch nach der Pause schmälerte die Chancen der SGK, ein misslungener Schlussspurt machte sie komplett zunichte. Daran änderten auch 16 Punkte vom starken Martin Rittinger nichts mehr.
Der zweite Saisonerfolg gelang auch dem TSV Wieblingen nicht, denn der Aufsteiger unterlag der TSG Reutlingen mit 57:72. Die Niederlage für die Mannschaft von Zoran Pisic war ärgerlich, denn drei Viertel hielten die Wieblinger prima mit. In erster Linie lieferte Sebastian Birkholz, der am Ende auf 19 Punkte kam, eine starke Leistung ab, aber auch er konnte nicht verhindern, dass die Reutlinger nach dem 47:47 nach 30 Minuten anschließend davonzogen. In der heißen Phase der Begegnung fehlte es dem TSV an Erfahrung, um die zweite Niederlage zu verhindern. "Wir müssen in dieser Liga eben noch viel lernen", sagte Pisic.
Matthias Stein, der Trainer der Regionalliga-Damen der Basket Ladies Kurpfalz, hatte den richtigen Riecher. "Die werden gegen uns alles raushauen, das wird ganz schwierig für uns", sagte Stein vor dem Derby bei der TG Sandhausen. Der erfahrene Coach sollte recht behalten, wenngleich sich erst in der Schlussminute entschied, ob die Kurpfalz Ladies oder die Wild Bees über den ersten Saisonsieg jubeln können. Sandhausen hatte zwei klare Niederlagen kassiert, schaffte es aber, mit viel Kampfgeist die eigene Verunsicherung abzustreifen. Die Zuschauer in der Halle am Hardtwald sahen ein sehr spannendes und leidenschaftlich umkämpftes Spiel, das von Imena Aruna entschieden wurde. Die beste Punktesammlerin aus Sandhausen (14 Zähler) erzielte knapp zehn Sekunden vor dem Ende den entscheidenden Korb für die Gastgeberinnen.
Besonders bitter war die Niederlage für die Kurpfalz Ladies, weil sie in den Schlussminuten durch eine starke Aufholjagd und die Scoring-Qualitäten von Shanine Matz (16 Punkte) erst die Chance bekommen hatten, die Partie zu gewinnen. Unter dem Strich stand jedoch die dritte Niederlage, durch die sich das Stein-Team in der Tabelle erst einmal am Ende wiederfindet.

